Kontinent in Kürze

VENEZUELA

Guaidó offen für Dialog

Caracas - Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaidó hat sich offen für Gespräche mit der autoritären Regierung von Präsident Nicolás Maduro gezeigt. "Venezuela steckt in der schlimmsten Krise seiner Geschichte. Wir brauchen realistische und umsetzbare Lösungen", sagte der selbst ernannte Interimspräsident am Dienstag in einer Videobotschaft. "Wir brauchen ein Abkommen zur nationalen Rettung zwischen den demokratischen Kräften, dem Regime und der internationalen Gemeinschaft." Es gehe darum, freie Wahlen zu ermöglichen, humanitäre Hilfe ins Land zu holen und politische Gefangene freizubekommen. Im Gegenzug könnte der Regierung angeboten werden, Schritt für Schritt die Sanktionen zurückzunehmen, schlug Guaidó vor.


MEXIKO

Kandidat angegriffen

Morelia - Vor den Zwischenwahlen in Mexiko Anfang Juni sind bei einem bewaffneten Angriff auf das Fahrzeug eines Kandidaten zwei Personen verletzt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Michoacóan nahm die Ermittlungen auf, wie die Behörde twitterte. In dem Auto saß Guillermo Valencia Reyes, Bürgermeister-Kandidat der Regional-Hauptstadt Morelia. Der Wagen, mit dem der Kandidat der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) und Mitglieder seines Wahlkampfteams unterwegs waren, wurde laut der mexikanischen Zeitung "El Universal" am Samstagabend von einer bewaffneten Gruppe beschossen. PRI-Kandidat Guillermo Valencia blieb demnach unverletzt, aber zwei seiner Mitarbeiter wurden verletzt.


BRASILIEN

Corona-Hotspot São Paulo

São Paulo - Der Bundesstaat São Paulo hat die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben dort 100.649 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, wie am Sonntag aus Behördendaten hervorging. Damit zählt der reichste Bundesstaat Brasiliens rund ein Viertel aller Toten im Zusammenhang mit Covid-19 in dem von der Pandemie schwer getroffenen Land. Wäre er ein Land, würde der Bundesstaat mit mehr als 40 Millionen Einwohnern weltweit den neunten Rang hinter Frankreich und vor Deutschland unter den Ländern mit den meisten Corona-Toten einnehmen. Brasilien ist eines der weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.


MEXIKO

Lockerungen

Mexiko-Stadt - Mexiko-Stadt hebt weitere Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben auf, obwohl nur wenige Bewohner bisher gegen das Virus geimpft sind. Die Stadt - eine der größten der Welt, mit rund neun Millionen Einwohnern im Kerngebiet und etwa 22 Millionen im Großraum - geht ab kommender Woche zum ersten Mal in der Pandemie nach dem dort geltenden Ampelsystem von orange auf gelb über, wie Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum am Freitag mitteilte. Unter anderem dürfen somit ab Montag Geschäfte und Kinos bis zu 40 Prozent ausgelastet werden. Ab der Woche darauf sollen Unterhaltungsveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen in geschlossenen Räumen wieder möglich sein, eine Woche später auch Kinderfeiern mit höchstens 50 Teilnehmern - sofern es für jeden mindestens neun Quadratmeter Platz gibt.


CHILE

Namensreform

Santiago de Chile - Chiles Präsident Sebastián Piñera hat passend zum Muttertag ein neues Namensgesetz verabschiedet. Das Gesetz erlaubt nun ausdrücklich, dass die Reihenfolge der Nachnamen eines Kindes mit Zustimmung der Eltern frei gewählt werden kann, wie die chilenische Zeitung "La Tercera" am Sonntag berichtete. Bislang war es in weiten Teilen Lateinamerikas üblich, dass beide Familiennamen angegeben werden, aber zuerst der des Vaters und dann der der Mutter. "Dieses Gesetz trägt zu dem kulturellen Wandel bei, den wir im Hinblick auf die Gleichstellung von Männern und Frauen fördern", zitierte "La Tercera" Chiles Frauenministerin Mónica Zalaquett. (dpa/mc)


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