• Argentinisches Tageblatt

„Ein schlechter Mensch“

Cristina Kirchner attackiert Mauricio Macri

Cristina Fernández de Kirchner. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/mc) - Cristina Fernández de Kirchner hat sich im Wahlkampf zurückgemeldet. Die einstige Staatschefin, die derzeit an der Seite von Alberto Fernández für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert, zeigte sich am Samstag nach ihrer Kuba-Fahrt in der Journalistischen Fakultät von La Plata, um ihr Buch „Sinceramente“ (Aufrichtig) vorzustellen. Dabei griff sie ihren Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten, Mauricio Macri, scharf an.

Dieser sei „ein schlechter Mensch“, da er der Opposition die Schuld für Wirtschafts- und Finanzturbulenzen in Folge der Vorwahlergebnisse zuzuschieben versuche. „Zu sagen: Der Dollar ist gestiegen, weil ihr Herrn X gewählt habt. Das macht man nicht“, so Kirchner in Bezug auf Macris Erklärungen nach der Wahl. Darin hatte der Präsident einen Zusammenhang zwischen dem Vorwahlsieg Alberto Fernández‘ und dem Kurseinbruch des argentinischen Pesos hergestellt.

Kirchner warf Macri zudem vor, politische Gegner zu verfolgen. Eine Anspielung auf die Prozesse gegen Funktionäre der einstigen Kirchner-Regierung. Gegen CFK selbst laufen mehrere Verfahren, bei denen es meist um Korruptionsvorwürfe geht (wir berichteten). Die Ex-Präsidentin weilte zuletzt mit Einverständnis der Justiz in Kuba, um dort ihrer erkrankten Tochter Florencia beizustehen.

Kirchners politischer Partner Alberto Fernández fuhr derweil nach Madrid, um an der dortigen Universität Vorlesungen über politische Kommunikation zu halten. Eine Verpflichtung, die er bereits vor dem Wahlkampf eingegangen war. Bei der Gelegenheit warnte er davor, sich vorzeitig seines Sieges zu sicher zu sein: „Niemals darf man sich schon als Sieger fühlen. Man muss ruhig bleiben“. Gleichwohl warf er Macri in der spanischen Hauptstadt vor, dass dessen „wirtschaftliches Modell“ zu Rezession, Armut und Entwertung der bedeutendsten argentinischen Unternehmen geführt habe. Als Beispiel nannte er den Wertverlust des staatlichen Erdölkonzerns YPF.

Fernández ist seit seinem Erfolg bei den Vorwahlen am 11. August klarer Favorit für die Präsidentschaftswahlen am 27. Oktober. Das vor wenigen Tagen veröffentlichte amtliche Endergebnis sieht in sogar noch weiter vorne, als die vorläufigen Resultate es getan hatten. Demnach erhielt Fernández 4.084.249 Stimmen mehr als Amtsinhaber Mauricio Macri. Zunächst war die Differenz bei 3.797.024 Stimmen taxiert worden. Fernández erhielt insgesamt 12.205.938 Stimmen, was einem Stimmenanteil von 47,78 Prozent der Wählerstimmen entspricht (zunächst 47,65%). Macri hingegen schenkten nur 8.121.689 Wähler ihr Vertrauen. Dies ergibt einen Anteil von 31,79 Prozent (zuvor 32,08%).

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