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Buntes Volksfest auf der Avenida de Mayo

Actualizado: 7 de sep de 2019

„Buenos Aires Celebra“: Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei und Bulgarien / Süddeutsches Brauchtum überwiegt

Von Alina Weinack

Der deutsche Botschafter Jürgen Christian Mertens hält seine Rede auf der Bühne des „BA Celebra“-Festtages. (Foto: mc)

Buenos Aires - „Ich bin der Anton aus Tirol!“ schallt es laut in Richtung Plaza de Mayo am Sonntagnachmittag. Die Sonne strahlt über den Besuchern des alljährlichen „Buenos Aires Celebra“, die klatschend zu dem deutschen Schlagersong von DJ Ötzi mitwippen. Mit Musik, Tanz und kulinarischen Köstlichkeiten wurde hier u.a. die deutsch-argentinische Vereinigung zelebriert.

Neben den Ländern Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei, die schon vergangenes Jahr in der Avenida de Mayo geehrt wurden, wurde dieses Jahr auch Bulgariens Kultur auf dem Fest repräsentiert. An über 50 Ständen konnten die Besucher von verschiedenen Wurst- und Käsesorten über den klassischen Gugelhupf bis hin zum typisch bayrischen Schweinebraten mit Knödeln und Kraut in den Genuss europäischer Spezialitäten kommen.

Um 12 Uhr begann das Fest, die Straßen füllten sich und die ersten Bratwürste wurden gegrillt. Nach ausgiebigem Schlemmen, Tanzen und Lachen begann der große Umzug gegen 15 Uhr. Frauen und Männer bewegten sich in bunten Trachten und Anzügen in einem großen Tumult aus Tanz und Gesang Richtung Bühne.

Hier, im Zentrum des Geschehens, wurden weiterhin spektakuläre Darbietungen unter anderem zu deutscher Schlagermusik hingelegt. Davor zahlreiche klatschende Menschen, die sich ihren Weg durch das Getümmel der vielen kleinen Buden und Stände gebahnt haben, um das bunte Spektakel zu bestaunen.

Besuch von Botschafter Jürgen Christian Mertens (2.v .r.) beim Stand der FAAG. Im Bild unter anderen Christa Hörl (3.v.l.), die für die deutsche Gemeinschaft im Organisationsteam war. (Foto: mc)

Neben dem großen Angebot an traditionellen Speisen gab es auch Infostände, an denen man sich ein Bild von den verschiedenen Kulturen schaffen und Wissen über die deutsche Community in Argentinien aneignen konnte. Nach wie vor gibt es zahlreiche deutsche Zusammenkünfte in Argentinien, unter anderem der Deutsche Krankenverein und der Jüdische Hilfsverein. „Wir versuchen, die Geschichte dieser Organisationen zu erhalten“, erklärt Roberto Liebenthal, der Präsident des Zentrums der deutschsprachigen Immigration nach Argentinien (DIHA). Durch den Verkauf von deutschsprachigen Büchern von argentinischen Herausgebern soll die deutsche Sprache und Kultur auch in den folgenden Generationen erhalten bleiben. „Viele dieser Organisationen sind über 100 Jahre alt“, betont Liebenthal.

Auch der deutsche Botschafter Jürgen Christian Mertens teilte diese Ansicht in seiner Rede mit den Besuchern der „Buenos Aires Celebra“ und bekräftigt die kulturelle Vielfalt der Metropole Buenos Aires: „Buenos Aires zeichnet sich aus, durch verschiedene Einflüsse unterschiedlicher Kulturen, die hier eine wichtige Rolle spielen.“ Damit fing der deutsche Botschafter die Stimmung des Festes an diesem sonnigen Sonntag perfekt ein. Er dankte der Stadt Buenos Aires für den Raum, der den anderen Kulturen geboten wird, um sichtbar zu werden und sich zu entfalten.

Die deutsche Kultur wurde indes bei der Veranstaltung vornehmlich - wie so oft - durch den südlichen Teil Deutschlands repräsentiert. Bunte Trachten, traditionelle Volkstänze und deftige Hausmannskost bestärkten das vorherrschende Klischee vom Sauerkraut-essendem Lederhosen-Jodler als dem klassischen Deutschen. Schön wäre es doch, wenn im nächsten Jahr der Blick auf die deutsche Kultur etwas geöffnet und erweitert werden könnte.



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