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  • Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 29.11. bis 6.12.)

Macri auf Reisen

Mauricio Macri ist kurz vor Ende seiner Amtszeit als Präsident noch auf großer Reise. In dieser Woche fuhr der (Noch)Staatschef zum Weltklimagipfel nach Madrid. Dabei warb er für konsequentes und länderübergreifendes Handeln zum Schutz der Umwelt und zur Eindämmung der Klimaerwärmung. „Die Anstrengungen eines einzelnen Landes sind nicht ausreichend. Immer noch haben wir die Möglichkeit, einen Wandel herbeizuführen und gemeinsam zum Wohle der nachfolgenden Generationen zu handeln.“ Echte politische Führung der Zukunft müsse sich stets den Nachgeborenen verpflichtet fühlen, so Macri während seiner dreiminütigen Rede am Runden Tisch der Konferenz. Bei seinem Besuch traf der Präsident auch zu einem privaten Gespräch mit dem König Felipe VI. im Zarzuela-Palast zusammen. Macri hatte um das Treffen gebeten, um sich bei dem Iberer für dessen Unterstützung während seiner Amtszeit zu bedanken. Weitere Gesprächspartner Macris in der spanischen Hauptstadt waren der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte und der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno. Weiter ging es nach Genf und zum Mercosur-Gipfel im brasilianischen Bento Gonçalves.


Argentinien und NRW

Argentiniens neuer Botschafter in Deutschland, Pedro Villagra Delgado, hat dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) einen Antrittsbesuch abgestattet. Wie die Staatskanzlei in Düsseldorf mitteilte, wurden bei dem Gespräch neben der Vertiefung der Beziehungen auch der Amtsantritt der neuen argentinischen Regierung und die allgemeine politische Lage in Südamerika thematisiert. Laschet sagte: „Argentinien ist mit Blick auf die aktuell komplizierte politische Lage in Teilen Südamerikas ein wichtiger Partner für die transatlantischen Beziehungen zu Lateinamerika. Europa und Argentinien werden durch das dieses Jahr zwischen der EU und dem Mercosur verhandelte Freihandelsabkommen näher zusammenwachsen. Auch NRW blickt positiv auf eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.“ Argentinien und das bevölkerungsreichste Bundesland sind derzeit durch zehn Schulpartnerschaften und über 45 Hochschulpartnerschaften verbunden. Im April war der NRW-Staatssekretär für Internationales, Mark Speich, in Argentinien und unterzeichnete eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit der Provinz Buenos Aires.


Lerndefizite

Argentinische Schüler haben Defizite beim Lesen und Rechnen. Dies wurde offenbar bei der aktuellen PISA-Studie, die Argentinien nur auf Platz 63 von 79 untersuchten Lehrern ausweist. Seit 2006 gab es auf diesem Feld keine signifikante Verbesserung. Bei der Analyse, die alle drei Jahre in den meisten Mitgliedstaaten der OECD und einer zunehmenden Anzahl von Partnerstaaten durchgeführt wird, trat zutage, dass mehr als die Hälfte aller 15-jährigen Schüler hierzulande weder in der Lage sind, einen einfachen Text zu lesen und zu verstehen, noch einfache Rechenaufgaben zu lösen. Von den lateinamerikanischen Ländern schnitten nur Peru, Panama und die Dominikanische Republik schlechter ab. Bestes Land der Region ist Chile auf Platz 42. Weltweit an der Spitze ist China, gefolgt von Singapur und Macao. Deutschland belegt Platz 20.


Museum wiedereröffnet

Das Holocaust-Museum ist an seinen angestammten Ort in der Innenstadt von Buenos Aires zurückgekehrt. Am Sonntag wurde das Gebäude in der Straße Montevideo 919 feierlich wiedereröffnet. Einer der ersten Besucher der neu gestalteten Dauerausstellung, die auf modernste technologische Darstellungsformen setzt, war Staatspräsident Mauricio Macri. Auf interaktiven Bildschirmen erfährt der Museumsgast Informationen über den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden. „Wir sind auf der Höhe der modernsten Museen der Welt“, wird Marcelo Mindlin, der Vorsitzende des Museumsvorstands, in der Zeitung „Clarín“ zitiert. Die Neugestaltung kostete 4,5 Millionen US-Dollar. Die Gelder kamen durch Spenden zusammen.


Starke Kirchner-Fraktion

Die Fraktion der künftigen Regierungskoalition Frente de Todos (Bündnis von allen, FdT) im Senat ist auf 42 Mandatsträger angewachsen. Zuletzt signalisierte Adolfo Rodríguez Saá, seines Zeichens Senator für die Provinz San Luis, sich dem Block der zukünftigen Senatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner anzuschließen. Mit Kirchner, Rodríguez Saá und Carlos Menem gehören gleich drei ehemaligen Staatsoberhäupter der FdT-Fraktion an. Diese ist durch ihre absolute Mehrheit in der Lage, die Beschlussfähigkeit des Oberhauses des Kongresses herzustellen. Zur verfassungsändernden Zweidrittelmehrheit fehlen indes noch sechs weitere der insgesamt 72 Senatoren. In der Deputiertenkammer stellt FdT mit 121 von 257 zwar die stärkste Fraktion. Die absolute Mehrheit hat sie aber nicht inne. (AT/mc)

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