Kontinent in Kürze


USA / KUBA

Hochrangige Gespräche

Washington/Havanna - Erstmals seit vier Jahren haben die USA und Kuba auf hoher diplomatischer Ebene direkte Gespräche über Migration geführt. Es sei unter anderem um die Umsetzung bestehender Einwanderungsabkommen gegangen, teilte das US-Außenministerium vor wenigen Tagen mit. Die Zahl der Kubaner, die versuchten, auf illegale Weise in die USA zu gelangen, habe erheblich zugenommen, sagte Sprecher Ned Price vor Journalisten. Dies unterstreiche die Dringlichkeit der Gespräche in Washington.


KOLUMBIEN

Friedensprozess

Ocaña - Im Friedensprozess in Kolumbien haben ehemalige Soldaten erstmals ihre Beteiligung an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit öffentlich eingeräumt. Zehn Ex-Militärs, darunter ein ehemaliger General, sprachen am Dienstag bei einer Anhörung der Sonderjustiz für den Frieden (JEP) in der Stadt Ocaña im Department Norte de Santander über die sogenannte Praxis der „falsos positivos“ (falsche Resultate) während des Konflikts zwischen staatlichen Sicherheitskräften und linken Guerillagruppen. Dabei töteten Soldaten unschuldige Zivilisten und gaben sie später als im Kampf getötete Rebellen aus, um von der Militärführung geforderte Quoten zu erfüllen.


PARAGUAY

Kokain beschlagnahmt

Pedro Juan Caballero - Im Nordosten von Paraguay hat die Polizei über eine Tonne Kokain beschlagnahmt. Das Rauschgift wurde in einem Haus in der Stadt Pedro Juan Caballero an der Grenze zu Brasilien sichergestellt, wie die Anti-Drogenbehörde des Landes am Samstag mitteilte. Die Beamten nahmen bei dem Einsatz einen Brasilianer und einer Paraguayerin fest. In Paraguay sind eine Reihe von kriminellen Organisationen aktiv. Vor allem im Dreiländereck zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien blüht der Schmuggel.


ECUADOR

Auslieferung von Correa gefordert

Quito/Brüssel - Ecuador hat die Auslieferung des früheren Staatschefs Rafael Correa aus Belgien beantragt. Der Ex-Präsident solle in seinem Heimatland seine Haftstrafe verbüßen, hieß es in einer Mitteilung des Nationalen Gerichtshofs in Ecuador. Nach Angaben seines Anwalts wurde ihm in Belgien allerdings Asyl gewährt. Er sei als politisch Verfolgter anerkannt worden, teilte Christophe Marchand am Samstag auf Anfrage mit. Der frühere Staatschef (2007-2017) war vor zwei Jahren in Abwesenheit wegen Korruption zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

EL SALVADOR

Ausnahmezustand verlängert

El Salvador - Im Kampf gegen mächtige Jugendbanden hat das Parlament in El Salvador den Ausnahmezustand um 30 Tage verlängert. 67 Abgeordnete stimmten in der Nacht auf Montag für die Verlängerung, fünf dagegen und drei enthielten sich. Durch den Ausnahmezustand werden eine Reihe von Grundrechten ausgesetzt wie die Versammlungsfreiheit und das Fernmeldegeheimnis. Seit Beginn des Ausnahmezustands vor einem Monat gehen die Sicherheitskräfte des Landes massiv gegen die Banden vor. In nur vier Wochen nahm die Polizei über 16.000 mutmaßliche Verbrecher fest.


USA / MEXIKO

Andrang von Migranten erwartet

Washington - Einen Monat vor der Abschaffung einer pandemiebedingten weitgehenden Beschränkung der Einwanderung an der südlichen Grenze zu Mexiko bereitet sich die US-Regierung auf einen Andrang von Migranten vor. Es sei davon auszugehen, „dass die Zahl der Migranten zunehmen wird“, zumal Schmuggler die neue Lage für ihre Zwecke missbrauchen dürften, hieß es am Dienstag in einem Memorandum von Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas. Die Pandemie-Regelung soll am 23. Mai auslaufen.


HONDURAS

Ex-Präsident ausgeliefert

Tegucigalpa/Washington - Knapp drei Monate nach dem Ende seiner Amtszeit ist der frühere Präsident von Honduras an die USA ausgeliefert worden. Juan Orlando Hernández wurde vor wenigen Tagen am Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa Beamten der US-Antidrogenbehörde DEA übergeben, wie live im Fernsehen zu sehen war. Der 53-Jährige muss sich wegen Verschwörung zum Drogenschmuggel und Waffendelikten vor einem Bundesgericht in New York verantworten. (dpa/mc)


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