• Argentinisches Tageblatt

Kampf gegen Corona-Krise

G20 will Weltwirtschaft mit fünf Billionen US-Dollar stützen

Alberto Fernández bei der Videokonferenz. (Foto: dpa)

Riad/Berlin (dpa/mc) - Die G20 der führenden Wirtschaftsmächte will bei der Bekämpfung der Corona-Krise an einem Strang ziehen und die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar stützen. Bei einem Videogipfel einigten sich die Staats- und Regierungschefs gestern darauf, konkrete Maßnahmenpakete zur Eindämmung der Pandemie und Abfederung der wirtschaftlichen Folgen zu erarbeiten. „Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten“, hieß es in ihrer Abschlusserklärung.

Man werde gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen internationalen Organisationen „alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden“. Dabei werde man keine Mühen scheuen, um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern.

Zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman eingeladen, dessen Land dieses Jahr die Präsidentschaft der G20 innehat. Die Staatengruppe vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels. Ihr gehören unter anderen die USA, China und Russland an. Für Deutschland nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Videoschalte teil.

Argentinien war durch Präsident Alberto Fernández vertreten. Er sprach sich für die Gründung eines weltweiten Notfallfonds zur Bekämpfung der Corona-Krise aus. „Wir stehen vor dem Dilemma, unsere Wirtschaft zu schützen oder die Gesundheit der Menschen“, sagte der Staatschef in der Schalte.

Bei der Videokonferenz bekannten sich die G20 zum Austausch epidemiologischer Daten und der für Forschung und Entwicklung notwendigen Materialien. Die Produktion medizinischer Güter soll ausgebaut werden. Die G20-Gesundheitsminister sollen bis April ein Maßnahmenpaket zur gemeinsamen Bekämpfung der Pandemie erarbeiten.

Die Ausgaben für die Epidemievorsorge sollen substanziell erhöht werden. „Wir bekennen uns außerdem zur Zusammenarbeit dabei, Forschung und Entwicklung im Bereich Impfstoffe und Medikamente verstärkt zu fördern, digitale Technologien wirksamer zu nutzen und die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren“, heißt es in der Erklärung.

Bereits jetzt haben die G20-Staaten laut Erklärung fünf Billionen US-Dollar für die Stützung der Weltwirtschaft eingeplant. „Wir werden weiterhin ehrgeizig und in großem Umfang fiskalpolitische Unterstützung leisten“, heißt es in dem Abschlussdokument. Die Finanzminister und Zentralbankgouverneure der G20 sollen nun einen G20-Aktionsplan erarbeiten. Entwicklungsländer, vor allem die in Afrika, sollen bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden.

Die gemeinsame Willensbekundung gilt als Erfolg. Denn die Beratungen fanden unter ungünstigen Vorzeichen statt. Die beiden mächtigsten Mitglieder der G20 - die USA und China - hatten sich in den vergangenen Wochen gegenseitig die Schuld für die Verbreitung des Coronavirus zugeschoben. US-Präsident Donald Trump sprach mehrfach vom „chinesischen Virus“, während der Sprecher des chinesischen Außenministeriums darüber spekulierte, dass ein Angehöriger des US-Militärs die Krankheit in China eingeschleppt haben könnte.

Weltweit überschritt gestern Abend die Zahl der Covid-19-Infektionen erstmals die Grenze von 500.000 . Dies ermittelte die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore / USA. Die Zahl der Todesfälle wurde mit 23.028 Menschen beziffert. In Deutschland stieg die Zahl der Infizierten auf mehr als 41.000 an, 241 Menschen starben. In Österreich waren bis gestern 6000 Menschen positiv getestet. 42 Menschen sind an dem Virus gestorben. In der Schweiz waren bis gestern 10.714 infiziert. Es waren 161 Todesfälle zu beklagen.

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