© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon
  • Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 13.12. bis 20.12.)

Gewalt unter Gewerkschaftern

Buenos Aires - Chaos herrschte am Montag in Balvanera am Sitz der Gewerkschaft für den öffentlichen Personenverkehr UTA (Unión Tranviarios Automotor), als Gegner von UTA-Chef Roberto Fernández den Gewerkschaftssitz stürmten. Vermummte, muskelbepackte Abtrünnige kletterten auf Leitern in den ersten Stock des Gebäudes und schlugen die Scheiben ein. Es kam zu tumultartigen Szenen, nach Polizeiangaben wurden 11 Verletzte in Krankenhäuser gebracht, ein bewaffneter Mann wurde festgenommen. Fernández selbst flüchtete aufs Dach und musste das Gebäude von der Polizei räumen lassen. Erst um Mitternacht trat Ruhe ein. Am 14. Januar soll ein Gespräch der verfeindeten Gruppen stattfinden. Fernández´ Gegner werfen ihm vor, die Interessen der UTA-Mitglieder nicht nachdrücklich genug zu vertreten. Am Dienstag rechtfertigte der mächtige Boss des Gewerkschaftsdachverbands CGT, Hugo Moyano, die Ausschreitungen und forderte Fernández zum Abdanken auf.


UCR uneins über Kurs

Buenos Aires - Alfredo Cornejo ist als Parteichef der UCR bestätigt worden. Auf dem Parteitag der Radikalen am Montag forderte der 57-Jährige seine Parteifreunde dazu auf, dem Bündnis Juntos por el Cambio, in dem die Unión Cívica Radical gemeinsam mit PRO und CC nun Oppositionspolitik machen wird, treu zu bleiben und es zu stärken. Gleichzeitig sagte Cornejo, die UCR wolle für die Wahlen 2023 einen Präsidentschaftskandidaten oder -kandidatin aus den eigenen Reihen aufbauen. Innerhalb der Partei gibt es Zwistigkeiten über die zukünftige Richtung und das Verbleiben im Bündnis, besonders PRO-Chef Mauricio Macri begegnen viele UCR-Politiker mit starkem Misstrauen. Der neu gewählte 30-köpfige UCR-Parteivorstand besteht erstmals aus 50 % Männern und 50 % Frauen, wie Senator Martín Lousteau am Montag vor der Presse unterstrich.


Auslieferung nach 36 Jahren

Buenos Aires/Paris - Frankreich hat 36 Jahre nach Ende der letzten Militärdiktatur einen früheren Polizeioffizier wegen des Vorwurfs schwerer Menschenrechtsverletzungen an Argentinien ausgeliefert. Der 66-jährige Mario Sandoval sei am Montag überstellt worden, teilte das Außenministerium mit. Ihm wird konkret vorgeworfen, 1976 an der Verschleppung der damals 24-jährigen Architekturstudenten Hernán Abriata beteiligt gewesen zu sein. Das Verbrechen ist nach Auffassung der französischen Justiz nicht verjährt, weil die Leiche des Opfers bislang nicht aufgefunden wurde. Sandoval soll nach Ermittlungen der Justiz an rund 500 Fällen von Verschleppung, Folter und Ermordung von Oppositionellen teilgenommen haben. Er hatte sich 1985 nach Frankreich abgesetzt und erhielt 1997 die französische Staatsangehörigkeit. Die argentinische Justiz hatte bereits 2012 die Auslieferung beantragt, die von allen Instanzen bis zum französischen Staatsrat und dem Europäischen Gerichtshof bestätigt wurde. (dpa/AT/SF)

6 vistas