• Argentinisches Tageblatt

Erfolgreiche Drogenbekämpfung

Von Juan E. Alemann

Der Konsum von Rauschgift, vornehmlich Marihuana und Kokain, war in Argentinien bei Beginn der Demokratie im Jahr 1983 eine Ausnahmeerscheinung. Die Regierungen, die nacheinander kamen, haben bis zu der von Mauricio Macri das Problem nicht ernst genommen und einfach zugesehen, wie sich der Drogenhandel und Konsum in erschreckendem Umfang ausweitete.

Der Rauschgiftkonsum zerstört die Gesellschaft von innen. Menschen, die in einer Periode ihrer Jugend nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, neigen leicht dazu, Drogen zu konsumieren. Und dann werden sie süchtig und können es nicht mehr lassen. Das geht so weit, dass sie stehlen und morden, um sich das nötige Kleingeld zu besorgen. Sie geben ihre ethischen Grundwerte auf und verlieren dabei die Fähigkeit und die Lust, zu arbeiten, und sind zum Tode verurteilt, der in wenigen Jahren eintritt.

Der Drogenhandel ist auf einer gigantischen Korruption aufgebaut. Zwischen dem Preis für das frisch erzeugte Kokain, irgendwo in Bolivien, Kolumbien oder sonstwo, und dem Endpreis, den der Konsument bezahlt, besteht eine Differenz von eins zu hundert, die Schmiergelder in großem Ausmaß einschließt, die an Polizisten, Politiker und hohe Beamte gehen. Es ist für einen Polizisten mit einem geringen Gehalt und finanziellen Problemen nicht einfach, ein Schmiergeld von zehntausend Dollar abzulehnen. Und eine so korrupte Regierung, wie die von Cristina Kirchner, konnte schließlich auch diese Korruption nicht ernsthaft bekämpfen.

Unter Macri ist es anders geworden. Sicherheitsministerin Patricia Bullrich ist energisch und systematisch gegen den Drogenhandel vorgegangen, und hat dabei mehrere Tonnen von Marihuana und Kokain beschlagnahmt und etliche Drogenhändler verhaftet. Und die Gouverneurin der Provinz Buenos Aires, María Eugenia Vidal, hat 12.000 Polizisten entlassen, in vielen Fällen wegen Mitwirkung am Drogenhandel. Zwei mutige Frauen! Denn die Drogenhändler schrecken vor einem Mord nicht zurück. Vidal muss deshalb in einem Wohnviertel der Luftwaffe wohnen, statt in ihrem Heim.

Jetzt hat die Regierung 41 Brigaden mit 164 Polizeibeamten geschaffen, die sich auf den Kleinhandel konzentrieren, zunächst in ärmeren Vierteln der Umgebung der größeren Städte. Der Kampf geht nicht nur vom Grossistenhandel bis zum Kleinhandel, sondern auch umgekehrt. Schon vorher waren unzählige Verkaufsstellen, sogenannte Bunker, also meistens prekäre Gebäude, in denen Drogen verkauft werden, abgerissen worden. In einem Fall wurde jetzt ein größeres Verkaufszentrum in einen Gemüsegarten umgewandelt, der von der Gemeinde San Miguel abhängt.

Viele Familien, die sahen wie ihre Kinder drogensüchtig wurden, hatten schon seit Jahren bei den Behörden den sichtbaren Einzelhandel gemeldet, aber es geschah nichts. Das hat sich jetzt geändert, so dass es eine intensive Zusammenarbeit von Bevölkerung und Polizei gibt. In Kürze wird es wohl kaum noch Drogenbunker geben.

Die Ministerin Bullrich wies darauf hin, dass der Erfolg bei der Bekämpfung des Drogenhandels, wesentlich zur Verringerung der Morde beigetragen hat, die in diesen Jahren stattgefunden hat. Doch das Problem ist nicht so einfach, weil die Händler schließlich doch Wege finden, um Rauschgift zu verkaufen.

Die Süchtigen müssen als Kranke behandelt werden, wenn möglich bevor sie auf Raub und Mord übergehen. Sie brauchen dringend ärztliche Behandlung, und die öffentlichen Hospitäler müssen über spezialisierte Ärzte für diesen Zweck verfügen. Auch müssen Eltern und Lehrer über die Symptome aufgeklärt werden, die bei Jugendlichen auftreten. All dies fehlt noch.

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