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Actualizado: 25 ene

Hitzewelle von historischem Ausmaß / Stromausfälle

Wetter
In ganz Argentinien - wie hier in Salta - brauchen die Menschen derzeit Abkühlung. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/wvg/mc/dpa) - Argentinien wird derzeit von einer Hitzewelle historischen Ausmaßes heimgesucht. In weiten Teilen des Landes wurden im Verlauf der Woche Temperaturen von über 40 Grad Celsius gemessen. Besonders betroffen waren die nördlichen Provinzen, aber auch noch im Süden der Provinz Buenos Aires und in der Provinz Río Negro kletterte das Quecksilber auf rekordverdächtige Werte. Wie das deutsche Magazin „Stern“ am Dienstag berichtete, sei Argentinien vorübergehend neben Australien der heißeste Ort der Erde gewesen.

Ab Sonntag erwarten Meteorologen im Zuge starker Regenfälle dann aber einen spürbaren Temperaturabfall. In der Autonomen Stadt Buenos Aires stiegen die Temperaturen am Dienstag auf bis zu 41,1 Grad Celsius - der zweithöchste je gemessene Wert seit 1906. Temperaturen von über 40 Grad Celsius habe es in der Hauptstadt seit dem Jahr 1995 nicht mehr gegeben, so der Nationale Wetterdienst (SMN) auf Twitter.

Auch im von Argentinien beanspruchten Teil der Antarktis wurden im Verlauf der Woche Rekordtemperaturen gemessen. Auf der argentinischen Antarktisstation „Belgrano II“ zeigte das Thermometer bereits vergangene Woche auf über elf Grad Celsius an. Der Wert ist die höchste dort jemals gemessene Temperatur. Selbst die Tiefsttemperatur lag mit 0,9 Grad noch über dem Gefrierpunkt.

Mit der Hitze einher gingen massive Stromausfälle im Großraum Buenos Aires (AMBA). Am Dienstag waren zeitweise über 700.000 Haushalte in Stadt und Provinz ohne Strom. Grund für den Stromausfall war Medienberichten zufolge ein Brand an einer Stromtrasse außerhalb von Buenos Aires. Zuvor hatten die Netzbetreiber Höchststände beim Strombedarf gemeldet. Wegen der Hitze schalteten viele Menschen ihre Klimaanlagen an. Bis zum Dienstagabend konnte die Stromversorgung in den meisten betroffenen Vierteln der Hauptstadt wieder hergestellt werden.

Viele Stadtbewohner klagten zudem über einen spürbar verringerten Wasserdruck in den Leitungen. Klimaexperten führen die Hitzewelle einerseits auf den Klimawandel, andererseits auf das Klimaphänomen „El Niño“ zurück.

Menschen, die sich wegen Symptomen auf das Coronavirus testen lassen wollten, mussten in teilweise langen Schlangen vor den Testzentren in der sengenden Hitze ausharren.

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