Kontinent in Kürze

VENEZUELA

Tote bei Polizeieinsatz

Caracas - Bei einem massiven Polizeieinsatz gegen Banden sind in der Hauptstadt Caracas mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Die Sicherheitskräfte hätten 22 mutmaßliche Gangmitglieder getötet, teilte Innenministerin Carmen Meléndez am Samstag mit. Zudem seien drei Polizisten und ein Soldat bei der Operation ums Leben gekommen. Bei dem Einsatz seien außerdem 33 Verdächtige festgenommen worden. Die Kämpfe in den von Banden kontrollierten Stadtvierteln wie Cota 905 hatten bereits zwei Tage zuvor begonnen. Die Polizei beschlagnahmte über 20.000 Schuss Munition, Raketenwerfer, Sturmgewehre, Fahrzeuge und Drogen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass bei den Großeinsätzen der venezolanischen Sicherheitskräfte auch immer wieder Unschuldige ums Leben kommen und Regierungsgegner gezielt getötet werden.


SÜDAMERIKA

Haft für mehr als 20 Ex-Militärs

Rom - Der Kassationsgerichtshof in Italien hat das Urteil auf lebenslange Haft gegen mehr als 20 ehemalige Offiziere, Polizisten und Zivilisten aus Südamerika bestätigt. Das teilte ein Sprecher des höchsten Gerichts der ordentlichen Gerichtsbarkeit Italiens am Freitag in Rom mit. Den Männern aus Uruguay, Chile, Peru und Bolivien wurden Menschenrechtsverletzungen, Mord und Entführung vorgeworfen. Die Männer sollen in den sogenannten Plan Cóndor verwickelt gewesen sein, über den rechte Militärdiktaturen in Südamerika in den 1970ern und 1980ern gemeinsam gegen Oppositionelle vorgingen.


NICARAGUA

Festnahmen

Washington - Nach zahlreichen Verhaftungen Oppositioneller in Nicaragua haben die USA erneut Sanktionen verhängt. Es seien Visa-Beschränkungen gegen hundert Mitglieder der nicaraguanischen Nationalversammlung und des Justizsystems verhängt worden, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Man habe alle US-Visa widerrufen, welche die Betroffenen besäßen. Unter ihnen seien auch Staatsanwälte, Richter und Familienangehörige. Die Sanktionen zielen demnach auf Nicaraguaner ab, von denen angenommen wird, dass sie für die Untergrabung der Demokratie verantwortlich sind oder sich daran mitschuldig gemacht haben.

KUBA

Impfstoff Abdala zugelassen

Havanna - Kuba hat dem selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin habe in der Testphase III eine Effektivität von 92,28 Prozent gezeigt, teilte das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) am Freitag mit. Damit ist Abdala der erste in Lateinamerika entwickelte und zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ein Licht am Ende des Tunnels in diesem langen Wettlauf gegen die Pandemie“, schrieb Präsident Miguel Díaz-Canel auf Twitter. Zwar verfügt Kuba über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Bislang wurden die Studienergebnisse zu Abdala aber nicht unabhängig geprüft.


MEXIKO

Anklage gegen Ex-Minister

Mexiko-Stadt - Der frühere Wirtschaftsminister und Unterhändler Mexikos für das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA, Ildefonso Guajardo, ist wegen illegaler Bereicherung angeklagt worden. Das Vermögen des 64-Jährigen sei zwischen den Jahren 2014 und 2018 angewachsen, ohne dass er einen legalen Ursprung nachweisen könne, teilte Mexikos Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit. Guajardo war damals Minister im Kabinett des Ex-Präsidenten Enrique Peña Nieto. In den Jahren 2017 und 2018 vertrat er zudem sein Land bei den Verhandlungen mit den USA und Kanada zum Nafta-Nachfolger USMCA, das im Juli 2020 in Kraft trat.

BRASILIEN

Evangelikaler nominiert

Brasília - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat den Evangelikalen André Mendonça für einen frei werdenden Sitz am Obersten Gericht Brasiliens nominiert. Dies ging aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt am Dienstag hervor. Der 48-jährige Bundesanwalt und ehemalige Justizminister soll dem Richter Marco Aurélio Mello nachfolgen, der in Ruhestand ging. Die Mehrheit des Senats muss der Ernennung Mendonças noch zustimmen. Bolsonaro hatte im Jahr 2019 gesagt, dass von den zwei Richtern, die er berechtigt ist zu benennen, einer „schrecklich evangelikal“ sein werde. Im vergangenen Jahr überraschte er dann mit der Nominierung des als moderat geltenden Katholiken Kássio Nunes.


HONDURAS

Italiener getötet

Santa Ana de Yusguare - Eine aufgebrachte Menge von 600 Menschen hat vor wenigen Tagen in Honduras einen Italiener mit Stöcken und Steinen angegriffen und getötet. Die Bewohner der Ortschaft Santa Ana de Yusguare im Süden des Landes hatten den Mann für den Tod eines Nachbarn verantwortlich gemacht. Dabei hätten sie auch das Haus und das Fahrzeug des Italieners angezündet, teilte die Polizei am Freitag mit. Fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 19 und 55 Jahren wurden festgenommen. Medienberichten zufolge warfen die Dorfbewohner ihrem Opfer vor, einen Obdachlosen zu Tode gesteinigt zu haben, weil dieser einen Baum auf seinem Grundstück gefällt hatte. (dpa/mc)


2 vistas