Brunnen der Plaza Alemania beschädigt

Metalldiebe stehlen sieben Bronze-Wappen

Plaza Alemania
Von den gestohlenen Bronzeschilden fehlt bisher jede Spur. (Foto: cld)

Buenos Aires (AT/wvg) – Wo einst die Landeswappen der deutschen Bundesländer den „Deutschen Brunnen“ im Buenos Aires-Stadtteil Palermo zierten, klaffen seit einigen Tagen unschöne Lücken. Der Grund: Mutmaßliche Metalldiebe haben sieben der Bronzeschilde abmontiert und mitgenommen. Derartige Diebstähle sind in Bue-nos Aires kein neues Phänomen. Bereits seit Jahren werden immer wieder Bestandteile öffentlicher Denkmäler gestohlen.

Von den 16 an der Rückseite des Brunnens angebrachten Bronzewappen sind insgesamt sieben verschwunden. Betroffen sind die Wappen der Bundesländer Hamburg, Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfahlen, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen. Jedes der Wappen wiegt ca. 150 kg. Darüber hinaus wurden im gleichen Zeitraum noch drei weitere Bronzeelemente eines von Frankreich gestifteten Denkmals im Stadtteil Recoleta mit je 250 kg Gewicht gestohlen. Zusammengerechnet verschwanden so innerhalb kurzer Zeit 1,8 Tonnen Bronze.

Der Verband der Deutsch-Argentinischen Vereinigungen (FAAG) reagierte bestürzt auf den Diebstahl. Die Stadtverwaltung müsse sich fragen, wozu es ein Gitter um die Plaza gebe, so der Verband in einer Mitteilung zum bevorstehenden Tag des Einwanderers am 4. September. Tatsächlich ist der Platz um den Brunnen von einem hohen Zaun umgeben und zudem videoüberwacht. In der Vergangenheit wurde der Platz häufig von deutschstämmigen Vereinigungen für Veranstaltungen genutzt.

Die 1914 eingeweihte Plaza Alemania liegt im nördlichen Teil von Palermo, gleich neben der exklusiven Avenida Libertador und in unmittelbarer Nachbarschaft zum japanischen Garten. Ihren heutigen Namen trägt sie seit 1964. Zentraler Blickfang des von Carlos Thays gestalteten Platzes ist der nun beschädigte Brunnen „Fuente Riqueza agropecuaria argentina“ (dt. etwa: Brunnen des landwirtschaftlichen Reichtums Argentiniens). Der aus Marmor und Bronzeelementen bestehende Brunnen zeigt Darstellungen, welche die reichhaltigen Erträge der argentinischen Landwirtschaft thematisieren. Das 1918 eingeweihte Monument war ein Geschenk der deutschen Gemeinschaft zur 100-Jahr-Feier Argentiniens und wird gemeinhin auch „Deutscher Brunnen“ genannt.

Der Diebstahl ist Teil einer langen Serie von Metalldiebstählen in Buenos Aires. Laut einem Bericht der Zeitung „La Nación“ gehen Ermittler davon aus, dass hinter den Diebstählen organisierte Strukturen, teils mit Verbindungen ins Ausland stecken. In den letzten Jahren seien demnach über 30 Tonnen künstlerisch verarbeitete Bronze verschwunden. Teilweise handelte es sich dabei um historisch wertvolle Objekte wie beispielsweise die Köpfe einer Statuengruppe an der Costanera Sur. Häufiger werden jedoch Alltagsgegenstände wie Türklinken, Geländer oder Telefonkabel gestohlen. Da viele Schrotthändler nicht nach der Herkunft der Metalle fragen, landet das meiste Diebesgut früher oder später im Schmelztiegel.

Auch in Deutschland ist Metalldiebstahl ein zunehmendes Problem. So wurde beispielsweise im Februar einer Frankfurter Statue Karls des Großen die metallene Schwertklinge entwendet. Darüber hinaus sind es insbesondere Baustellen und Bahnanlagen, die mit dem Phänomen zu kämpfen haben. Dort werden bevorzugt Kupferkabel gestohlen. Die Täter profitieren dabei von steigenden Rohstoffpreisen.


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