• Argentinisches Tageblatt

Kicillof klar vor Vidal

Provinz Buenos Aires vor Machtwechsel

Wahlsieger Axel Kicillof (r.) (Foto: fb)

Buenos Aires (AT/mc) - Wie auf nationaler Ebene deutet auch in der Provinz Buenos Aires alles auf einen politischen Wechsel hin. Bei den Vorwahlen für das Gouverneursamt erlitt Amtsinhaberin María Eugenia Vidal eine schwere Niederlage. Die Parteifreundin von Präsident Mauricio Macri konnte lediglich 32,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Strahlender Wahlsieger war hingegen ihr Herausforderer Axel Kicillof von „Frente de Todos“ (Bündnis von allen). Der einstige Wirtschaftsminister von Cristina Fernández de Kirchner brachte es auf satte 49,3 Prozent der Stimmen.

Abgeschlagen auf Platz drei landete Eduardo Bucca vom Bündnis „Consenso Federal“ (Föderales Konsens), der 5,8 Prozent verbuchte. Linksaußen-Kandidat Christian Castillo folgte mit 3,2 Prozent.

Der Wirtschaftswissenschaftler Kicillof leitete von 2013 bis 2015 das Wirtschaftsressort der Nation. Er stand für eine protektionistische Wirtschaftspolitik, was sich beispielsweise in den Devisenkaufverboten widerspiegelte. Das kürzlich erzielte Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union bezeichnete er als „Tragödie“.

Das Wahlergebnis interpretierte Kicillof mit den Worten: „Der Sieg bedeutet, dass die Leute eine andere Provinz wollen, in der andere Prioritäten gesetzt werden.“ Hier nannte er Produktion, Gesundheit und Schulbildung als die Felder, auf denen dringend Verbesserungen herbeigeführt werden müssten. Er beklagte Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit und Verlust an Kaufkraft.

Vidal äußerte sich am Wahlabend nicht zu der Niederlage. Erst am Folgetag erklärte sie, dass noch ein Wahlgang bleibe, um das Blatt noch einmal zu wenden. Den Wertverlust des Pesos nach den Vorwahlen wertete sie als „Botschaft der Welt“, deren Auswirkungen auf die Bevölkerung es nun zu lindern gelte. „Ich bleibe vorerst Gouverneurin. Wir werden unsere Präsenz verstärken für diejenigen, die uns jetzt brauchen“, so Vidal. Der Politikerin war es 2015 überraschend gelungen, in der traditionell peronistisch orientierten Provinz zu gewinnen. Die Provinz Buenos Aires ist der mit Abstand bevölkerungsreichste Gliedstaat. Dementsprechend groß ist auch die politische Wichtigkeit.

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