• Argentinisches Tageblatt

Claudio Bonadio ist tot

Der Richter, der gegen CFK ermittelte, erlag Gehirntumor

Claudio Bonadio. (Foto: TN)

Buenos Aires (AT/mc) - Er machte Cristina Fernández de Kirchner das Leben schwer: Claudio Bonadio. Am frühen Dienstagmorgen ist der Bundesrichter, der die wichtigsten Korruptionsverfahren gegen Mitglieder der einstigen Kirchner-Regierung leitete, in seinem Haus im Buenos-Aires-Stadtteil Belgrano gestorben. Der Jurist wurde 64 Jahre alt. Er erlag einem Gehirntumor. Bereits im Vorjahr hatte er sich deswegen einer Operation unterziehen müssen. Doch er erholte sich nicht.

Bonadio ermittelte gegen die Ex-Präsidentin auf mehreren Feldern. Zuerst untersuchte er Dollar-Termingeschäfte während Kirchners Präsidentschaft. Ganz großes Geschütz fuhr er auf, als er Kirchner im Zusammenhang mit dem Iran-Memorandum „Vaterlandsverrat“ vorwarf. Des Weiteren nahm er das Hotel-Imperium der einstigen Präsidentenfamilie in El Calafate unter die Lupe, wobei es um Korruptions- und Geldwäschevorwürfe ging. Kirchner sah sich als Opfer politischer Verfolgung, hinter der sie den ehemaligen Präsidenten Mauricio Macri wähnte. Bonadio bezeichnete sie als „Auftragskiller“.

Eine von Bonadios letzten Maßnahmen vor den Gerichtsferien im Januar war es, Kirchner und zahlreiche ihrer einstigen Funktionäre in einem weiteren Korruptionsverfahren vorzuladen, das sich auf Tagebuch-Kopien des einstigen Chauffeurs Óscar Centeno stützt.

Die wichtigsten Verfahren, die Bonadio führte, dürften nun erst mal auf dem Schreibtisch seines Amtskollegen Sebastián Casanello landen. Dieser hatte zumindest die Urlaubsvertretung bis zum 1. März übernommen, um die Bonadio in der Vorwoche gebeten hatte.

Bonadio stammte aus San Martín in der Provinz Buenos Aires. Seine juristische Ausbildung absolvierte er an der Universität von Buenos Aires. 1994 wurde er während der Präsidentschaft von Carlos Menem zum Bundesrichter ernannt. Er untersuchte unter anderem den Terroranschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA, wurde 2005 aber unter dem Vorwurf der Befangenheit von dem Fall abgezogen.

2001 geriet Bonadio in die Schlagzeilen, als er zwei Räuber in Villa Martelli erschoss. Diese hatten zuvor auf einen Freund Bonadios geschossen.

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