• Argentinisches Tageblatt

Kontinent in Kürze

BOLIVIEN

Neuer Wahltermin

La Paz - Bolivien will am 6. September einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament wählen. Das Oberste Wahlgericht des Andenstaats veröffentlichte am vergangenen Freitag einen entsprechenden Kalender mit dem Wahltermin. Die zunächst für den 3. Mai vorgesehenen Wahlen waren wegen der weitgehenden Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie zunächst auf einen nicht festgelegten späteren Termin verschoben worden. Die Wahlen waren nach den Unruhen nach der Präsidentenwahl vom 20. Oktober für den 3. Mai angesetzt worden. Der damalige Präsident Evo Morales war auf Druck des Militärs zurückgetreten. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. In Bolivien übernahm daraufhin eine Interimsregierung mit der konservativen Übergangspräsidentin Jeanine Áñez die Amtsgeschäfte, die die Wahlen organisierten sollte. Die Anhänger des linksgerichteten Morales sowie seine Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch. Der Ex-Präsident lebt derzeit im Exil in Argentinien. Weil er keinen ständigen Wohnsitz in Bolivien hat, untersagte ihm die bolivianische Wahlbehörde die Kandidatur für einen Sitz im Senat des Landes.

CHILE

Quarantäne verlängert

Santiago de Chile - Angesichts der weiter steigenden Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen in Teilen des Landes erneut verlängert. Die Quarantäne für den Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago de Chile sowie einige weitere Bezirke im Rest des Landes gelte noch mindestens bis Ende kommender Woche, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. In den betroffenen Gebieten lebt mehr als die Hälfte aller Chilenen. Bislang haben sich in Chile 282.043 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Damit liegt Chile nach Brasilien und Peru an dritter Stelle in Südamerika. 5753 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Viele Krankenhäuser haben ihre Belastungsgrenze bereits erreicht.

MEXIKO

Leichenfund

Mexiko-Stadt - In Mexiko sind Überreste gefunden worden, die möglicherweise zu einigen der 43 Studenten gehören, die im Jahr 2014 entführt und mutmaßlich ermordet wurden. Die Überreste seien zur Identifizierung an die Universität Innsbruck in Österreich geschickt worden, teilte Mexikos Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz Manero am Dienstag mit. Einzelheiten zu dem Fund nannte er nicht. Der Fall hatte vor fast sechs Jahren weltweit Entsetzen ausgelöst. Polizisten hatten die 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa in der Nacht zum 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos (Vereinte Krieger) übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und auf einer Müllkippe verbrannt. Unabhängige Untersuchungen ergaben allerdings, dass es dafür nicht genug Beweise gibt.


MEXIKO/USA

Präsidententreffen

Mexiko-Stadt - Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador will sich nächste Woche in Washington mit US-Präsident Donald Trump treffen. Es ist seine erste Auslandsreise nach mehr als eineinhalb Jahren im Amt. Nach der Ankündigung der Reise vergangene Woche teilte López Obrador am Donnerstag den Termin mit - am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche wird es demnach Gespräche zwischen den zwei Regierungen geben. Anlass ist das Inkrafttreten des neuen nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA am Mittwoch. Nach Washington eingeladen ist deshalb nach mexikanischen Angaben auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau - seine Zusage stehe noch aus.

VENEZUELA

Ärger mit EU

Caracas/Brüssel - Nach einer neuen Sanktionsrunde der Europäischen Union gegen Venezuela hat die Regierung die EU-Botschafterin Isabel Brilhante Pedrosa des Landes verwiesen. „Ich habe mich dazu entschieden, der Botschafterin der Europäischen Union in Caracas 72 Stunden Zeit zu geben, um unser Land zu verlassen“, sagte Präsident Nicolás Maduro am Montag. „Schluss mit dem europäischen Kolonialismus gegen Venezuela.“ Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte die Ausweisung am Dienstag und kündigte eine Gegenreaktion an. Die EU hatte zuvor ihre Sanktionen gegen Unterstützer von Maduro ausgeweitet. Betroffen sind elf Amtsträger, denen eine Beteiligung an Handlungen gegen die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vorgeworfen wird. Sie sollen zum Beispiel dafür gesorgt haben, dass Mitglieder der Nationalversammlung politisch verfolgt werden können, oder für Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit verantwortlich sein. Alle elf Betroffenen sind nun mit EU-Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt.

BRASILIEN

Noch kein Bildungsminister

Brasília - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Ernennung von Carlos Decotelli zum neuen Bildungsminister für nichtig erklärt. Bolsonaro hatte die Wahl des Nachfolgers von Abraham Weintraub in der vergangenen Woche bekanntgegeben. Decotelli wäre in 18 Monaten bereits der dritte Amtsinhaber auf dem Posten gewesen. Im Kabinett von Bolsonaro gab es zuletzt eine Reihe von Rücktritten und Entlassungen - darunter der populäre Justizminister Sergio Moro, mehrere Gesundheitsminister und Weintraub. An Decotellis Angaben über seine akademische Laufbahn waren verstärkt Zweifel aufgekommen. In seinem Lebenslauf hatte es geheißen, dass er zwei Jahre - von 2015 bis 2017 - ein Postdoktorat an der Bergischen Universität Wuppertal gemacht habe. Wie die Universität der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, war Decotelli dort aber 2016 nur drei Monate zu einem Forschungsaufenthalt. Einen Titel habe Decotelli an der Universität nicht erworben. Auch einen Doktortitel in Argentinien soll er entgegen seiner Angaben nicht erhalten haben. (dpa)

Starke Erholung der US-Wirtschaft

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