• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

LATEINAMERIKA

Nur drei Prozent voll geimpft

Mexiko-Stadt - In Lateinamerika und der Karibik gibt es nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho) „eklatante Lücken“ beim Zugang zu Coronavirus-Impfstoffen. Nur drei Prozent der mehr als 650 Millionen Einwohner der Region seien bisher vollständig geimpft, sagte Paho-Direktorin Carissa Etienne am Mittwoch. Sie rief in einer Online-Pressekonferenz dazu auf, die übermäßige Abhängigkeit von Importen essenziellen Medizinbedarfs durch eine verstärkte Herstellung vor Ort zu mindern. Lediglich vier Prozent medizinischer Produkte, die bisher während der Pandemie in der Region benutzt worden seien, stammten aus der Region.


KOLUMBIEN / VENEZUELA

Ex-Farc-Anführer tot?

Bogotá - Kolumbien prüft nach eigenen Angaben Hinweise auf den Tod eines ehemaligen Farc-Kommandeurs. "Geheimdienstinformationen weisen darauf hin, dass 'Santrich' bei mutmaßlichen Zusammenstößen in Venezuela gestern gestorben ist", schrieb der kolumbianische Verteidigungsminister Diego Molano auf Twitter am Dienstag. Falls sich dies bestätigen sollte, würde es bestätigen, dass Kriminelle im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in Venezuela Zuflucht suchen. In dem an Kolumbien grenzenden venezolanischen Bundesstaat Apure kommt es seit Wochen zu Kämpfen zwischen Venezuelas Militär und einer Splittergruppe der Farc.


KOLUMBIEN

Außenministerin tritt zurück

Bogotá - Nach von Gewalt überschatteten Protesten regierungskritischer Demonstranten in Kolumbien hat Außenministerin Claudia Blum ihren Posten geräumt. Dies berichteten kolumbianische Medien vor wenigen Tagen. Gründe für den Rücktritt wurden offiziell nicht bekannt gegeben, Berichte führten dafür unter anderem die Kritik an Blums Krisenmanagement an. Nachfolgerin wird demnach die stellvertretende Ministerin Adriana Mejía. Seit drei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam.

PERU

Kandidaten verpflichten sich

Lima - Knapp drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Peru haben sich die beiden verbliebenen Kandidaten auf die Achtung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte verpflichtet. Der Linkskandidat Pedro Castillo und die Rechtspopulistin Keiko Fujimori unterzeichneten am Montag die "Bürgerliche Erklärung - Schwur auf die Demokratie". Das Dokument geht unter anderem auf eine Initiative der peruanischen Bischofskonferenz zurück. Bei der Stichwahl am 6. Juni kommt es zu einem Schlagabtausch der politischen Extreme. Castillo will im Falle eines Wahlsiegs einen sozialistischen Staat aufzubauen. Fujimori warb im Wahlkampf für eine politisches System, das demokratische Modelle mit einer Politik der harten Hand vereint.


MEXIKO

Historische Schuld

Torreón - Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat sich im Namen des Staates für ein Massaker an Chinesen vor 110 Jahren entschuldigt. Zwischen dem 13. und 15. Mai 1911 waren in der nordmexikanischen Stadt Torreón 303 Chinesen von Rebellen im Revolutionskrieg umgebracht worden. Mexiko müsse nicht nur seine Verantwortung und Schuld anerkennen, sondern sich auch gegenüber der Volksrepublik China und dessen Bevölkerung verpflichten, nie wieder Rassismus, Diskriminierung und Fremdenhass zuzulassen, sagte López Obrador am Montag bei einer gemeinsamen Zeremonie mit dem chinesischen Botschafter in Mexiko, Zhu Qingqiao, in Torreón.


BRASILIEN

Gefängnisse überfüllt

Rio de Janeiro - Die Zahl der Häftlinge sinkt, aber die Gefängnisse in Brasilien sind auch in der Corona-Pandemie extrem überfüllt. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Gewaltmonitor hervor, den die Mediengruppe Globo regelmäßig gemeinsam mit der Universität von São Paulo und dem Forum für öffentliche Sicherheit erstellt. Demnach sitzen in den Gefängnissen des südamerikanischen Landes derzeit rund 688.000 Gefangene ein. Im vergangenen Jahr saßen rund 710.000 Gefangene ein. (dpa/mc)


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