• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 10.5.19 bis 17.5.19)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $46,16, gegen $ 46,33 in der Vorwoche. Die ZB hat den Kurs auch durch Dollarterminverkäufe gestutzt (deren Umfang nicht bekanntgegeben wurde). Dabei wurde der Zinssatz für die Leliq-Schatzscheine leicht gesenkt, auf 71,60%, was immer noch absurd hoch ist. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 67.28 Mrd., gegen u$s 68,76 Mrd, eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.4.20 bei $ 72,10, was einen Jahreszinssatz von 62,69% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch einen Rückgang von 1,65%, liegt aber immer noch um 9,66% über Ende 2018. Der Kursverlust ergibt sich im Rahmen einer allgemeinen Baisse bei den Weltbörsen.

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Die argentinischen Staatstitel verzeichnen in einer Woche zum Mittwoch allgemein Kursverluste auf. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argntina 2021: -0,47%: Argentina 2022: -1%; Argentina 2026: -0,84%; Argentina 2046: -1,11%; Bonar 2024: -0,57%.

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Die Geldmenge, begriffen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 13.5.19 um 25,79%, bei einem Rückgang von 4,62% in einer Woche. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg um18,51%.

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Die gesamten Bankdepositen in Pesos stiegen in 12 Monaten zum 13.5.19 um 32,18% auf $ 3 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 2,87% auf 1,60 Bio. zu. Wenn man die Inflation berücksichtigt, so sind die Kredite in Pesos in einem Jahr real um über ein Drittel zurückgegangen. Die Dollardepositen stiegen in der gleichen Periode um 14,89%, bei einer Zunahme von 2,16% in einer Woche, auf u$s 32,18 Mrd. Die Dollarkredite nahmen um 2,13% auf u$s 16,24 Mrd. zu.

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Die Stadt Buenos Aires verzeichnet im April eine Zunahme der Konsumentenpreise von 3,7%, leicht über der von 3,4%, die das INDEC für das ganze Land berechnet hat. Das statistische Amt der Stadt weist darauf hin, dass die Zunahmen in 4 Monaten 2019 15,7% und in 12 Monaten zum April 53,4% betrug.

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Der Index der Konsumentenpreise des INDEC ergibt für April +3,4%, aber +3,8% bei der Kerninflation, bei der öffentliche Dienste und saisonale Schwankungen ausgenommen werden. Die Preise der staatlich regulierten Produkte nahmen um 3,3% zu, und die der saisonalen Produkte um 1,6%. Das erklärt, warum die Kerninfltion unter der allgemeinen lag.

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Bei der Umwandlung der Sarmiento-Vorortbahn (Bahnhof Once bis zum Vorort Haedo) in eine U-Bahn, ist jetzt eine Möglichkeit aufgekommen, das Projekt zu verbilligen. Der Tunnel der U-Bahn wurde schon von Haedo bis zur Grenze der Stadt Buenos Aires ausgegraben, aber es fehlt noch der größte Teil des Baus und der Legung der Schienen. Jetzt wird die Möglichkeit erwogen, den Tunnel nicht weiter zu bauen, sondern die Eisenbahn in der Stadt, bis zum Bezirk Caballito, in die Höhe zu verlegen (wie bei der Mitre-Bahn in Belgrano), und dann von Caballito bis Once, nur einen Graben, stattt einen Tunnel zu bauen. Dabei könnten dann fast sämtliche Straßenkreuzungen freigegeben werden, ohne Barrieren. Gegenwärtig ist der Bau zur U-Bahn unterbrochen worden, weil die finanziellen Mittel fehlen. Als Kompromisslösung soll das Projekt jetzt mit viel weniger Geld als ursprünglich geplant beendet werden. Doch auch dies ist finanziell nicht einfach.

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Der Präsident der Kammer der Bergbauunternehmen, Marcelo Alvarez, erklärte, dass die Aussicht bestehe, dass die Exporte von Bergbauprodukten, die 2018 u$s 3,85 Mrd. erreicht haben, binnen zwei Jahren stark steigen. Produktions- und Arbeitsminister Dante Sica, gab bekannt, dass die Investitionen auf diesem Gebiet ab 2015 um 95% gestiegen seien und dieses Jahr u$s 250 Mio. erreichen würden.

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Die OPIC (Overseas Private Investment Corporation), die staatliche Agentur der USA für Finanzierung ausländischer Privatunternehmen, hat einen Kredit von u$s 45 Mio. für Plaza Logística angekündigt, die sich mit Warentransport und -lagerung befasst. Ryan Brennan, Geschäftsführer der OPIC, erklärte, es seien schon 17 Investitionsprojekte in Argentinien identifiziert worden, die eine Gesamtinvestition von u$s 5,2 Mrd. darstellen, die zum Teil von der OPIC finanziert werden können.

