• Argentinisches Tageblatt

Das Schuldenproblem der Provinz Buenos Aires

Die Provinz Buenos Aires hat einen Schuldenberg, mit dem sie nicht fertig wird, weil sie keine neuen Schulden aufnehmen kann, die die Amortisation der bestehenden decken. Die internationale Kreditsperre für Argentinien betrifft sowohl den Bundesstaat wie die Provinzen. Insgesamt verfallen bei der Provinz 2020 Schulden für u$s 2,7 Mrd., davon ganze u$s 725 Mio. schon im Januar. Von diesem Betrag wurden u$s 250 Mio. von privaten Investoren gezeichnet, und sie verfallen am 26. Januar 2020. Der Rest wurde beim Sonderfonds der ANSeS untergebracht, so dass es sich um eine innerstaatliche Schuld handelt, die faktisch automatisch erneuert wird.

Es handelt sich um Dollartitel, die der Gesetzgebung von New York unterstellt sind. Wenn es keine Umschuldung gibt, mit Zustimmung von Inhabern von mindestens 75% des geschuldeten Betrages, oder die Bundesregierung der Provinzregierung hilft, mit Zuwendungen, die die Zahlungsverpflichtungen decken, oder durch Aufnahme dieser Schuld in das nationale Umschuldungsprogramm, dann gerät die Provinz Buenos Aires in Default, und das wäre eine Katastrophe, die auch die Verhandlung über die Umschuldung der Schulden des Bundestaates belasten würde.

Nachdem Präsident Alberto Fernández am Montag erklärte, dass es keinen finanziellen Beistand für die Provinz Buenos Aires geben werde, wie es schon Wirtschaftsminister Martón Guzman vorher erklärt hatte, ging die Notierung der Provinzbonds drastisch zurück. Der Bonds “Buenos Aires 2021 (BP21D) fiel um 8% und der Bonds “Buenos Aires 2019 (BP28D) um 6%. Beide Bonds lauten auf Dollar und unterstehen der Gesetzgebung der USA. Dieser Kursverfall hat die Landesrisikorate sofort in die Höhe getrieben, am Montag auf 1.830 Punkte.

Gouverneur Axel Kiciloff fordert von den Inhabern der Bonds, dass sie ihm eine Frist bis Mai 2020 geben. Inzwischen zahlt er die Zinsen auf diese Bonds, die u$s 27 Mio. ausmachen, was ein deutliches Zeichen des guten Willens ist. Wollte er die Schuld nicht zahlen, so würde er auch die Zinsen fallen lassen. Obwohl er im Mai genau so wenig wird zahlen können wie jetzt, kann er diese Galgenfrist benutzen, um ein Zahlungsprogramm mit Streckung der Zahlungen auszuhandeln. Im Mai dürfte ohnehin die Umschuldung der nationalen Schuld schon abgeschlossen sein, so dass Kiciloff dann diesem Beispiel folgen kann. Für die Gläubiger ist es auf alle Fälle günstiger, eine “freiwillige” Streckung der Zahlungen hinzunehmen als es auf einen Default ankommen zu lassen. Denn bei einem Default entwerten sich die Titel, die sie im Portefeuille haben, noch viel mehr.

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