Kontinent in Kürze

BRASILIEN

Bolsonaro empfängt v. Storch

Brasília - Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch zu einem Treffen empfangen. Die Bundestagsabgeordnete ließ am Montag ein Foto verbreiten, das sie während eines Brasilien-Besuchs mit dem rechtspopulistischen Staatschef zeigt. Storch schrieb dazu, ihre Partei wolle sich „stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen“. In Brasilien hatte zuvor schon ein Treffen Storchs mit Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro Kritik ausgelöst. Das wichtigste Holocaust-Museum des Landes, das Museo de Holocausto in Curitiba, sprach von einer Belastung für die Demokratie.


PARAGUAY

Rekordmenge Kokain

Asunción - Die paraguayische Polizei hat in einem Vorort der Hauptstadt Asunción rund 3,4 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Das Rauschgift sei in einer Lagerhalle in Fernando de la Mora entdeckt worden, sagte Polizeichef Luis Arias am Mittwoch im Radiosender ABC. Die Drogen seien in Zuckersäcken versteckt gewesen. Es war der bislang größte Kokain-Fund in dem südamerikanischen Land. Der bisherige Rekord lag bei 2,9 Tonnen Kokain, die im Oktober 2020 in Villeta beschlagnahmt worden waren. In Paraguay sind eine Reihe von kriminellen Organisationen aktiv. Vor allem im Dreiländereck zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien blüht der Schmuggel.


ECUADOR

Gefangenenmeuterei

Cotopaxi - Nach Aufständen in zwei Gefängnissen in Ecuador hat sich die Zahl der toten Häftlinge auf mindestens 27 erhöht. In der Haftanstalt von Cotopaxi seien 19 Insassen getötet worden, teilte die nationale Gefängnisbehörde am vorigen Freitag mit. Bis zum Nachmittag hatte die Zahl bei 14 gelegen. In einem Gefängnis in Guayaquil kamen nach Angaben der Behörde 8 Häftlinge ums Leben. Bei den Ausschreitungen in den beiden Gefängnissen wurden zudem Dutzende Häftlinge und etwa zehn Polizisten verletzt.

BRASILIEN

Protest gegen Corona-Politik

Rio de Janeiro - Die Corona-Politik von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro stößt auf immer mehr Kritik: Erneut sind am Wochenende Tausende Brasilianer gegen die Regierung des rechten Staatschefs auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten sie am Samstag ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal „G1“ berichtete. Zu Protesten kam es in mindestens 27 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, São Paulo, Recife und Salvador sowie in der Hauptstadt Brasília.


KOLUMBIEN

Bauern vertrieben

Ituango - Wegen eines Konflikts zwischen bewaffneten Gruppen im Nordwesten Kolumbiens sind mehr als 4000 Bauern vertrieben worden. Das sagte der Bürgermeister von Ituango, Edwin Mauricio Mira, am Dienstag dem Sender RCN Radio. Zuvor hatte der Gouverneur des kolumbianischen Departments Antioquia, Luis Fernando Suárez, am Montagabend auf Twitter geschrieben, das mehr als 3700 Vertriebene in Ituango unterstützt würden. Diese sahen sich gezwungen, ins Stadtgebiet zu fliehen und dort Schutz zu suchen, wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete. Als Verantwortliche machte Suárez die Anführer organisierter bewaffneter Gruppen wie „Residual 18“ und des Verbrechersyndikats „Clan del Golfo“ aus.


USA / KUBA

Neue Sanktionen

Washington - Die US-Regierung hat nach den Massenprotesten für Freiheit neue Sanktionen gegen Kuba verhängt. Betroffen seien der amtierende Minister der Streitkräfte und die Abteilung des kubanischen Innenministeriums, welche die Niederschlagung der Proteste vorantreibe, teilte das Weiße Haus vor wenigen Tagen mit. Zuletzt waren Tausende Kubaner in zahlreichen Städten spontan für Freiheit, gegen Unterdrückung und Mangelwirtschaft auf die Straßen gegangen. Solche Proteste hatte es in dem Karibikstaat seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

ECUADOR

Assange verliert Staatsbürgerschaft

Quito - Ein Gericht hat dem Wikileaks-Gründer Julian Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Bei der Verleihung der Staatsbürgerschaft an den gebürtigen Australier 2017 seien verwaltungsrechtliche Fehler gemacht worden, berichtete die Zeitung „El Comercio“ am Dienstag unter Berufung auf ein Verwaltungsgericht in der Hauptstadt Quito. Assanges Anwalt Carlos Poveda kündigte an, Rechtsmittel gegen die erstinstanzliche Entscheidung einzulegen. Assange wartet derzeit im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh auf eine Entscheidung über den Auslieferungsantrag der US-Regierung.


HAITI

Proteste bei Trauerfeier

Cap-Haïtien - Zwei Wochen nach der Ermordung von Haitis Präsident Jovenel Moïse hat in dem Karibikstaat am vorigen Freitag die nationale Trauerfeier stattgefunden. Die Zeremonie in dessen ehemaliger Privatresidenz in Cap-Haïtien wurde streng geschützt. Unter den Teilnehmern waren Familienangehörige, aber auch Regierungsmitglieder und ausländische Delegationen. Der Holzsarg war mit Haitis Fahne bedeckt. Auf den Straßen gab es Proteste. Nach Medienberichten fielen auch Schüsse. Der 53-Jährige war in der Nacht zum 7. Juli in seiner Residenz von einer schwer bewaffneten Kommandotruppe überfallen und erschossen worden.


EL SALVADOR

Haftbefehl gegen Ex-Präsidenten

San Salvador - Gegen El Salvadors ehemaligen Präsidenten Salvador Sánchez Cerén ist Haftbefehl erlassen worden. Dem 77-Jährigen werden Geldwäsche, Veruntreuung und unrechtmäßige Bereicherung zur Last gelegt, wie die Generalstaatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes am Freitag verkündete. Der Politiker der Linkspartei FMLN soll als Vizepräsident in den Jahren 2009 bis 2014 illegale Zusatzvergütungen aus vom Parlament nicht autorisierten Fonds erhalten haben. Staatschef war er in den Jahren 2014 bis 2019. Inzwischen lebt Sánchez Cerén im Ausland. (dpa/mc)



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