Kontinent in Kürze


BRASILIEN/UKRAINE

Selenskyj kritisiert Bolsonaro

Rio de Janeiro - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kritik an der Haltung seines brasilianischen Amtskollegen Jair Bolsonaro zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geübt. “Ich unterstütze seine Position der Neutralität nicht”, sagte Selenskyj im brasilianischen Fernsehen am Dienstagabend nach einem Telefonat mit Bolsonaro tags zuvor. Selenskyj verglich dessen Position mit der von Staatschefs zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.


BRASILIEN

Sorge um Sicherheit der Kandidaten

Kurz vor der Nominierung von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zum Präsidentschaftskandidaten der linken Arbeiterpartei PT in Brasilien wächst die Sorge vor einer Gewaltzunahme im Wahlkampf. Nach Todesschüssen eines mutmaßlichen Anhängers des rechten Staatschefs Jair Bolsonaro auf einen Funktionär der Arbeiterpartei sagte der Politikwissenschaftler Felipe Borba von der Universität Unirio in Rio de Janeiro der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: „Die Erwartungen, die ich habe, sind alles andere als gut. Ich erwarte, dass die politische Gewalt vor der Wahl von jetzt an zunimmt.“ Ex-Präsident Lula soll am Donnerstag als Präsidentschaftskandidat seiner Partei für die Wahl am 2. Oktober nominiert werden, Bolsonaro als Kandidat seiner Partei Partido Liberal in Rio de Janeiro am Sonntag. Ab 16. August ist in Brasilien offiziell Wahlkampf erlaubt.

BRASILIEN

Bolsonaro sät Zweifel

Brasília - Rund drei Monate vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Jair Bolsonaro bei einem Treffen mit Botschaftern das elektronische Wahlsystem in Brasilien erneut in Zweifel gezogen. Bolsonaro gründete seine Behauptungen in der Präsidentenresidenz in Brasília gegenüber den Diplomaten auf Verdachtsmomenten im Zusammenhang mit der Wahl 2018, die offizielle Stellen bereits ausgeräumt hatten, wie unter anderem das Nachrichtenportal „G1“ und die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Montag berichteten. Im Mai hatte das brasilianische Wahlsystem einen Sicherheitstest des Obersten Wahlgerichts bestanden. Das Wahlsystem in Brasilien - mit 210 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas - ist vollständig elektronisch. Die Tests finden regelmäßig zur Vorbereitung auf Wahlen statt, haben aber unter dem rechten Bolsonaro eine besondere Bedeutung bekommen. Bolsonaro sät immer wieder Zweifel an der Verlässlichkeit des Wahlsystems. Im vergangenen Jahr scheiterte er mit einem Reformversuch. Der rechte Politiker will sich bei der anstehenden Präsidentenwahl eine weitere Amtszeit sichern. In jüngsten Umfragen liegt der linke Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva weit vor Bolsonaro.


MEXIKO

Drogenboss festgenommen

Mexiko-Stadt - Mexiko ist um einen „Helden auf vier Pfoten“ („El Universal“) reicher: Such- und Rettungshund Max war es, der einen der einst mächtigsten Kriminellen des nordamerikanischen Landes im Gebüsch aufspürte, so dass dieser erneut festgenommen und inhaftiert werden konnte. Die erste Nacht nach der Festnahme verbrachte Rafael Caro Quintero - der von den USA meistgesuchte mexikanische Drogenboss - bereits im Hochsicherheitsgefängnis von Almoloya, 85 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, wie die mexikanische Zeitung „El Universal“ am Samstag berichtete. Dort sollte er laut Generalstaatsanwaltschaft untergebracht werden. Die Marine hatte die Festnahme von Caro Quintero am Freitag bestätigt. Er galt im Mexiko der 1980er Jahre - wie Pablo Escobar in Kolumbien - als „Drogenboss der Drogenbosse“. In einem Video war zu sehen, wie er in Jeans und Hemd von Mitgliedern der Marine abgeführt wurde. Die Festnahme erfolgte laut US-Botschafter Ken Salazar allein durch die mexikanische Regierung. Der Mitgründer des ehemaligen Guadalajara-Kartells, des ersten großen Drogen-Kartells in Mexiko, war seit 2013 auf der Flucht. Der Drogenboss wurde in der Ortschaft San Simón in den Bergen des nordwestlichen Bundesstaates Sinaloa festgenommen. Zuletzt soll er das kleinere Caborca-Kartell angeführt haben. (dpa)


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