• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

PERU

Regierungskrise

Lima - Perus Premierminister Pedro Cateriano ist mit einem Vertrauensvotum im Parlament gescheitert und hat damit eine Regierungskrise in dem Andenstaat ausgelöst. Der Antrag wurde mit 37 zu 54 Stimmen - bei 34 Enthaltungen - abgelehnt, wie die peruanische Nachrichtenagentur Andina am Dienstag berichtete. „Als Demokrat respektiere ich, was die Mehrheit sagt“, sagte Cateriano nach der Abstimmung, die ihn und das Kabinett zum Rücktritt zwingt. Präsident Martin Vicarra ist gezwungen, in der grassierenden Corona-Pandemie eine neue Regierung zu bilden. Vizcarra hatte erst Mitte Juli den Premierminister und mehrere andere Minister ausgetauscht, nachdem die hohen Coronavirus-Zahlen des Landes und die Wirtschaftskrise seine Popularität geschmälert hatten. Zuvor hatte er für April 2021 zu Präsidenten- und Parlamentswahlen aufgerufen. In Peru haben sich mehr als 440.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 20.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

BRASILIEN

Regierungsvirus

Brasília - In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als „Chefe da Casa Civil“ vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert. Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ am Montag unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen. In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert. Auch Staatschef Bolsonaro war nach eigener Aussage positiv getestet worden - ebenso wie Präsidentengattin Michelle. Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 96.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

BOLIVIEN

Luftbrücke für Patienten

La Paz - Boliviens Regierung hat eine Luftbrücke errichtet, um Sauerstoff für Corona-Patienten in drei von Straßenblockaden abgeschnittene Städte zu fliegen. Demonstranten, die der linken MAS-Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales nahe stehen, demonstrieren mit Blockaden für die Einhaltung des Wahltermins am 6. September. Die Zeitung „La Razón“ berichtete von 75 Blockaden in sechs Departments. 400 Sauerstoffflaschen seien nach La Paz, Cochabamba und Oruru geflogen worden, teilte das bolivianische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Das Oberste Wahlgericht des Andenstaats hatte die Wahlen eines neuen Präsidenten und eines neuen Parlaments zuletzt ein weiteres Mal auf den 18. Oktober verschoben.

BRASILIEN

Kein Geld für Helden

Brasília - Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sein Veto gegen eine finanzielle Unterstützung für Gesundheitspersonal eingelegt, das durch seine Tätigkeit in der Corona-Krise arbeitsunfähig geworden ist. Er begründete sein Veto nach brasilianischen Medienberichten damit, dass das Gesetzesprojekt verfassungswidrig sei, weil es fortwährende Ausgaben in einer Zeit des Finanznotstands bedeute. Das Projekt, das der Kongress im Juli verabschiedet hatte, sah eine einmalige Zahlung von jeweils 50.000 Reais, umgerechnet etwa 8000 Euro, für Pfleger, Ärzte und anderes Gesundheitspersonal vor. Viele Pfleger und Ärzte geraten an ihre körperlichen und geistigen Grenzen. Seit Monaten bewegen sie sich zwischen Krankenhaus und Zuhause, sehen Familie und Freunde nicht und leben in der ständigen Angst, sich selbst zu infizieren. Der Kongress kann Bolsonaros Einsprüche prüfen und diesen folgen oder sie zu Fall bringen.

MEXIKO

Kartell-Boss festgenommen

Mexiko-Stadt - In der mexikanischen Stadt Apaseo el Alto ist José Antonio Yépez Ortiz alias „El Marro“, der Chef des mächtigen Verbrecherkartells Santa Rosa de Lima, festgenommen worden. In einer Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es, fünf weitere Personen seien verhaftet, ein Arsenal sichergestellt und eine entführte Unternehmerin aus Apaseo el Alto, dem Ort der Festnahme, befreit worden. „El Marro“ werde in das Hochsicherheitsgefängnis „El Altiplano“ gebracht, schrieb Mexikos Sicherheitsminister Alfonso Durazo auf Twitter. Er werde einem Bundesrichter vorgeführt, der den Haftbefehl wegen organisierter Kriminalität und Benzindiebstahls erlassen habe.

CHILE

Keine Plastiktüten

Santiago de Chile - Chile ist das erste Land in Lateinamerika, in dem die Ausgabe von Plastiktüten in allen Arten von Geschäften verboten ist. „Wir setzen die letzte Etappe dieses Gesetzes um“, zitierte die chilenische Zeitung „La Tercera“ Umweltministerin Carolina Schmidt am Montag. Nachdem das Gesetz im August 2018 in Kraft getreten war, hatten die großen Supermarktketten sechs Monate Zeit, um die neuen Vorschriften umzusetzen. Kleinere Läden bekamen eine Frist von zwei Jahren. Wer nun noch Plastiktüten verteilt, kann mit Bußgeldern von bis zu umgerechnet etwa 350 Dollar bestraft werden. Dem Umweltministeriums zufolge wurde dank dieses Gesetzes seit 2018 der Verbrauch von etwa fünf Milliarden Plastikbeuteln vermieden. (dpa)

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