„Kampf um Souveränität“

Actualizado: 8 de dic de 2020

Gedenken an Vuelta de Obligado / Kritik am Freihandel

Alberto Fernandez
Alberto Fernández am Denkmal für die Seeschlacht von Vuelta de Obligado. (Foto: Casa Rosada)

Buenos Aires (AT/mc) - „Wir kämpfen für Souveränität auf den Gebieten der Kultur, Technologie, Wissenschaft und Nahrungsmittel.“ Mit diesen Worten zog Alberto Fernández anlässlich des „Tags der nationalen Souveränität“ den Bogen von der argentinischen Geschichte zur Gegenwart. Der Präsident war am Montag in den Bezirk San Pedro (Provinz Buenos Aires) gekommen, um am Denkmal der Seeschlacht von Vuelta de Obligado des historischen Geschehens vom 20. November 1845. Damals stellten sich argentinische Truppen einer britisch-französischen Flotte entgegen.

„Souverän sein heißt, nicht von anderen abhängig zu sein. Zudem bedeutet es, als Gesellschaft die Möglichkeiten unserer Entwicklung zu verteidigen sowie Herr unseres eigenen Schicksal und Bauherren unserer Zukunft zu sein“, formulierte der Staatschef.

Die Geschichte wiederhole sich, und manchmal scheine es, als kämpfe man ähnliche Kämpfe wie damals, so Fernández, der in diesem Zusammenhang auch die argentinischen Hoheitsansprüche auf die seit 1833 britisch verwalteten Inseln im Südatlantik bekräftigte.

Auch den internationalen Freihandel ordnete der Präsident in diesem Sinne ein: Hinter diesem habe sich in der Geschichte immer schon ein „System der Unterordnung“ verborgen, durch das Argentinien auf die Rolle eines Rohstofflieferanten festgelegt worden sei. Unter Fernández‘ Führung zog sich Argentinien aus laufenden Verhandlungen des Mercosur über Freihandelsabkommen mit Kanada, Südkorea und Singapur zurück. Am Abkommen des südamerikanischen Wirtschaftsbündnisses mit der EU, für das 2019 bereits ein Grundsatzvereinbarung erzielt werden konnte, will die Fernández-Regierung nach ihren bisherigen Beteuerungen jedoch festhalten.

Neben Fernández nahmen unter anderen Provinzgouverneur Axel Kicillof, Kabinettschef Santiago Cafiero und Malwinen-Staatssekretär Daniel Filmus an der Kundgebung in San Pedro teil.

Die Schlacht von Vuelta de Obligado fand auf dem Paraná-Fluss zwischen der argentinischen Konföderation und einer britisch-französischen Flotte statt. Die Argentinier unter dem Kommando von General Lucio N. Mansilla setzten Ketten ein, um die Weiterfahrt der Europäer zu verhindern. Diese wollten ihren Einfluss nach Santa Fe, Entre Ríos und Corrientes ausweiten und dabei Buenos Aires umgehen.

Zwar gelang den Eindringlingen letztlich der Durchbruch. Doch zeigte die Schlacht auch, dass es ausländischen Schiffen nicht mehr möglich war, sich gegen den Willen der argentinischen Regierung auf den hiesigen Gewässern zu bewegen.

Der Tag wurde 2010 von der damaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner zum Feiertag erhoben. Er gehört zu den beweglichen Feiertagen und wird auf einen zeitnahen Montag gelegt, um ein langes Wochenende zu schaffen. Unter Kirchner wurde damals auch das Denkmal eingeweiht, das die Ketten nachbildet, mit denen die anglo-französischen Schiffe aufgehalten wurden. Am 4. August dieses Jahres fand man im Paraná-Fluss Reste der Original-Ketten.

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