Geschäftsnachrichten

YPF

Guillermo Nielsen hat seinen Rücktritt als Vorstandspräsident dieses staatlich kontrollierten Erdölunternehmens bekanntgegeben. Er war im Dezember 2019 von Präsident Alberto Fernández ernannt worden. Nielsen ist in anerkannter Ökonom, der schon von 2002 bis Mitte 2005 Finanzsekretär unter Roberto Lavagna als Wirtschaftsminister war, und in früheren Jahren im Wirtschaftsinstitut FIEL tätig gewesen war. Er hat das Umschuldungspaket von 2005 gestaltet. Ein Grund für den Rücktritt wurde nicht angegeben, aber es wird angenommen, dass die Entscheidung mit der Umschuldung der hohen YPF-Schuld von u$s 6,2 Mrd. zusammenhängt, die auf Schwierigkeiten in den USA und auch bei der ZB gestoßen ist. Der Wert von ganz YPF liegt gemäß dem Aktienkurs in New York unter u$s 2 Mrd.

An Stelle von Nielsen soll der Deputierte für die Provinz Santa Cruz, Pablo González, ernannt werden, der Cristina Kirchner nahesteht. Er war seinerzeit Vizegouverneur von Santa Cruz unter Alicia Kirchner als Gouverneurin, und vorher war er Verwalter vom provinziellen Gasverteilungsunternehmen Distrigas. Vorher, unter Néstor Kirchner als Gouverneur, war er für Steuern verantwortlich. Als Deputierter war er Mitglied der Kommission für Bergbau und Brennstoffe.

Der Präsident von YPF muss sich vornehmlich um das finanzielle Problem der Firma kümmern, und dabei auch ein Gesamtkonzept über das Unternehmen haben. Die Geschäftsführung entfällt auf Sergio Affronti. YPF muss Kosten verringern, und Nielsen hatte in diesem Sinn schon ein Programm für die Entlassung überflüssiger Angestellten eingeleitet. Die Belegschaft von YPF wurde nach der staatlichen Übernahme im Jahr 2012 stark aufgebläht, so dass von den rund 20.000 Belegschaftsmitgliedern gut 5.000 überflüssig sind. Ohne die Kostenverringerung geht auch die Rechnung mit der Umschuldung nicht auf. Doch Cristina will grundsätzlich keine Entlassungen, so dass González hier eine beschränkte Handlungsfähigkeit hat.


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