© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon
  • Argentinisches Tageblatt

Der Konflikt der Zigarettenindustrie

Die Firma Massalin Particulares, kontrolliert von Philip Morris (USA), die einen Marktanteil von über zwei Dritteln hat, und mit den Marken Marlboro und Philip Morris auftritt, hat ihre Fabrik in Goya, Provinz Corrientes, geschlossen, die sie vor 65 Jahren dort errichtet hatte, und dabei die 220 Arbeiter entlassen. Das ist in einer kleinen Ortschaft wie dieser sehr viel. Es ist begreiflich, dass dies einen großen Protest ausgelöst hat. 30 Arbeitnehmer wurden auf die Hauptfabrik übertragen. Massalin Particulares konzentriert die Zigarettenproduktion auf die Fabrik im Vorort Merlo, in der Nähe der Bundeshauptstadt, die niedrigere Kosten aufweist.

Die Zigarettenindustrie macht eine Krise durch, die auf drei Umständen beruht. 1. Der geringere Zigarettenkonsum, was besonders auf das zunehmende Bewusstsein der schädlichen Folgen des Rauchens für die Gesundheit zurückzuführen ist. Kettenraucher und auch diejenigen, die über ein Paket pro Tag rauchen, sind kurz- oder mittelfristig zum Tode verurteilt, und darüber werden sie immer mehr aufgeklärt. Der geringere Konsum kommt u.a. auch in einem niedrigeren Erlös der Zigarettensteuer zum Ausdruck; 2. Der Schmuggel von Zigaretten, die vornehmlich aus Paraguay kommen. Die hohe Zigarettensteuer macht dies sehr attraktiv. 3. Die Konkurrenz von kleinen Unternehmen (an erster Stelle Tabacalera Sarandí), die in ihrer Eigenschaft als Pymes weniger Steuern zahlen und sie auch hinterziehen. Das erlaubt ihnen, das Paket zum halben Preis der bekannten Marken zu verkaufen. Der Marktanteil dieser Unternehmen ist von 2% im Jahr 2015 auf jetzt 16% gestiegen.

Die zwei großen Unternehmen der Branche, Massalin Particulares und British American Tobacco (bis vor einigen Jahren Nobleza Piccardo benannt), mit einen Marktanteil von unter 20%, beherrschen den Markt. Sie protestieren gegen den unlauteren Wettbewerb der kleinen Firmen, die einen zunehmenden Marktanteil erreichen. Diese Kleinunternehmen haben gegen die feste Mindeststeuer auf Zigaretten protestiert, die 2018 eingeführt wurde, die in Prozenten bei ihren billigen Zigaretten viel mehr ausmacht, als bei den teureren Marken. Dabei haben sie zunächst vom zuständigen Gericht erreicht, dass sie diese Mindeststeuer nicht beachten, sondern nur die normale Steuer zahlen, die in der Praxis unter der Mindeststeuer liegt. Der Streit vor Gericht geht jedoch weiter.

Beim Preis, den der Konsument für ein Zigarettenpaket bezahlt, entfallen ca.70% auf Steuern. Die Regierung hat unlängst die Steuer so geändert, dass ein Minimum von $ 51 für ein Paket von 20 Zigaretten eingeführt wurde. Der Sinn dieser Reform, die billigere Zigaretten stärker verteuert als teurere, wurde nie erklärt. Juristisch ist dieses System fragwürdig, und sozial auch.

0 vistas