• Argentinisches Tageblatt

Die Woche in Argentinien

(Vom 19.7. bis 26.7.)

U-Boot-Untersuchung

ARA San Juan (Foto: dpa)

Fast zwei Jahre nach dem Verschwinden des U-Bootes „ARA San Juan“ mit 44 Seeleuten an Bord hat eine parlamentarische Untersuchungskommission die Regierung in Buenos Aires und die Marine für die Tragödie verantwortlich gemacht. Das Unterwasserfahrzeug sei bereits vor seinem Untergang in schlechtem Zustand gewesen und nicht regelmäßig gewartet worden, hieß es in dem Bericht, aus dem argentinische Medien am Donnerstag vergangener Woche zitierten. Demnach hatte es in dem Schiff bereits vor der Autorisierung der Mission mehr als 30 Störungen oder technische Ausfälle gegeben. Zudem hätten die politisch Verantwortlichen die Angehörigen der Opfer nicht ausreichend über die Vorfälle und Suchmaßnahmen informiert. Die „ARA San Juan“ war am 15. November 2017 mit 44 Seeleuten an Bord auf der Fahrt von Ushuaia nach Mar del Plata verschwunden. Zuvor hatte es technische Probleme an Bord gegeben. Zudem wurde in der Nähe der letzten bekannten Position des U-Bootes eine Explosion registriert. Eine Suchmannschaft der privaten Firma Ocean Infinity hatte das gesunkene U-Boot ein Jahr später rund 500 Kilometer östlich des Golfs San Jorge in mehr als 900 Metern Tiefe vor der patagonischen Küste geortet. Die argentinische Regierung schloss eine Bergung des Schiffes damals aus. Die „ARA San Juan“ mit einer Kiellänge von 65 Metern wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und 1985 in Dienst gestellt. Das U-Boot mit einem diesel-elektrischen Antrieb war für Tauchfahrten bis 300 Meter Tiefe ausgelegt.


Erpresserische Gewerkschafter

Die Lastwagenunternehmerin Nancy Pastorino, von der Firma Expreso Pontevedra, wurde zwischen Dezember 2017 und Mai 2018, von einer Gruppe von acht Mitgliedern der Leitung der Lastwagengewerkschaft, deren Vorsitz Hugo Moyano innehat, erpresst. Sie erhielt zunächst Telefonanrufe und traf sich dann mit den Gewerkschaftern, die die Zahlung von fast zwei Millionen Pesos wegen Differenzen bei der Zahl der Kilometer forderten, die die Chauffeure ihres Unternehmens hinterlegt hatten. Frau Pastorino wies darauf hin, dass sie nichts schulde, und forderte der Gewerkschafter auf, Beweise für ihre Forderung vorzulegen, was diese nicht taten. Die Gewerkschafter bedrohten daraufhin die Kunden des Unternehmens, die dann auf andere Transportunternehmen übergingen. Frau Pastorino zeigte den Fall vor Gericht an, und gab ihn gleichzeitig im Fernsehen bekannt. Schließlich wurde sie, mit leitendem Personal der Firma, von Präsident Mauricio Macri empfangen. Das war ein politisches Signal. Der zuständige Richter, Alberto Baños, hat den Antrag der Beschuldigten zurückgewiesen, dass der Prozess aufgehoben werde, und im Gegenteil, den Prozess fortgesetzt, so dass ein mündliches Gerichtsverfahren bevorsteht. Den Gewerkschaftern droht jetzt eine mehrjährige Haftstrafe. Für Hugo Moyano, der selber Schwierigkeiten mit der Justiz hat, ist der Fall sehr unangenehm, weil er ihn indirekt auch betrifft. Er kann gewiss nicht ignorieren, was die Mitglieder der Leitung seiner Gewerkschaft machen. Außerdem ist zu erwarten, dass jetzt auch andere Lastwagenunternehmer, die bisher bei Erpressungen nachgegeben haben, dem Beispiel von Frau Pastorino folgen, die den Mut hatte, der vielen Männern, die Lastwagenunternehmen leiten, gefehlt hat. Die Erpressung gehörte zu den Spielregeln der Lastwagengewerkschaft, und das hat jetzt aufgehört.


Volle Skiressorts

Bariloche, San Martín de los Andes, Las Leñas in Mendoza und kleinere Skiressorts, sie alle erleben dieses Jahr Hochkonjunktur, mit 30% bis 50% mehr Besuchern als im Vorjahr. So wie die Saison bisher aussieht, wird es ein Rekordjahr sein, mit einer hohen Belegung der Hotels, die schon jetzt über 80 Prozent und auch 90 Prozent der verfügbaren Betten liegt. Aerolineas Argentinas musste mehr Flüge einsetzen. Das Unternehmen rechnet auf diesen Strecken mit mindestens 20 Prozent mehr Passagieren als im Vorjahr. Ebenso ist es bei Latam und Flybondy. Es hat viel geschneit, mehr als normal, was für gute und dauerhafte Skipisten sorgt, und hinzu kommt, dass der relativ hohe Wechselkurs Touristen in großen Mengen angezogen hat. In Bariloche werden 250.000 Besucher erwartet, davon um die 60.000 brasilianische Touristen. (AT/jea/dpa)

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