• Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

Vom 27.12. bis 3.1.

Diäten eingefroren

Die Kongressabgeordneten und Senatoren werden sechs Monate lang auf eine Erhöhung ihrer Diäten verzichten. Beide Kammern verabschiedeten laut der Tageszeitung Clarín vom Samstag entsprechende Dekrete, die jeweils die Unterschriften von Kongresspräsident Sergio Massa bzw. Senatspräsidentin Cristina Kirchner tragen. Beide berufen sich in ihren Begründungen auf die Solidarität und Vorreiterrolle der Politik im Hinblick auf die schwierige argentinische Realität. Das Einfrieren der Diäten war von „Cambiemos“-Oppositionspolitikern gefordert worden.


Mehr Femizide

Gegen Ende des Jahres wurde es noch schlimmer als zuvor: War bisher alle 27 Stunden eine Frau - meist von ihrem Partner oder Ex-Partner - ermordet worden, stieg die Häufigkeit der Femizide unlängst auf alle 22 Stunden. Soziologen machen für den Anstieg die Tatsache verantwortlich, dass sich zum Jahresende viele Frauen eher von gewalttätigen Partnern trennen. Das berichtete die Tageszeitung Clarín am Montag. Bis zum 28. des Monats wurden im Dezember 30 junge Frauen brutal aus dem Leben gerissen, oft vor den Augen ihrer kleinen Kinder. 267 Mädchen und Jungen verloren auf diese Weise ihre Mütter. Im ganzen Jahr 2019 bis zu diesem Tag wurden in Argentinien 327 Frauenmorde begangen.


Höhere Geldscheine

Zentralbankpräsident Miguel Ángel Pesce lässt prüfen, ob ein höherer Geldschein in Umlauf kommen soll. Dieser könnten einen Wert von 2000 oder 5000 Pesos haben. Pesce betonte in einem Interview mit Crónica TV, dass für den neuen Geldschein und die in Zukunft gedruckten Scheine keine Tiermotive mehr verwendet werden sollen. Für die neue „Geldschein-Familie“ solle vielmehr wieder auf Persönlichkeiten aus dem politischen Leben und herausragende Figuren aus Kultur, Wissenschaft und Technik zurückgegriffen werden.


Fauler Kongress

Der Kongress darf sich für das abgelaufene Jahr 2019 kein Fleißkärtchen ausstellen: In keinem anderen Jahr seit der Rückkehr zur Demokratie 1983 wurden so wenige Gesetze verabschiedet wie im vergangenen. Vom 1. März 2019 bis zum letzten Dezembertag waren es gerade mal 41, zwei davon fielen bereits in die Regierungsperiode von Präsident Fernández. Das berichtete die Tageszeitung Clarín am Donnerstag. Seit dem Jahr 2014, das mit 197 verabschiedeten Gesetzen ein Rekordjahr war und aus dem Normalmaß von ca. 100 pro Jahr herausragte, hat die Aktivität im Kongress kontinuierlich abgenommen. 2015 wurden 121 Gesetze verabschiedet, 2016 101, 2017 86 und 2018 66.


Weniger Verletzte durch Feuerwerk

Das ist ein Minusrekord, über den man sich einmal freuen kann: Zum ersten Mal seit 38 Jahren musste im auf Verbrennungen spezialisierten „Instituto del Quemado“ in Caballito kein Opfer eines falsch abgefeuerten oder zu früh explodierten Böllers verarztet werden. Auch in den anderen Krankenhäusern der Stadt wurden weniger Patienten behandelt. Das berichtete die Tageszeitung Clarín am Donnerstag. Für den Rückgang verantwortlich sei eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren des Feuerwerks. In Argentinien wird traditionsgemäß zweimal geballert: am Weihnachtsabend und an Silvester. (AT/SF)

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