• Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 9.8. bis 16.8.)

Alicia K. wiedergewählt

In der Provinz Santa Cruz hat Alicia Kirchner die Wiederwahl als Gouverneurin geschafft. Die Schwester des 2010 verstorbenen Ex-Präsidenten Néstor Kirchner trat für die Allianz „Frente de Todos“ (Bündnis von allen) an, die es insgesamt auf 58,4 Prozent der Stimmen brachte. Innerhalb des Bündnisses setzte sich Kirchner mit einem Vorsprung von vier Prozentpunkten gegen Javier Belloni, den Bürgermeister von El Calafate, durch. Eine Besonderheit des Wahlgesetzes der südpatagonischen Provinz sieht vor: Wenn ein Bündnis mehrere Kandidaten hat, werden am Ende alle Stimmen, die diese erhielten, zusammengerechnet und dem besten Bewerber des Bündnisses zugeschlagen. Stärkste Oppositionskraft wurde das radikale Bündnis „Neues Santa Cruz“ von Spitzenkandidat Eduardo Costa mit 32,1 Prozent. Santa Cruz steht seit 1991 unter dem Einfluss der Familie Kirchner. Damals wurde Néstor Kirchner zum ersten Mal als Gouverneur gewählt. Dies war die Machtbasis für seinen späteren Aufstieg bis an die Staatsspitze. Alicia Kirchner ist die Schwägerin von Cristina Fernández de Kirchner, die sich derzeit um das Vizepräsidentenamt der Nation bewirbt.


Ex-Heereschef freigesprochen

Freispruch für César Milani. Die zuständigen Richter in La Rioja kamen zu dem Schluss, dass der heute 64-Jährige sich nicht des Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht habe. Milani wurde vorgeworfen, 1977 als junger Leutnant maßgeblich an der Entführung von Pedro Adrián Olivera, eines städtischen Angestellten von La Rioja, sowie an der Folterung von dessen Sohn, Ramón Alfredo Olivero, beteiligt gewesen zu sein. Dies sahen die Richter nicht als erwiesen an. Das Sekretariat für Menschenrechtsfragen, das als Kläger auftrat, hatte 18 Jahre Freiheitsentzug als Strafe gefordert. Nun kündigte die Behörde an, gegen den Richterspruch in Berufung gehen zu wollen. Der Fall Milani war von großem politischen Interesse, da der Beschuldigte es in seiner späteren Laufbahn unter der damaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner bis zum Heereschef brachte. Entsprechend erklärte er, zum Opfer einer politisch motivierten Hetzjagd in den Medien geworden zu sein.


Satter Zugewinn

Máximo Kirchner ist 2018 um 50 Millionen Pesos reicher geworden. Dies geht aus der Erklärung hervor, die der Abgeordnete der Deputiertenkammer gegenüber der Anti-Korruptionsbehörde (OA) abgab und über die die Zeitung „Clarín“ berichtete. Demnach erklärte der Sohn des einstigen Präsidentenehepaars, ein Vermögen zu besitzen, das zum Zeitpunkt der Erklärung umgerechnet rund 143,7 Millionen Pesos entsprach. Ein Großteil - umgerechnet rund 107 Millionen Pesos - sind Ersparnisse und Depotwerte in US-Dollar. Hinzu kommen Konten in Pesos, Immobilienbesitz im Wert von 17,3 Millionen Pesos, Anteile an den Hotelunternehmungen seiner Familie sowie Einkünfte, die Kirchner jun. als Abgeordneter bezieht. Zum Vergleich: 2017 betrug Máximos Vermögen noch 94,2 Millionen Pesos.


Peronistischer Erfolg

Bei den Vorwahlen in Catamarca hat die peronistische Allianz „Frente de Todos“ (Bündnis von allen) einen klaren Sieg davongetragen. Spitzenkandidat Raúl Jalil erreichte knapp 57 Prozent der Stimmen. Roberto Gómez vom Macri-treuen Bündnis „Juntos por el Cambio“ kam hingegen nur auf 25,8 Prozent. Jalil geht somit als klarer Favorit in die eigentlichen Wahlen am 27. Oktober. Die Zeichen in Catamarca stehen also auf Kontinuität. Schließlich war der Bürgermeister von San Fernando del Valle de Catamarca von der bisherigen peronistischen Gouverneurin Lucía Corpacci designiert worden. Sie steht seit 2011 an der Verwaltungsspitze des Gliedstaats im Nordwesten des Landes.


Neubau eingestürzt

Im Buenos-Aires-Vorort Sáenz Peña (Bezirk Tres de Febrero) ist vor wenigen Tagen ein achtstöckiges Gebäude eingestürzt. Der Bau an der Straße Estocolmo hätte bald fertig sein sollen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Ursachen des Einsturzes werden untersucht. Anwohner berichten von einer Explosion, die sie gehört hätten. Anschließend sei eine große Staubwolke zu sehen gewesen. Glück im Unglück war, dass angrenzende Gebäude durch den Einsturz des Neubaus nicht wesentlich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Aufgrund der Trümmer musste jedoch der Zubringer zur Schnellstraße „General Paz“ mehrere Tage gesperrt werden. (AT/mc/dpa)

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