Kontinent in Kürze

ECUADOR

Gegner gesucht

Quito - Zwei Tage nach der ersten Runde der Präsidentenwahl in Ecuador steht der Gegner des Linkskandidaten Andrés Arauz in der Stichwahl noch immer nicht fest. Wegen rechnerischer Ungenauigkeiten, fehlender Unterschriften der Wahlvorstände oder Beschwerden politischer Parteien müssen 3778 Wahlurnen überprüft und neu ausgezählt werden, wie das Wahlamt am Dienstag mitteilte. Das entspricht 9,45 Prozent aller Urnen. Weitere 741 Urnen aus abgelegenen Gebieten wurden bislang noch gar nicht ausgezählt. Während es der Linkskandidat Arauz mit rund 32 Prozent der Stimmen bereits klar in die Stichwahl am 11. April geschafft hat, ist der zweite Platz noch umstritten. Derzeit liegt der indigene Umweltaktivist Yaku Pérez mit 20,12 Prozent der Stimmen knapp vor dem konservativen Banker Guillermo Lasso mit 19,48 Prozent der Stimmen. Da der Vorsprung so gering ist und rund 1,5 Millionen Stimmen neu ausgezählt werden müssen, könne es noch Tage dauern, bis der zweite Bewerber für die Stichwahl feststeht, hieß es in einem Bericht der Zeitung „El Comercio“.


PERU

Keine Immunität mehr

Lima - Nach einem jahrelangen Konflikt genießen die peruanischen Parlamentsabgeordneten keine Immunität mehr. Interimspräsident Francisco Sagasti unterzeichnete am Freitag vergangener Woche ein entsprechendes Gesetz, nachdem der Kongress des Landes die Verfassungsreform am Vortag mit großer Mehrheit gebilligt hatte. Ex-Präsident Martín Vizcarra hatte der Machtkampf mit dem Parlament im vergangenen Jahr das Amt gekostet. Der parteilose Politiker war immer wieder mit dem Kongress aneinandergeraten. Er warf den Parlamentariern vor, seine Bemühungen im Kampf gegen die Korruption auszubremsen. Gegen etwa die Hälfte der Parlamentarier wird wegen verschiedener Vergehen ermittelt.


CHILE

Venezolaner abgeschoben

Iquique - Nach der Ankunft Hunderter Migranten im Norden Chiles hat die Regierung des Landes zahlreiche Menschen abgeschoben. Am Mittwoch flog die Luftwaffe 86 Migranten nach Kolumbien und Venezuela aus, wie das Innenministerium mitteilte. 52 weitere Menschen wurden in Bussen nach Peru und Bolivien geschickt. Zuletzt waren in der kleinen Ortschaft Colchane an der Grenze zu Bolivien rund 1600 Migranten eingetroffen. Die Menschen übernachteten auf Straßen und Plätzen, die örtlichen Behörden warnten vor einer humanitären Katastrophe. Bei den meisten Migranten handelt es sich um Venezolaner, die vor der wirtschaftlichen und politischen Krise in ihrer Heimat nach Peru geflohen waren. Wegen der schlechten Wirtschaftslage aufgrund der Corona-Krise waren sie nun über Bolivien weiter nach Chile gezogen.


BRASILIEN

Umstrittener Amazonas-Schutz

Brasília - Nach heftiger Kritik an ihrer Umwelt- und Klimapolitik hat die brasilianische Regierung das Programm „Adoptiere einen Park“ zur Bewahrung von Naturschutzgebieten in Amazonien vorgestellt. Einzelpersonen oder Firmen können für 50 Reais oder 10 Euro pro Hektar im Jahr die Patenschaft für einen Nationalpark im Amazonas-Gebiet übernehmen, wie aus einer Mitteilung der Regierung am Dienstag hervorgeht. Die Größe der Parks variiert demnach zwischen 2574 und 3.865.172 Hektar. Es ist nur möglich, einen ganzen Nationalpark zu „adoptieren“. Als erstes erklärte das französische Unternehmen Carrefour die Absicht, die Patenschaft für das 75.000 Hektar große Naturreservat „Reserva Extrativista do Lago do Cuniã“ im nördlichen Bundesstaat Rondônia zu übernehmen. Carrefour versucht seit dem gewaltsamen Tod eines Schwarzen in einem Supermarkt in Rio de Janeiro im November, sein Image in Brasilien zu verbessern.“Greenpeace Brasil“ kritisierte das Programm als Versuch, die Realität zu verbergen. Die Regierung schiebe die Verantwortung für die Finanzierung eines Teils des Umweltschutzes des Landes den Unternehmen zu.


KOLUMBIEN

Tipp aus Kuba

Bogotá - In einem ungewöhnlichen Schritt hat die kubanische Regierung vor einem möglichen Anschlag der linken Guerrillaorganisation ELN in Kolumbien gewarnt. „Die Regierung hat eine Mitteilung des kubanischen Botschafters in Kolumbien über einen mutmaßlichen geplanten Anschlag der ELN erhalten“, sagte Verteidigungsminister Diego Molano am Montag. Zuvor hatte die Zeitung „El Tiempo“ bereits über die Warnung berichtet. Demnach soll die ELN in den kommenden Tagen einen Anschlag in der Hauptstadt Bogotá planen. Bislang stand die kommunistische Führung Kubas den kolumbianischen Rebellen stets wohlwollend gegenüber. Teile der ELN-Führung halten sich immer wieder in Havanna auf. Die kolumbianische Regierung, die USA und die Europäische Union stufen die ELN als terroristische Vereinigung ein.


KOLUMBIEN

Schutz für Venezolaner

Bogotá - Kolumbiens Regierung will fast einer Million venezolanischen Migranten einen temporären Schutzstatus geben. „Dies erlaubt uns einen Prozess der Legalisierung des Status von Migranten, die sich in unserem Land befinden“, sagte der kolumbianische Präsident Iván Duque nach einem Treffen mit UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi in Bogotá am Montag. Der neue Schutzstatus soll demnach zehn Jahre gelten. Er soll auch rund 800.000 Venezolanern, die bereits mit temporären Genehmigungen in dem südamerikanischen Land sind, mehr Sicherheit geben. Sie müssen demnach keine neuen Papiere beantragen. (dpa)


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