• Argentinisches Tageblatt

„Gefühl der Ohnmacht“

Actualizado: 31 de jul de 2019

Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Anschlags auf die Amia

Ort des Anschlags: Der Amia-Sitz in der Pasteur-Straße. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/stk) - Exakt um 9.53 Uhr ertönte die Sirene und eröffnete die Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Anschlags auf die jüdische Hilfsorganisation Amia. Zu dieser Uhrzeit raste am 18. Juli 1994 ein mit Sprengstoff beladener Lieferwagen in das Gebäude der Organisation in der Straße Pasteur 633 und tötete 85 Menschen. „85 genommene Leben, 25 Jahre Straflosigkeit“ war das Motto der diesjährigen Gedenkfeier.

Um die Straflosigkeit ging es auch in den Reden. „Mit einem Gefühl der Ohnmacht fragen wir uns: Wie ist es möglich, dass 25 Jahre später nicht ein einziger Verantwortlicher für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit seine Strafe verbüßt?“, sagte der Amia-Vorsitzende Ariel Eichbaum. Er machte Iran und die Hisbollah für den Anschlag verantwortlich und forderte Fortschritte in der juristischen Aufarbeitung des Falles. Er erinnerte an den 2015 getöteten Staatsanwalt Alberto Nisman. „Wir wissen leider sehr wenig, wir wissen aber, dass Alberto Nisman ermordet wurde, und er wurde ermordet, weil er mit dem Amia-Fall betraut war.“

Zu den Rednern gehörten auch Florentino Sanguinetti, der damals das nah gelegene Hospital de Clínicas leitete, in dem die Opfer versorgt wurden, und Sofía Guterman, deren 28-jährige Tochter Andrea am 18. Juli 1994 ermordet wurde. „Mit dem Terrorismus paktiert man nicht. Man klagt ihn an“, sagte sie an die Adresse der früheren Präsidentin Cristina Kirchner, die ein Abkommen mit dem Iran schließen wollte.

Die Gedenkveranstaltung wurde vom Journalisten Fernado Bravo moderiert. Die Musiker Lito Vitale und Juan Carlos Baglietto traten auf. Präsident Mauricio Macri blieb der Veranstaltung fern. Dabei waren Vizepräsidentin Gabriela Michetti, Kabinettschef Marcos Peña, Sicherheitsministerin Patricia Bullrich und die Minister Germán Garavano und Alejandro Finocchiaro.

Macri hatte für den Tag Staatstrauer verordnet und den bewaffneten Arm der Hisbollah zur Terrororganisation erklärt. Am Nachmittag stellte der Präsident in der Casa Rosada ein Buch über den Anschlag vor. In dem vom Lateinamerikanischen Jüdischen Kongress herausgegebenen Werk gibt es neben Macri Textbeiträge von Angela Merkel, Reuven Riv-lin und Donald Trump.

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