• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

KUBA

Tag der Arbeit zu Hause

Havanna - Wegen der weiterhin grassierenden Corona-Pandemie haben die Kubaner den Tag der Arbeit erneut in den eigenen vier Wänden gefeiert. Zur offiziellen Feierstunde auf dem Platz der Revolution in Havanna kamen am Samstag lediglich ausgewählte Vertreter der obersten Regierungs- und Parteispitze zusammen. „Uns Arbeitern ist bewusst, dass wir uns in einer komplexen und herausfordernden Lage befinden“, sagte der Generalsekretär der Zentralgewerkschaft der Arbeiter Kubas (CTC), Ulises Guilarte de Nacimiento. „Aber nur, wer kämpft, Widerstand leistet und nicht aufgibt, hat das Recht zu triumphieren.“ Üblicherweise marschieren am 1. Mai rund eine Million Arbeiter über den Platz der Revolution in der kubanischen Hauptstadt. Diesmal rief die Regierung des autoritär regierten Landes die Bürger zu einer virtuellen Feier auf.


VENEZUELA

Oppositionspolitiker im Wahlrat

Caracas - Das venezolanische Parlament hat zwei Oppositionspolitiker in den Nationalen Wahlrat gewählt, der Präsident Nicolás Maduro nahe steht. Dies wird als Zeichen der Führung in Caracas gewertet, das Verhältnis zu den USA verbessern zu wollen. Zu dem fünfköpfigen Gremium für die kommenden sieben Jahre gehören unter anderem der ehemalige Vizepräsident der Generalversammlung, Enrique Márquez, und der 2017 vorübergehend inhaftierte politische Stratege des wichtigen Oppositionsbündnis MUD, Roberto Picón, wie der Fernsehsender VTV am Dienstagabend berichtete. Der Wahlrat hatte zu der umstrittenen Parlamentswahl im Dezember 2020 aufgerufen, aus der die regierenden Sozialisten als Sieger hervorgingen.


CHILE

Impfung ab 35 Jahren

Santiago de Chile - Chile gibt bei der Impfkampagne gegen das Coronavirus weiter Gas. Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen sich bereits Menschen zwischen 35 und 45 Jahren impfen lassen können, wie Präsident Sebastián Piñera am Samstag ankündigte. Möglich sei dies wegen eines neuen Vertrags über die Lieferung von drei Millionen zusätzlichen Impfdosen des chinesischen Unternehmens Sinovac. „Wir werden unser Impfprogramm so schnell wie möglich auf die jüngeren Generationen ausdehnen, die sich am häufigsten infizieren“, sagte der Staatschef. Mit rund 35 Prozent liegt Chile bei der vollständig geimpften Bevölkerung weltweit auf einem der vordersten Plätze. Gerade im Vergleich zu den anderen Ländern der Region drückt Chile enorm auf das Tempo. In Brasilien sind gerade mal 6,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in Kolumbien 3,1 Prozent und in Argentinien 2,1 Prozent.

MEXIKO

Blutiger Wahlkampf

Mexiko-Stadt - In Mexiko kommt es vor den Zwischenwahlen Anfang Juni während des Wahlkampfes zu immer mehr Gewalt. In den vergangenen zwei Monaten seien in dem Land zwölf Kandidaten getötet worden, sagte Sicherheitsministerin Rosa Icela Rodríguez am vorigen Freitag. 234 Politiker hätten Aggressionen oder Bedrohungen angezeigt. Schon vor dem formellen Start der Wahlkampagnen für die Abgeordnetenkammer und eine Reihe lokaler Posten wurden demnach seit Ende September weitere 64 Politiker umgebracht. Am gefährdetsten sind Bewerber auf lokaler Ebene. Drahtzieher der Angriffe seien meist Verbrechersyndikate oder politische Konkurrenten, sagte Rodríguez bei der täglichen Pressekonferenz des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador im Nationalpalast.


EL SALVADOR

Oberste Richter gefeuert

San Salvador - Das neu gewählte Parlament in El Salvador hat in seiner ersten Sitzung die Entlassung der Verfassungsrichter sowie des Generalstaatsanwalts des Landes beschlossen. Zur Begründung hieß es am Samstagabend, die Richter und der Generalstaatsanwalt hätten im Amt private Interessen verfolgt. Die Opposition warf dem Präsidenten Nayib Bukele hingegen vor, nach der Abgeordnetenkammer nun auch die Justiz auf Regierungslinie bringen zu wollen. „Das ist ein klarer Staatsstreich - hier wird ein Verfassungsorgan zerlegt“, sagte Enrique Anaya vom Iberoamerikanischen Institut für Verfassungsrecht der Zeitung „La Prensa Gráfica“.


BRASILIEN

Rückkehr des Hungers

Rio de Janeiro - Inmitten der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie in Brasilien ist der Hunger mit voller Wucht zurückgekehrt. 116,8 Millionen Brasilianer haben keinen vollständigen und dauerhaften Zugang zu Nahrung, 19 Millionen unter ihnen leiden Hunger, wie aus einer Studie des Brasilianischen Forschungsnetzwerks für Ernährungssicherheit (Rede PENSSAN) mit Daten vom Dezember hervorgeht. Damit sind mehr als 55 Prozent der Haushalte betroffen, ein Anstieg um 54 Prozent im Vergleich zu 2018. In der Corona-Pandemie überschritt das Land vor wenigen Tagen die Marke von 400.000 Toten. „Der Anstieg spiegelt die wirtschaftliche Krise in der Mittelklasse“, sagte die Ernährungswissenschaftlerin von der Rede PENSSAN, Rosana Salles, der Deutschen Presse-Agentur. (dpa/mc)


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