Kontinent in Kürze

PERU

Vargas Llosa für Keiko

Lima - Der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa hat sich vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru für die Rechtspopulistin Keiko Fujimori ausgesprochen. „Die Peruaner sollten für Keiko Fujimori stimmen, denn sie repräsentiert das kleinere Übel“, schrieb Vargas Lllosa in einer Kolumne, die in mehreren spanischen und lateinamerikanischen Zeitungen, wie etwa „El País“, am Samstag und Sonntag erschien. „Mit ihr an der Macht gibt es mehr Möglichkeiten, unsere Demokratie zu retten.“ In der Stichwahl am 6. Juni zeichnet sich ein Schlagabtausch der Extreme zwischen Fujimori und dem Sozialisten Pedro Castillo ab. Vargas Llosa bezeichnete Castillo als „Provinzlehrer“. Die Ideen, denen er folge, seien von „seinen zwei Meistern“, dem Ecuadorianer Rafael Correa und dem Bolivianer Evo Morales, inspiriert. Seine Regierung werde eine Kopie des Sozialismus des 21. Jahrhunderts sein.


IBEROAMERIKA-GIPFEL

Pandemie-Abkommen gefordert

Andorra - Die Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas, Spaniens und Portugals haben die Weltgemeinschaft zur Ausarbeitung eines „Internationalen Pandemie-Abkommens“ aufgerufen. „Neben dem täglichen Kampf gegen Covid-19 müssen wir auch in die Zukunft blicken“, so der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vor Beginn der Generalversammlung des 27. Iberoamerika-Gipfels in Andorra. „Wir müssen heute die Grundlagen für besser koordinierte und wirksamere Maßnahmen für morgen schaffen“, betonte der sozialistische Politiker auf Twitter. Eine bessere globale Zusammenarbeit sei „unerlässlich“, sagte auch der portugiesische Regierungschef António Costa. „Es darf nicht sein, dass einige das Recht haben, die Impfung ihrer Bevölkerung sicherzustellen und andere nicht.“


BRASILIEN

Erfolg für Lula

Brasília - Nach der Aufhebung der Urteile gegen den ehemaligen brasilianischen Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch einen Richter hat das Plenum des Obersten Gerichtshofs in Brasília die Einzelentscheidung bestätigt. Acht Richter stimmten für die Beibehaltung der Entscheidung, drei dagegen, wie im brasilianischen Fernsehen vor wenigen Tagen zu sehen war. Lulas Anwälte erklärten dazu, die Entscheidung stelle „die Rechtssicherheit und Glaubwürdigkeit des Justizsystems unseres Landes wieder her“. Mit der Aufhebung der Urteile hatte Lula seine politischen Rechte zurückbekommen, mit der Bestätigung ist der 75-Jährige einer möglichen Präsidentschaftskandidatur 2022 einen großen Schritt näher gekommen - auch wenn er noch nicht auf der sicheren Seite ist.


MEXIKO

Präsident geimpft

Mexiko-Stadt - Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat sich öffentlich mit dem Vakzin von AstraZeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Er rufe alle älteren Menschen dazu auf, sich impfen zu lassen, sagte der 67-Jährige am Dienstag im Präsidentenpalast in Mexiko-Stadt. „Es gibt keinerlei Risiko.“ Zum Schluss seiner täglichen Pressekonferenz spritzte ihm dort eine Militär-Krankenpflegerin vor laufenden Kameras die erste Dosis des Wirkstoffs des schwedisch-britischen Herstellers in den Arm. In Mexiko ist das AstraZeneca-Mittel seit Anfang Januar zugelassen, als einer von inzwischen sechs Impfstoffen. Die Impfquote in dem Land gehört zu den langsamsten der Welt.

BOLIVIEN

MAS unter Druck

La Paz - Nach der Niederlage der linken MAS-Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales bei den Regionalwahlen in Bolivien sind Stimmen nach einer Erneuerung laut geworden. „Es gibt Anführer, die denken, dass ihnen die Partei gehört. Es gibt Anführer, die ihren Stuhl nicht loslassen wollen“, zitierte die bolivianische Zeitung „Página Siete“ Álvaro Chuquimia, einen Leiter der MAS-Jugend in dem wichtigen Department La Paz mit dem gleichnamigen Regierungssitz, am Samstag. Chuquimia vermied jedoch direkte Kritik an dem früheren langjährigen Präsidenten Morales (2006 bis 2019). Danach, dass sich dieser von selbst zurückzieht, sieht es nicht aus. Vielmehr werden dem 61-Jährigen weiter Ambitionen nachgesagt. (dpa/mc)


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