• Argentinisches Tageblatt

Diktaturopfer seliggesprochen

Bischof Enrique Angelelli wurde 1976 getötet

Enrique Angelelli. (Foto: twitter)

La Rioja (dpa/mc) - Mehr als 40 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod ist Bischof Enrique Angelelli seliggesprochen worden. „Er war ein Vorbild an Tugend und Glaubensstärke bis zum Martyrium“, sagte der von Papst Franziskus entsandte Kardinal Giovanni Angelo Becciu bei der Zeremonie am Samstag in La Rioja. Neben dem Bischof wurden auch drei weitere Opfer der Militärdiktatur (1976-1983) in Argentinien seliggesprochen, wie örtliche Medien berichteten.

Angelelli, bekannt als der „Bischof der Armen“, hatte sich für die Menschenrechte politisch Verfolgter eingesetzt. Er kam 1976 auf einer abgelegenen Bergstraße in der Provinz La Rioja ums Leben. Die Behörden sprachen damals von einem Verkehrsunfall. Später stellte ein Gericht allerdings fest, dass Angelellis Fahrzeug von Schergen der Militärs abgedrängt wurde. Zwei ranghohe Offiziere wurden als Drahtzieher des Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Angelelli stand mit seiner regimekritischen Haltung auch im Widerspruch zur argentinischen Bischofskonferenz, die am 15. Mai 1976 erklärt hatte, dass in Krisenzeiten nicht dieselben Maßstäbe gelten könnten wie in Friedenszeiten. Somit gaben sie den Militärs, die sich am 24. März 1976 an Macht geputscht hatten, eine Art Freibrief für ihre Staatsverbrechen. Weite Teile des Klerus stützten die Junta. Die Kirchenführung verschleierte die Regierungsverantwortung sogar in einigen Fällen, in denen Priester und Nonnen ins Fadenkreuz der Diktatur gerieten.

Papst Franziskus hatte noch in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires Angelelli als „Märtyer der Kirche“ bezeichnet, der sein „eigenes Leben für seine Schäfchen hergegeben“ habe. Zum 30. Jahrestag des Mordes sagte Jorge Bergoglio im Jahr 2006: „Bischof Angelelli war ein Mann, der sein Volk liebte und es auf seinem Weg begleitete, bis in die Randbezirke (...). Erinnern wir uns, mit welcher Zärtlichkeit er die alten Menschen liebkoste, mit welcher Liebe er sich für die Armen und Kranken einsetzte und nach Gerechtigkeit rief. Er war überzeugt, dass im Innern jedes Menschen (...) ein Plan Gottes verborgen sei.“

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