• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

BRASILIEN

Bolsonaro unter Verdacht

Rio de Janeiro - Nach der Aufnahme von Korruptionsermittlungen gegen Staatschef Jair Bolsonaro haben tausende Brasilianer erneut gegen die Corona-Politik seiner Regierung und für eine Beschleunigung der Impfkampagne demonstriert. In mehr als 110 brasilianischen und Dutzenden europäischen Städten gingen Demonstranten am Samstag auf die Straßen, wie das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ berichtete. Ursprünglich waren erst wieder für den 24. Juli Proteste geplant gewesen, die Organisatoren hatten nach den jüngsten Korruptionsvorwürfen gegen Bolsonaro jedoch kurzfristig schon für Samstag zu Demos aufgerufen.


KOLUMBIEN

Anklage gegen Militärs

Bogotá - Erstmals seit dem Ende des Bürgerkriegs in Kolumbien sind Mitglieder des kolumbianischen Militärs in Verbindung mit der Tötung von Zivilisten angeklagt worden. Elf Personen, unter ihnen zehn Militärs unterschiedlichen Ranges, wurde wegen der Ermordung von mindestens 120 Menschen in dem Gebiet Catatumbo zwischen Januar 2007 und August 2008 Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt, wie es in einer Mitteilung der Sonderjustiz für den Frieden (JEP) am Dienstag hieß. Demnach wurden die Angeklagten als Verantwortliche identifiziert, ohne die die kriminellen Handlungen nicht in „systematischer und weit verbreiteter Form“ stattgefunden hätten.


CHILE

Indigene Konvent-Präsidentin

Santiago de Chile - Die Mitglieder der Verfassungsgebenden Versammlung in Chile haben eine Indigene vom Volk der Mapuche zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Elisa Loncón erreichte bei der konstituierenden Sitzung des Verfassungskonvents im Gebäude des ehemaligen Nationalkongresses in Santiago de Chile am Sonntag im zweiten Wahldurchgang mit 96 von 155 Stimmen die absolute Mehrheit. „Ich möchte allen dafür danken, dass sie eine Mapuche und eine Frau gewählt haben, um die Geschichte dieses Landes zu verändern“, sagte die Wissenschaftlerin in ihrer ersten Rede nach der Wahl, die sie auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche, und auf Spanisch hielt.

NICARAGUA

Neue Festnahmen

Managua - Die Welle der Verhaftung Oppositioneller geht in Nicaragua weiter. Mit dem Landrechtsaktivisten Medardo Mairena traf es den bereits sechsten Anwärter auf das Präsidentenamt bei der Wahl im November. Die Polizei des Landes teilte am Dienstag mit, Mairena und zwei weitere Bauernführer seien am Montag festgenommen worden, weil sie bei einem „gescheiterten Putschversuch im Jahr 2018“ Morde, Überfälle, Entführungen, Erpressungen, Vergewaltigungen und Sachbeschädigungen begangen hätten.


EL SALVADOR

Parteigebäude beschlagnahmt

San Salvador - Ermittler in El Salvador haben das Hauptquartier und weiteres Vermögen der langjährigen Regierungspartei Arena beschlagnahmt. Ein Gericht habe dies genehmigt, um von der heutigen Oppositionspartei veruntreutes Geld aus einer Korruptionsaffäre wiederzuerlangen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Landes vor wenigen Tagen mit. Der frühere Staatspräsident Francisco Flores war 2015 kurz vor seinem Tod wegen des Vorwurfs angeklagt worden, während seiner Amtszeit (1999-2004) Spendengeld aus Taiwan in Höhe von rund 15 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben.


BRASILIEN

Rio beschleunigt Impfungen

Rio de Janeiro - Mit Blick auf den weltberühmten Karneval und die Silvesterparty im Stadtteil Copacabana treibt Rio de Janeiro die Impfungen gegen das Coronavirus voran. „Bora acelerar! (Auf geht‘s beschleunigen)“, schrieb Rios Bürgermeister Eduardo Paes auf Twitter. Dazu veröffentlichte Paes den Impfkalender der kommenden zwei Wochen. „Am 16. Juli werden wir die 37-Jährigen geimpft haben, was erst für den 4. August vorgesehen war.“ Die Prognose sei, dass alle „Cariocas“, wie die Bewohner der Stadt am Zuckerhut heißen, im Alter von mindestens 18 Jahren bis Mitte August eine Dosis erhalten werden.


HONDURAS

Ex-Firmenchef verurteilt

Tegucigalpa - Gut fünf Jahre nach dem Mord an der honduranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres ist ein Ex-Chef der Energiefirma Desa für mitschuldig befunden worden. Cáceres hatte gegen den Bau eines Wasserkraftwerks durch die Firma gekämpft. Die 44-Jährige, die sich für die Rechte der Lenca-Ureinwohner einsetzte, wurde im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen des mittelamerikanischen Landes erschossen. (dpa/mc)


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