• Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 25.4.19 bis 3.5.19)

Knappes Rennen in Santa Fe

Die Provinz Santa Fe ist bekannt für spannende Wahlen. Auch in diesem Jahr zeichnet sich ein knappes Rennen in der Frage ab, wer den bevölkerungsmäßig drittgrößten Gliedstaat des Landes in den kommenden vier Jahren regieren wird. Bei den Vorwahlen am Sonntag gab es zwei Sieger: Der sozialistische Ex-Gouverneur Antonio Bonfatti, der es auf 32,2 Prozent der Stimmen brachte und somit das absolut beste Ergebnis einfuhr, und Senator Omar Perotti (28,7 Prozent). Letzterer setzte sich in dem peronistischen Wahlbündnis „Juntos“ (Gemeinsam) gegen seine Mitbewerberin María Eugenia Bielsa durch, die 13,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Zu den Wahlverlierern gehörte wie schon bei den vorangegangenen Urnengängen dieses Jahres in anderen Provinzen die nationale Regierungsallianz „Cambiemos“ (Verändern). Deren Kandidat José Manuel Corral konnte in Santa Fe nur 19,3 Prozent der Wähler überzeugen. Die große Frage für die Hauptwahlen am 16. Juni ist nun, zu wem die Wähler, die bei den Vorwahlen Bielsa das Vertrauen schenkten, tendieren. Es zeichnet sich ein neuerlicher Wahlkrimi ab.


Bonadio legt nach

Claudio Bonadio legt noch einmal nach. Der Bundesrichter, der gegen Cristina Fernández de Kirchner wegen Korruption ermittelt, erweiterte seine Maßnahmen gegen die Ex-Staatschefin. In seinem neuerlichen Beschluss fordert Bonadio nicht nur erneut Untersuchungshaft für Kirchner, sondern verfügte auch das Einfrieren ihres Vermögens bis zu einer Höhe von 80 Millionen Pesos. Anlass für die Verschärfung sind Hinweise auf fünf neue Fälle von Korruptionszahlungen. Bis dahin hatte der Richter der Politikerin bereits 27 Schmiergeldübergaben zugeordnet. Grundlage des Verfahrens sind Kopien von Tagebuchaufzeichnungen Óscar Centeno, der als Chauffeur für den einstigen Staatssekretär im Planungsministerium, Roberto Baratta, arbeitete. Centeno hielt schriftlich fest, wer wann wie viel Geld erhielt. Kirchner genießt aufgrund ihrer aktuellen Position als Senatorin politische Immunität. Diese müsste der Senat aufheben, damit sie tatsächlich, wie von Bonadio gefordert, die U-Haft antritt. (AT/mc)

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