Kontinent in Kürze


COSTA RICA

Stichwahl am Sonntag

San José - Die Costa-Ricaner haben einen neuen Präsidenten gewählt. Bei der Stichwahl am Sonntag bewarben sich der frühere Staatschef José María Figueres von der Zentrumspartei PLN und der ehemalige Finanzminister Rodrigo Chaves von der sozialdemokratischen PPSD um das höchste Amt im Land. In den jüngsten Umfragen lag Chaves knapp vorn. Der Sieger tritt am 8. Mai die Nachfolge des Sozialdemokraten Carlos Alvarado an, der aus verfassungsrechtlichen Gründen bei der Wahl nicht kandidieren durfte. Costa Rica gilt als eines der politisch stabilsten Länder in Mittelamerika. In der von Gewalt geprägten Region kommt es seit Jahrzehnten ohne Streitkräfte aus. Costa Rica ist Vorreiter bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie und hat einen großen Teil des Staatsgebiets unter Naturschutz gestellt.


PERU

Krawalle nach Ausgangssperre

Lima - Nach dem Ende der Ausgangssperre in Lima haben sich Demonstranten und Polizisten in Lima schwere Auseinandersetzungen geliefert. Aufgebrachte Menschen drangen am Dienstag in den Sitz des Obersten Gerichtshofs ein und nahmen Computer, Mikrowellen, Stühle und Feuerlöscher mit, wie der Radiosender RPP berichtete. Die Beamten feuerten Tränengas in die Menge und trieben die Demonstranten schließlich zurück. Zuvor hatte Präsident Pedro Castillo die wenige Stunden zuvor verhängte Ausgangssperre für die Hauptstadt und die angrenzende Hafenstadt Callao wieder aufgehoben. Mit der Ausgangssperre hatte der linke Staatschef nach tagelangen Protesten und Krawallen die öffentliche Ordnung wieder herstellen wollen. Die nationale Ombudsstelle nannte die Maßnahme verfassungswidrig.


EL SALVADOR

Haftstrafen für Graffiti in

San Salvador - Als Teil einer groß angelegten Kampagne gegen Banden hat El Salvadors Regierung das Verbreiten von deren Botschaften - ausdrücklich auch in Form von Graffiti - unter Strafe gestellt. Mit 10 bis 15 Jahren Haft soll ab sofort das Verbreiten von Botschaften, "die auf kriminelle Vereinigungen anspielen", in jedweder Form des visuellen Ausdrucks auf öffentlichem oder privatem Grund bestraft werden, wie das Parlament des mittelamerikanischen Landes am Dienstagabend entschied. Als Straftat gilt demnach auch die mediale Wiedergabe von Nachrichten oder Mitteilungen, die mutmaßlich von kriminellen Vereinigungen stammen. Das sei ein klarer Versuch, die Medien zu zensieren, teilte die salvadorianische Journalistenvereinigung APES am Mittwoch mit.


CHILE

Ex-Militärchef festgenommen

Santiago de Chile - Der frühere Oberkommandierende des chilenischen Heeres ist wegen Betrugsvorwürfen vorläufig festgenommen worden. Ricardo Martínez erschien am Freitag im Büro der Sonderermittlerin Romy Rutherford und verweigerte die Aussage zu den ihm zur Last gelegten Vergehen, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Daraufhin wurde der General vorläufig festgesetzt. Am Tag zuvor hatte Martínez Beschwerde beim Verfassungsgericht eingelegt, weil sein Anwalt nach chilenischem Militärrecht bei der Aussage vor der Untersuchungsrichterin nicht anwesend sein durfte. (dpa/mc)


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