Kontinent in Kürze

KOLUMBIEN

Linke gestärkt

Bogotá - Zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist das linke Wahlbündnis "Pacto Histórico" bei der Parlamentswahl eine der stärksten Kräfte geworden und hat sich neben der liberalen und der konservativen Partei etabliert. Nach Auszählung von 99,41 Prozent der Stimmen kam die liberale Partei bei der Abstimmung am Sonntag auf 32 Sitze im Repräsentantenhaus und 15 Sitze im Senat. Der "Pacto Histórico" erreichte aus dem Stand 25 Sitze im Repräsentantenhaus und 16 Sitze im Senat, die konservative Partei ebenfalls. Die Wahl galt als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl am 29. Mai.


BRASILIEN

Abholzung auf Rekordniveau

Rio de Janeiro - 199 Quadratkilometer Regenwald sind im brasilianischen Amazonasgebiet allein im Februar durch Abholzung verloren gegangen. Dies ist der höchste Wert für den Monat Februar seit dem Jahr 2015, wie das Nationale Institut für Weltraumforschung (Inpe) unter Berufung auf vorläufige Zahlen am vorigen Freitag berichtete. Das Inpe wertet Satellitenbilder aus. Mit einer schnellen Erhebung untersucht es die Veränderungen des Waldes in Echtzeit. Die Zahlen des Inpe geben so einen Hinweis darauf, wie sich die offizielle Entwaldungsrate bezogen auf ein Jahr (August bis Juli) entwickeln könnte.


HONDURAS

Ex-Präsident wird ausgeliefert

Tegucigalpa - Der bis vor weniger als zwei Monaten in Honduras regierende Ex-Präsident Juan Orlando Hernández soll an die USA ausgeliefert werden. Ein Richter des Obersten Gerichtshofs gab einem entsprechenden Antrag eines Bundesgerichts in New York nach Berücksichtigung der Beweise am Mittwoch statt, wie die Justiz von Honduras auf Twitter mitteilte. Hernández wird demnach in den USA wegen Vorwürfen unter anderem der Verschwörung zum Drogenschmuggel und zum Waffengebrauch gesucht. Er kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

MEXIKO

Kartell-Boss nach USA abgeschoben

Nuevo Laredo - Mexiko hat den mutmaßlichen Anführer eines Drogenkartells in die USA abgeschoben. Die Festnahme des mutmaßlichen Gangsters Juan Gerardo Treviño, alias "El Huevo" (Das Ei), hatte in der Nacht zum Montag in der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo eine Gewaltwelle ausgelöst. Gegen Treviño lagen Haftbefehle in zwei mexikanischen Bundesstaaten unter anderem wegen des Verdachts auf Mord, Terrorismus und Erpressung vor, wie Vizesicherheitsminister Ricardo Mejía am Dienstag bei einer Pressekonferenz mitteilte.


EL SALVADOR

Haftbefehl gegen Ex-Präsidenten

San Salvador - Wegen seiner mutmaßlichen Rolle bei einem Massaker an Jesuitenpriestern im Bürgerkrieg in El Salvador ist gegen den ehemaligen Präsidenten Alfredo Cristiani Haftbefehl erlassen worden. Ein Richter in der Hauptstadt San Salvador erließ am Freitag auch Haftbefehle gegen fünf weitere Beschuldigte, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Darunter war auch der frühere Oberst und Vize-Verteidigungsminister Inocente Montano, der wegen des Falls bereits eine gut 133-jährige Haftstrafe in Spanien verbüßt. Das Massaker fand im November 1989 auf dem Campus der Universidad Centroamericana UCA in San Salvador statt.


GUATEMALA

Präsident unterschreibt nicht

Guatemala-Stadt - Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei will ein Gesetz, das die gleichgeschlechtliche Ehe verbietet und das Strafmaß für Abtreibungen verschärft, nicht unterschreiben. Es verstoße gegen die Verfassung und internationale Abkommen, er werde daher sein Veto einlegen, erklärte der konservative Politiker am Donnerstag in einer Ansprache. Das Parlament hatte das "Gesetz zum Schutz des Lebens und der Familie" am Dienstag - dem Weltfrauentag - mit großer Mehrheit verabschiedet.

MEXIKO

Erbost über EU-Resolution

Mexiko-Stadt/Brüssel - Mit einem wütenden Brief hat die mexikanische Regierung auf eine Resolution des Europaparlaments zu Gewalt gegen Journalisten und Aktivisten in Mexiko reagiert. "Vergessen Sie nicht, dass wir nicht mehr irgendjemandes Kolonie sind", hieß es in dem Brief, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. "Lassen Sie Ihre als gute Absichten getarnte Einmischungsmanie hinter sich. Sie sind nicht die Weltregierung". In der Resolution hatte das EU-Parlament "die Bedrohung, Schikanierung und Ermordung von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern in Mexiko, einschließlich Umweltschützern sowie indigenen Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften" verurteilt.


KOLUMBIEN

Betancourt kandidiert

Bogotá - Die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt bewirbt sich rund 20 Jahre nach ihrer Entführung durch die Guerillaorganisation Farc zum zweiten Mal um das Präsidentenamt in Kolumbien. Die 60-Jährige schrieb sich vor wenigen Tagen offiziell als Kandidatin der Grünen Partei für die Präsidentenwahl am 29. Mai ein. Ihr Bewerber für das Amt des Vizepräsidenten wird Oberst José Luis Esparza, der maßgeblich an ihrer Befreiung im Jahr 2008 beteiligt war. Betancourt war 2002 während ihrer ersten Kandidatur um das höchste Staatsamt entführt worden und blieb sechs Jahre in der Gewalt der linksgerichteten Rebellen, bevor die Streitkräfte sie befreiten.

CHILE

Schüsse bei Besuch des Innenministerin

Temucuicui - Bei einem Besuch der chilenischen Innenministerin Izkia Siches in einer Unruheprovinz im Süden des Landes sind Schüsse gefallen. Die Ministerin sei in der Region Araucanía auf dem Weg in ein Dorf der indigenen Volksgruppe Mapuche gewesen, berichtete der Radiosender Cooperativa am Dienstag. Dann hätten Unbekannte Schüsse abgefeuert und Bäume in Brand gesteckt. Siches sei in eine Polizeiwache gebracht worden.


KOLUMBIEN / USA

Wichtiger US-Verteidigungspartner

Washington - US-Präsident Joe Biden will Kolumbien als besonders wichtigen Verteidigungspartner der Vereinigten Staaten einstufen. Kolumbien den Status als wichtiger Nicht-Nato-Verbündeter zu verleihen, stelle eine "Anerkennung der singulären und engen Beziehung zwischen unseren Ländern" dar, sagte Biden vor wenigen Tagen im Weißen Haus während eines Besuchs seines kolumbianischen Amtskollegen Iván Duque. Die USA und Kolumbien werden ihre Zusammenarbeit weiter verstärken, um regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen, wie Biden weiter sagte. (dpa/mc)



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