Kontinent in Kürze

KOLUMBIEN

Proteste und neuer Steuerplan

Bogotá - Nach wochenlangen Protesten hat die kolumbianische Regierung ein neues Projekt für eine Steuerreform in das Parlament eingebracht. „Das Sozialinvestitionsgesetz, das wir einführen werden, ist das Ergebnis eines Konsenses“, schrieb Kolumbiens Präsident Iván Duque auf Twitter am Dienstag. Es lege den Grundstein dafür, die Schwächsten zu erreichen und jungen Menschen Beschäftigungs- und Bildungschancen zu bieten. Seit Ende April ein Streik ausgerufen wurde, hat es in verschiedenen Städten des Landes zahlreiche Proteste gegeben, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam.


HAITI

Neue Regierung vereidigt

Port-au-Prince - Nach dem Rücktritt von Haitis Interims-Premierminister hat eine neue Regierung die Macht übernommen. Der neue Interims-Regierungschef Ariel Henry und sein Kabinett wurden am Dienstag in der Hauptstadt Port-au-Prince vereidigt. Der bisherige Übergangs-Premierminister Claude Joseph bleibt Außenminister. Er hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt. Präsident Jovenel Moïse hatte Henry keine 36 Stunden vor seiner Ermordung zum bereits siebten Premierminister seiner Amtszeit ernannt. Da Henry nicht mehr vor Moïses Ermordung vereidigt wurde, blieb Joseph im Amt. Er trete nun zum Wohle der Nation zurück, sagte Joseph am Montag der „Washington Post“.


BRASILIEN

Bolsonaro aus Krankenhaus entlassen

São Paulo - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach vier Tagen im Krankenhaus entlassen worden. Er war seit Mittwoch in der Klinik in São Paulo wegen eines Darmverschlusses behandelt worden. Der rechte Politiker hatte über andauernden Schluckauf geklagt. Bolsonaro werde nach seiner Entlassung am Sonntagmorgen von einem Ärzteteam weiter beobachtet, teilte das Präsidialamt mit. Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung im September 2018 hatte ein geistig verwirrter Mann auf den damaligen Kandidaten Bolsonaro eingestochen und ihn schwer im Bauch verletzt. Unter anderem musste sein Darmtrakt wiederhergestellt werden.


KUBA

„Welt sieht eine Lüge“

Havanna - Nach den seltenen Massenprotesten in Kuba hat die Regierung in Havanna und anderen Städten Tausende Menschen zu Kundgebungen auf die Straße gebracht. „Es lebe das freie Kuba! Frei von Einmischung und dem Hass, der gegen es geschürt worden ist“, sagte Staatspräsident Miguel Díaz-Canel am Samstagmorgen vor einer Menschenmenge an der Uferpromenade Malecón in der Hauptstadt. „Was die Welt im Moment von Kuba sieht, ist eine Lüge“, erklärte er mit Blick auf die Proteste. Dabei anwesend war auch Raúl Castro, der 90 Jahre alte Bruder des gestorbenen Revolutionsführers Fidel Castro.


VENEZUELA

Protest-Anführer festgenommen

Caracas- Der wichtige venezolanische Oppositionspolitiker Freddy Guevara ist nach Angaben seiner Partei in Haft genommen worden. Ein Richter habe die Inhaftierung ratifiziert, schrieb die Partei Voluntad Popular vor wenigen Tagen auf Twitter. Demnach wurde als Ort das berüchtigte Geheimdienst-Gefängnis El Helicoide festgelegt. Guevara ist ein Verbündeter des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guidó und war am Montag festgenommen worden.


MEXIKO

„Vernichtungszentren“ entdeckt

Mexiko-Stadt - In Mexiko gibt es mindestens neun Orte, an denen Gruppen des organisierten Verbrechens die Leichen ihrer Opfer in großen Mengen verbrannt haben. An einem Ort im Nordosten des Landes, in der Nähe der US-Grenze und der Atlantikküste, wurden seit 2017 mehr als 500 Kilogramm verkohlte Menschenknochen gefunden, wie die Beauftragte des mexikanischen Staates für die Suche nach vermissten Personen, Karla Quintana, vor wenigen Tagen in der Radiosendung Aristegui Noticias sagte. Es sei jedoch erst ein kleiner Teil des als La Bartolina bekannten Ortes abgesucht worden.


USA / MEXIKO

Migranten-Rekord

Washington - Die Zahl aufgegriffener Migranten an der US-Südgrenze zu Mexiko ist nach einem Rekordhoch im Mai weiter angestiegen. Insgesamt wurden im Juni 188.829 Menschen beim Versuch eines illegalen Grenzübertrittes gefasst, wie die Grenzpolizei CBP am Freitag mitteilte. Das waren rund fünf Prozent mehr als die etwa 180.000 im Mai - was bereits der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten gewesen war. Im Juni 2020 hatte die Zahl der aufgegriffenen Migranten noch bei 33.000 gelegen. Die Zahlen sind seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden im Januar insgesamt rasant angestiegen.


KUBA

Caritas um Hilfe gebeten

Havanna/Freiburg - Angesichts stark gestiegener Corona-Zahlen in Kuba will die Caritas dort 200.000 Euro für Schutzausrüstung und medizinische Hilfsmittel bereitstellen. Das kubanische Gesundheitsministerium habe die örtliche Vertretung der katholischen Hilfsorganisation um Hilfe gebeten, teilte Caritas International am Freitag in Freiburg mit. Es werde ein Zusammenbruch des traditionell sehr gut aufgestellten Gesundheitssystems des sozialistischen Karibikstaates befürchtet. Es befinde sich „in einer tiefgreifenden strukturellen Krise der Unterversorgung mit medizinischen Gütern, Nahrungsmitteln und Gütern des alltäglichen Bedarfs.“


BRASILIEN

Strommasten umgestürzt

Bom Jardim - Durch einen umstürzenden Strommasten sind im brasilianischen Amazonasgebiet mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien weitere 13 Personen verletzt worden, berichtete das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf das Gesundheitssekretariat der Gemeinde Pacajá vor wenigen Tagen. Demnach war der Mast von einem privaten Unternehmen aufgestellt worden. Der Unfall habe sich bei Arbeiten an der Stromleitung ereignet, schrieb der Gouverneur des nördlichen Bundesstaates Pará, Helder Barbalho, auf Twitter. Feuerwehr und Polizei seien bei den Rettungsarbeiten im Einsatz. (dpa/mc)


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