Kontinent in Kürze

BRASILIEN

Lula erwägt Kandidatur

Brasília - Brasiliens Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hat nach der Aufhebung seiner Haftstrafe eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Wenn er gesund bleibe und es nötig sei, dass er noch eine Aufgabe erledige, werde er bei der Wahl dabei sein, sagte der 75-Jährige am Freitag im Interview des portugiesischen Fernsehsenders RTP. Er werde dann immerhin ein Jahr jünger sein als US-Präsident Joe Biden bei dessen Wahlsieg im vergangenen November. Eines sei sicher: „Bolsonaro darf nicht Präsident bleiben.“ Der linke Politiker Lula hatte von 2003 bis 2011 das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas regiert. Vor der Wahl im Jahr 2018 lag das prominenteste Gesicht der Arbeiterpartei erneut in Umfragen vorn. Dann wurde er jedoch wegen Korruption und Geldwäsche zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt und durfte nicht kandidieren. Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro gewann die Wahl und zog am 1. Januar 2019 in den Präsidentenpalast ein.


CHILE

Wahl verschoben

Santiago de Chile - Angesichts der Corona-Pandemie verschiebt Chile die Wahl der Delegierten für eine Verfassungsgebende Versammlung um rund einen Monat. Nach einer tagelangen Debatte billigte die Abgeordnetenkammer am Dienstag eine entsprechende Gesetzesinitiative der Regierung. Statt wie bisher geplant am 10. und 11. April sollen die Delegierten des Verfassungskonvents nun am 15. und 16. Mai gewählt werden. Trotz einer erfolgreichen Impfkampagne waren die Infektionszahlen in Chile zuletzt deutlich gestiegen. Allein im März steckten sich über 170.000 Menschen mit dem Coronavirus an - mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Insgesamt haben sich über eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert; mehr als 23.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.


BRASILIEN

Mehr als 4000 Corona-Tote an einem Tag

Brasília - Mitten in der sich verschärfenden Pandemie hat Brasilien erstmals mehr als 4000 mit dem Coronavirus infizierte Opfer an einem Tag registriert. Innerhalb von 24 Stunden seien 4195 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium des größten Lands Lateinamerikas am Dienstag mit. An den Vortagen waren die Zahlen deutlich niedriger. Medienberichten zufolge wurden nun zahlreiche Todesfälle aus den Osterfeiertagen nachgemeldet. Bislang hatten lediglich die USA mehr als 4000 Tote pro Tag gemeldet. In Brasilien ist die Corona-Pandemie rund ein Jahr nach Beginn weitgehend außer Kontrolle geraten. In vielen Teilen des Landes steht das Gesundheitswesen vor dem Zusammenbruch. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Angesichts zunehmender Kritik an seinem Krisenmanagement baute der Ex-Militär zuletzt sein Kabinett um.


CHILE

Lockdown verschärft

Santiago de Chile - Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie schließt Chile seine Grenzen und verschärft die Ausgangsbeschränkungen. Ab kommenden Montag dürfen Ausländer nicht mehr in das südamerikanische Land ein- und Chilenen nur in Ausnahmefällen ausreisen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Zudem wird der Beginn der nächtlichen Ausgangssperre auf 21 Uhr vorgezogen. Geschäfte dürfen künftig nur noch essenzielle Produkte wie Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel verkaufen. In Teilen des Landes benötigen die Menschen zudem eine Erlaubnis, um ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Trotz einer erfolgreichen Impfkampagne waren die Infektionszahlen in Chile zuletzt deutlich angestiegen. Allein im März steckten sich über 170.000 Menschen mit dem Coronavirus an - mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. (dpa/mc)


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