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Gestiegene Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit lag im 2. Quartal 2019 bei 10,6% der aktiven Bevölkerung (diejenigen, die eine bezahlte Beschäftigung haben, plus diejenigen, die sich um eine bemühen), was sich mit 9,6% im gleichen Vorjahresquartal und 10,1% im 1. Quartal 2019 vergleicht, hat das Statistische Amt (INDEC) ermittelt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung, bedeutet dies, dass es leicht über 2 Mio. Vollarbeitslose gibt, 250.000 mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung (Menschen die unter 35 Stunden pro Woche arbeiten, und mehr arbeiten wollen) lag dieses Jahr bei 13,1%, gegen 11,2% im Vorjahr. Das macht 2,5 Mio. Menschen aus, 420.000 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt haben somit 4,5 Mio. Menschen ein Beschäftigungsproblem. Was bei den Unterbeschäftigten nicht gemessen wird, ist die Zahl der Stunden, die sie wöchentlich arbeiten, die bestimmt stark abgenommen hat.

Die erhöhte Arbeitslosigkeit ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass sich mehr Menschen um eine bezahlte Beschäftigung bemüht haben. Die aktive Bevölkerung erreichte im 2. Quartal 2019 47,7%, 1,3 Prozentpunkte über den 46,4% des Vorjahres. Die höchste Zunahme fand hier bei Frauen statt. Wenn das Familieneinkommen nicht ausreicht, oder der Mann arbeitslos oder stark unterbeschäftigt ist, versuchen die Frauen, die sich sonst nur um den Haushalt und die Familie kümmern, auch eine bezahlte Beschäftigung zu erhalten.

Die Arbeitslosigkeit war auch dieses Jahr bei Frauen höher als bei Männern: 11,2% gegen 10,2%. Bei Jugendlichen, von 14 bis 29 Jahren betrug die Arbeitslosigkeit bei Männern 18,6% und bei Frauen 23,4%. Das bedeutet, dass der Zugang zum ersten Arbeitsplatz bei Jugendlichen besonders schwierig ist, und auch, dass es in dieser Gruppe zunehmend mehr Langzeitarbeitslose gibt, was vom INDEC nicht gemessen wird. Eine Person, die drei Monate arbeitslos ist, stellt vom sozialen Standpunkt kein Problem dar, weil sie meistens Reserven hat und diese Periode gut übersteht. Aber bei zwei Jahren sieht der Fall ganz anders aus. Wenn jemand längere Zeit nicht arbeitet, fällt es ihm immer schwerer, eine Beschäftigung zu erhalten.

Die Arbeitslosigkeit ist regional sehr unterschiedlich. Am höchsten ist sie in Mar del Plata mit 13,4%, wobei dieser Ferienort normalerweise ab März eine geringere Tätigkeit aufweist. Doch auch die Umgebung der Bundeshauptstadt liegt mit 12,7% hoch, während die Stadt Buenos Aires nur 9,2% aufweist. Besonders niedrig ist der Koeffizient in Corrientes mit 5,2%.

Diese Statistik sollte nicht allzu genau genommen werden. Sie beruht auf einer Umfrage, die um die 10.000 Haushalte in 31 städtischen Gegenden betrifft, wobei das Ergebnis dann auf die ganze Bevölkerung hochgerechnet wird. Die Fehlerquelle ist sehr groß, wobei die Umstände auf dem Land und in den Dörfern ohnehin ganz anders als in den Großstädten sind. Ebenfalls macht das INDEC bei den Umfragen keine Rückfragen, wie z.B. von was ein Menschen lebt, der angibt, nicht zu arbeiten und somit angeblich kein Einkommen hat, aber gut ernährt aussieht.

Schließlich sei bemerkt, dass das INDEC nur diejenigen als Arbeitslose einstuft, die sich um eine Beschäftigung bemühen, aber nicht die (vielen), die die Suche aufgegeben haben, weil sie stets leer ausging, und erwarten, dass ihnen ein Freund oder ein Bekannter einen Arbeitsplatz vermittelt. Das sind auch Arbeitslose.

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