• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

KOLUMBIEN

Farc-Kommandeure übernehmen Verantwortung

Bogotá - Frühere Kommandeure der kolumbianischen Farc-Guerrilla haben nach Angaben der Justiz die Verantwortung für den Mord am Konservativenführer Álvaro Gómez Hurtado im Jahr 1995 übernommen. In einem Brief hätten drei heutige Führungspersonen der politischen Partei der Farc im Namen der früheren Führung der Ex-Kämpfer die Verantwortung für sechs Morde zwischen den Jahren 1987 und 2002 übernommen, teilte die Sonderjustiz für den Frieden (JEP) am Samstag mit. Sie hätten angeboten, zur Aufklärung der Taten beizutragen. Unter den anderen Mordopfern waren demnach der Armeegeneral Fernando Landazábal Reyes und der Parlamentsabgeordnete Pablo Emilio Guarín. Das Erschießen von Gómez Hurtado, dem Sohn des Ex-Präsidenten Laureano Gómez, in der Hauptstadt Bogotá war bislang unaufgeklärt. Zu den Unterzeichnern des Briefes, der am 30. September eingegangen sei, gehöre der Senator und frühere Farc-Kommandeur Carlos Lozada. Dieser hatte das Friedensabkommen mitausgehandelt.

GUATEMALA

Präsident hatte Covid-19

Guatemala-Stadt - Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei hat sich nach eigenen Angaben von der Krankheit Covid-19 erholt. Er habe dafür gekämpft und nun sei es geschafft, erklärte der 64-jährige Staats- und Regierungschef in einer Video-Ansprache am Sonntagabend. Gut zwei Wochen zuvor hatte er verkündet, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Er sprach damals von einem leichten Fall, sagte aber auch, er fühle sich, als sei er von einem Zug überfahren worden. Seitdem hatte er von zu Hause gearbeitet und war mehrmals per Video in Erscheinung getreten. Giammattei ist gelernter Arzt. Seit seiner Jugend leidet er an Multipler Sklerose. Auch die anderen zwei lateinamerikanischen Präsidenten, bei denen bisher eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 bestätigt wurde - der Brasilianer Jair Bolsonaro und der Honduraner Juan Orlando Hernández - gelten als genesen.

CHILE

Gewalttätiger Polizist verhaftet

Santiago de Chile - Gegen einen Polizisten in Chile ist Haftbefehl erlassen worden, nachdem er einen jugendlichen Demonstranten eine Brücke hinuntergestoßen hatte. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte den 22-jährigen Beamten am Sonntag in einer Gerichtsanhörung per Videokonferenz, die live im Internet übertragen wurde, des versuchten Mordes. Videos von dem Vorfall bei einer regierungskritischen Demonstration am vergangenen Freitag in der Hauptstadt Santiago hatten in Chile Empörung ausgelöst. In den Videos ist zu sehen, wie der Polizist in einen 16-Jährigen, der als Teil einer Gruppe davonläuft, seitlich hineinrennt und ihn stößt, so dass dieser über das Gelände der Brücke Pío Nono stürzt. Der Jugendliche überlebte den Fall aus rund sieben Metern Höhe auf das Ufer des Río Mapocho mit einem Schädel-Hirn-Trauma sowie gebrochenen Handgelenken, wie örtliche Medien unter Berufung auf das Krankenhaus berichteten. Sein Zustand am Sonntag war demnach stabil.

BRASILIEN

Bolsonaro light

Brasília - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat den als moderat geltenden Kássio Nunes für einen frei werdenden Sitz am Obersten Gericht Brasiliens nominiert. Dies ging aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt am Freitag hervor. Der 48-jährige Nunes soll Nachfolger des Richters Celso de Mello werden, der vorzeitig in Ruhestand geht. Er muss sich noch von der absoluten Mehrheit der Senatoren bestätigen lassen. Wie in den USA nach dem Tod der Liberalen-Ikone Ruth Bader Ginsburg war auch in Brasilien eine konservativ-religiöse Besetzung erwartet worden. Bolsonaro hatte im Juli vergangenen Jahres gesagt, dass von den zwei Richtern, die er berechtigt ist zu benennen, einer „schrecklich evangelikal“ sein werde. Nunes ist katholisch und wird von dem „Centrão“ - kleinen und kleinsten Parteien, die ihre Unterstützung gegen Ämter und Posten tauschen - unterstützt. 2011 war er von der damaligen linken Präsidentin Dilma Roussef an ein Regionalgericht in der Hauptstadt Brasília berufen worden. Nach einer Analyse der BBC Brasil steht er der Bolsonaro-Regierung in Indigenen- und Umweltfragen nahe sowie wenn es um den Agrarsektor geht. (dpa)

Im Blickfeld: Rechtsoffensive

Von Stefan Kuhn

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