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Gewalt in Berg-Karabach

Trump, Macron und Putin appellieren an Armenien und Aserbaidschan

Die armenische Armee beim Abfeuern einer Kanone. (Foto: Armenian Defense Ministry/AP/dpa)

Moskau (dpa) - Im Konflikt um die Region Berg-Karabach wächst der internationale Druck auf die beiden verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan. Die Präsidenten aus den USA, Russland und Frankreich verurteilten gestern in einer ungewöhnlichen gemeinsamen Erklärung die militärische Gewalt im Süden des Kaukasus. Alle drei forderten die sofortige Einstellung der Kämpfe und die Einhaltung einer Waffenruhe. Aus der Türkei kam sofort Kritik.

Unterzeichnet wurde der Appell von US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin. Die drei Staatschefs forderten die beiden verfeindeten Nachbarn auf, diplomatische Verhandlungen unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa aufzunehmen. Für eine Waffenruhe dürften keine Vorbedingungen gestellt werden.

Russland, Frankreich und die USA stehen der sogenannten OSZE-Minsk-Gruppe vor, die im Konflikt zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken vermittelt. Auch Armenien und Aserbaidschan gehören der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an. Bei den Gefechten wurden seit Sonntag mehr als 120 Menschen auf armenischer Seite getötet - in der Mehrzahl Soldaten. Bei einem Angriff auf die Stadt Martuni soll es vier Tote gegeben haben. Nach Angaben aus Aserbaidschan starben 19 Zivilisten, 55 wurden verletzt. Angaben zu getöteten Soldaten gab es von dort nicht.

Kritik an der Erklärung kam aus der Türkei, die Aserbaidschan als Verbündete unterstützt. Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die Bemühungen der USA, Russlands und Frankreichs als „nicht akzeptabel“. Armenien sei ein „Banditenstaat“, der sich aus Berg-Karabach zurückziehen müsse. Das sei Voraussetzung für einen bleibenden Frieden. Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev hatte zuvor bereits erklärt, die Militäraktion bis zu einem Rückzug Armeniens fortzusetzen. Erst dann werde es eine Waffenruhe geben. Aufrufe zum Dialog seien sinnlos.

Der Konflikt zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken gibt es bereits seit Jahrzehnten. Berg-Karabach, wo rund 145.000 Menschen leben, wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eigentlich eine Waffenruhe. Die Türkei steht auf der Seite Aserbaidschans. Armenien sieht Russland als Schutzmacht.

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