• Argentinisches Tageblatt

Cristinas Venezuela-Vergleich

Ex-Präsidentin zur Ernährungssituation im Land

Cristina sorgte durch ihren polemischen Vergleich für Wirbel. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/jea) - In Argentinien fehlen vielen Menschen die für ihren Unterhalt notwendigen Lebensmittel. Sie essen zu wenig oder nicht das, was sie essen sollten, um gesund zu bleiben. Bei Kindern betrifft dies auch die Gehirnentwicklung, was nicht wieder aufgeholt werden kann und diese Menschen in ihrem ganzen Leben belastet. Doch bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind es Ausnahmefälle. Im Allgemeinen ist die Bevölkerung, so wie man sie auf den Straßen sieht, gut ernährt, auch mit vielen Menschen mit Übergewicht. Dass sich viele Menschen falsch ernähren, mit zu wenig Gemüse, ist etwas anderes.

Der Vergleich mit Venezuela, den Cristina Fernández de Kirchner geäußert hat, ist jedoch wirklich grober Unfug. Die einstige Staatschefin, die sich momentan um das Vizepräsidentenamt bewirbt, hatte kürzlich bei einer Veranstaltung in Mendoza behauptet, dass die Ernährungssituation in Argentinien derjenigen im Krisenland Venezuela gleiche. Doch dies ist so nicht haltbar, denn dort fehlt es allgemein an Nahrung. Die Welternährungsorganisation FAO hat festgestellt, dass 67 Prozent der venezolanischen Bevölkerung allein im Jahr 2017 elf Kilogramm an Gewicht verloren haben.

Von den fünf Millionen Menschen, die Venezuela in den letzten Jahren verlassen haben, taten dies viele, da sie Gefahr liefen, in ihrem Land zu verhungern. Viele Menschen kommen in ländlichen Gegenden mit Bananen und Fisch aus, die sie sich leicht besorgen können, eventuell auch mit Eigenproduktion von Gemüse. Doch in den Städten bestehen diese Möglichkeiten nicht.

In Argentinien sollte es hingegen überhaupt kein Ernährungsproblem geben. Es werden Nahrungsmittel im Überfluss produziert, und es werden enorm viel Gemüse, Obst und andere Nahrungsmittel weggeworfen. Die Aufgabe besteht darin, diese Nahrungsmittel zu sammeln und sie denjenigen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen, also an erster Stelle den vielen sozialen Tafeln, die Wohltätigkeitsorganisationen und auch einzelne Menschen betreiben.

Eine private Organisation bemüht sich jetzt, dies auf die Beine zu stellen, sodass Lebensmittel direkt an die sozialen Tafeln gelangen. Mit diesem Thema, das auch unter den Kirchner-Regierungen bestand, befasst sich die Macri-Regierung intensiv. Aber es fehlt noch viel. In Venezuela hingegen ist das Hungerproblem so groß, dass die Regierung nicht weiß, was sie machen soll.

10 vistas

© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon