• Argentinisches Tageblatt

Gute Konjunktur in den USA

Trotz der Corona-Krise ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal solide gewachsen - beflügelt vor allem vom starken Privatkonsum. In den ersten drei Monaten des Jahres nahm die Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet um 6,4% zu, wie am Donnerstag aus Daten der US-Regierung hervorging.

Profitiert hat das Wirtschaftswachstum vor allem durch den privaten Konsum. Dieser legte im ersten Quartal annualisiert um 10,7% zu. Im Vorquartal waren es lediglich 2,3% gewesen. Der Anstieg des privaten Konsums ist der zweithöchste seit den 1960er Jahren. Aber auch die Investitionen der Unternehmen stützten die Konjunktur. Gedämpft wurde das Wachstum durch die eher hohen Importe und die schwachen Exporte.

Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich etwas verbessert. In der Woche zum 24. April ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut gesunken. Die Zahl der Hilfsanträge fiel um 13 000 auf 553 000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Es ist der dritte Rückgang in Folge. Mittlerweile haben die Hilfsanträge ein Niveau erreicht, das so niedrig ist wie zu Beginn der Corona-Krise nicht mehr. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt.

Wegen der Corona-Krise war die US-Wirtschaft im vergangenen Jahr in historischem Ausmaß eingebrochen. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte 2020 um 3,5%. Das war der stärkste Rückgang seit 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In der ersten Jahreshälfte 2020 hatten die meisten Ökonomen einen noch schlimmeren Einbruch erwartet, die Wirtschaft stabilisierte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte wieder, nicht zuletzt dank umfangreicher Konjunkturpakete.

Die meisten Prognosen rechnen für die USA in diesem Jahr insgesamt mit einem Wirtschaftswachstum von 6% bis 7%. Die Hauptgründe für die rasante wirtschaftliche Erholung sind Analysten zufolge die Impfungen und das jüngst vom Kongress verabschiedete Corona-Konjunkturpaket in Höhe von rund u$s 1,9 Bio. Das entspricht fast 10% der jährlichen Wirtschaftsleistung in den USA. Im vergangenen Jahr hatte der Kongress bereits Pakete mit einem Volumen von rund u$s 3 Bio. auf den Weg gebracht.

Die Arbeitslosenquote ist nach einem Pandemie-Hoch im vergangenen Jahr von fast 15% inzwischen auf 6% gesunken. Laut Zentralbankchef Jerome Powell gibt es damit insgesamt aber immer noch 8,4 Mio. Arbeitsplätze weniger als vor der Krise. Vor der Zuspitzung der Pandemie im vergangenen März hatte die US-Wirtschaft noch geboomt. (dpa)


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