• Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 4.10. bis 11.10.)

Weniger Diebstähle

Das Leben in der Hauptstadt ist etwas sicherer geworden. Dies jedenfalls ergibt sich aus einer Statistik der Stadtverwaltung Buenos Aires. Demnach ging die Zahl der Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zurück. Wurden 2018 für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September noch 52.416 Delikte dieser Art registriert, waren es für dieselbe Zeitspanne in diesem Jahr 47.250. Der vergangene September war der Monat mit der geringsten Anzahl an Diebstählen (4746). Besonders drastisch war der Rückgang beim Autoklau: Waren während des eingangs erwähnten Zeitraums in 2018 noch 2233 dieser Delikte zu beklagen, so waren es in diesem Jahr bis Ende September nur noch 1172. Das entspricht einem Rückgang um 48 Prozent. Bessere Werte weist die Statistik auch für die Zahl der Festnahmen auf. Gab es von Januar bis September 2018 noch 4395 Festnahmen wegen Diebstahls, waren es in diesem Jahr schon 5370. Ein Steigerung um 22 Prozent. Nur leicht rückläufig ist indes die Zahl der Diebe, die ihre Taten vom Motorrad aus begehen. Von Januar bis September 2018 waren es 7822 Delikte, die auf das Konto den sogenannten „Motochorros“ gehen. In diesem Jahr waren es bislang 7678. Ein Rückgang um zwei Prozent.


TV-Debatte

An diesem Sonntag steigt die erste von zwei TV-Debatten der Präsidentschaftskandidaten. Dann werden Mauricio Macri, Alberto Fernández, Roberto Lavagna, José Luis Espert, Nicolás del Caño und Juan José Gómez Centurion in den Räumen der Universität des Litorals in Santa Fe um die Gunst der Wähler buhlen. Zunächst geht es um ein Thema, bei dem Amtsinhaber Macri punkten könnte: Internationale Beziehungen. Einen weit schwierigeren Stand dürfte er dann auf dem Feld von Wirtschaft und Finanzen haben. Anschließend stehen Menschenrechte und Geschlechterthemen sowie Erziehung und Gesundheit als Themenblöcke auf der Agenda. Das öffentliche Fernsehen (TV Pública) ist mit der Übertragung der Diskussion beauftragt, die zwei Stunden, zwölf Minuten und 30 Sekunden dauern soll. Am darauffolgenden Sonntag (20. Oktober) findet die zweite TV-Debatte der Bewerber um das höchste Amt im Staate statt. Beginn der Veranstaltung in der Juristischen Fakultät von Buenos Aires ist um 21 Uhr.


Auf freiem Fuß

Cristóbal López ist auf freiem Fuß. Nach Zahlung einer Kaution von 60 Millionen Pesos wurde der Glücksspiel-, Erdöl- und Medienunternehmer aus der Untersuchungshaft in Ezeiza entlassen, wo er über ein Jahr einsaß. Für die gleiche Summe kam auch López‘ Geschäftspartner Fabián De Sousa vorläufig frei. Die beiden Unternehmer sind angeklagt, Steuerbetrug in Milliardenhöhe begangen zu haben (wir berichteten). Präsidentschaftskandidat Alberto Fernández, selbst Strafrechtsprofessor, kommentierte die Freilassung mit den Worten: „Die beiden hätten niemals eingesperrt werden dürfen.“ López und De Sousa sind nicht die einzigen zeitweise inhaftierten Personen der Kirchner-Ära, die in den vergangenen Wochen auf freien Fuß kamen. Zu ihnen zählen auch der einstige Heereschef César Milani und Fernando Esteche, der Anführer der politischen Bewegung „Quebracho“.


Vidal vs. Kicillof

Der Ton im Wahlkampf in der Provinz Buenos Aires verschärft sich. Nachdem der oppositionelle Gouverneurskandidat Axel Kicillof einen Kausalzusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Drogenhandel hergestellt hatte, schoss Amtsinhaberin María Eugenia Vidal rhetorisch zurück. Kicillof, der für die Kirchner-treue Wahlallianz „Frente de Todos“ (Bündnis von allen) antritt, hatte in einem TV-Interview argumentiert: „Es gibt mehr Menschen, die Drogen verkaufen, weil sie ihre Arbeit verloren haben.“ Vidal hielt dem nun entgegen: „Das, was Kicillof gesagt hat, zeigt, dass er weder die Provinz noch die Stadtviertel kennt. Weder die Arbeitslosen noch die Armen sind Drogenhändler.“ Letztere seien vielmehr Millionäre. Vidal sprach von einer „Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit und Armut“, indem er diese mit Drogenhandel in Verbindung bringe.


NS-Artefakte ins Museum

Das hiesige Holocaust-Museum hat eine Sammlung von rund 80 Nazi-Gegenständen übernommen. Dies berichtet der Deutschlandfunk. Es handelt sich um Gegenstände, die vor zwei Jahren bei einem Antiquitätenhändler in Beccar (Provinz Buenos Aires) sichergestellt worden waren. Darunter befinden sich große Hitler-Bilder, Büsten des „Führers“, mit Hakenkreuzen versehene Reichsadler, Pistolen, Degen, Ferngläser und auch Apparate zum Messen von Kopfgrößen sowie eine Lupe, die angeblich dem Diktator gehörte. Das Holocaust-Museum, das sich in Buenos Aires in der Straße José Hernández 1750 befindet, will die Gegenstände als Beispiele für Nazi-Propaganda zeigen. (AT/mc)

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