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Die AFIP hat am Donerstag durch Bechluss 4478 (Amtsblatt vom 9.5.19) bestimmt, dass die Aktiengesellschaften bei Auszahlung von Dividenden 7% für die Bilanzjahre 2018 und 2019, und 13% danach, einbehalten müssen. Der Aktionär kann diesen Betrag bei seiner jährlichen eidesstattlichen Steuererklärung abziehen. Die letzte Steuerreform hat den Satz der Gewinnsteuer bei Aktiengesellschaften und G.m.b.Hs von 35% auf 25% gesenkt, aber eine Steuer auf Dividenden eingeführt.

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Die Regierung hat den Preis für Bioethanol aus Zuckerrohr um 3% auf $ 22,73 pro Liter erhöht, und den von Bioethanol aus Mais um 2% auf $ 20,86 pro Liter. Ebenfalls wurde der Preis für Biodieselöl um 3,5% auf $ 28,73 pro Liter erhöht. Bioethanol wird aus Alkohol hergestellt und dem Benzin beigemischt, und Bioethanol, das aus Sojaöl gewonnen wird, dem Dieselöl, in beiden Fällen in Prozentsätzen, die die Regierung festsetzt. Dadurch wird der Ausstoß an Kohlendioxyd verringert.

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Der Umsatz der Selbstbedienungsläden mit weniger als 400 qm Fläche (was auch die chinesischen Supermärkte umfasst) ist im interannuellen Vergleich im April um 12,7% zurückgegangen, hat die Consulting-Firma Focus Market ermittelt. Dabei betrug der Rückgang bei Nahrungsmitteln 7,58%, bei Reinigungsmitteln hingegen 18,29%. Die ersten 4 Monaten 2019 liegen um 10,7% unter dem Vorjahr.

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China hat 25 weitere Schlachthäuser für den Export von Rindfleisch und Schweinefleisch zugelassen. Gleichzeitig ist eine Delegation argentinischer Unternehmer nach Shanghai gereist, um bei der Lebensmittelmesse SIAL in Shanghai präsent zu sein. Ferner sind auch die Verhandlungen fortgeschritten, damit China die Gebiete anerkennt, in denen Äpfel, Birnen und Pflaumen erzeugt werden, die frei von der Obstfliege sind. Und schließlich gab es auch Fortschritte beim Register der Betriebe, die Erbsen, Honig und Eierprodukte erzeugen, sodass diese Produkte nach China geliefert werden können. Die Bemühungen, um sanitäre Hindernisse beim Export nach China zu überwinden, schreiten voran.

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Im April wurden 132.308 gebrauchte Kfz. verkauft, 6,87% unter dem gleichen Vorjahrsmonat aber um 5,13% über März 2019, teilt der Agenturenverband CCA (Cámara de Comercio Automotor) mit. In den ersten 4 Monaten 2019 waren es 540.582 Einheiten, 8,07% unter dem Vorjahr.

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Die Zahl der Schwarzarbeiter beträgt per Ende 2018 laut INDEC 7,6 Mio. Menschen. Ab 2016 wurden in zwei Jahren 547.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, von denen jedoch nur 49.000 in das legale System (mit Sozialabgaben) eingetragen wurden 228.000 waren Arbeitnehmer, die schwarz beschäftigt wurden, und 270.000 Selbstständige, von denen über die Hälfte nicht eingetragen wurde.

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Die US-Firma MSCI (Morgan Stanley Capital Investment) hat Argentinien in die Kategorie des “aufstrebenden Marktes” (“mercado emergente”) eingestuft, was ab 29. Mai gilt. Das erlaubt den Investment-Fonds der USA, argentinische Aktien u.a. Wertpapiere zu kaufen.

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Die Kapazität der Industrie war im März zu 57,7% ausgelastet, 3,9 Prozentpunkte unter dem gleichen Vorjahresmonat und 0,8 Prozentpunkte unter Februar 2019. Im März lag die Auslastung bei Erdölraffinerien mit 76,6% am höchsten und bei der Kfz-Industrie mit 35% am niedrigsten.

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Die Pensionen, Hinterbliebenen- und Gnadenrenten und das Kindergeld werden ab 1. Juni um 10,74% erhöht, teilt die ANSeS mit. Es handelt sich um zweite der vier jährlichen Zunahmen, die im Gesetz vorgesehen sind. Die Mindestpension steigt im Juni von $ 10.410,32 auf $ 11,528,44. In diesem Jahr liegt die Erhöhung somit bis einschließlich Juni bei 23,55%, etwas mehr als die Inflation.

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Im April hat die argentinische Handelskammer 618 Straßenverkäufer in der Stadt Buenos Aires ermittelt, 32% über dem gleichen Vorjahresmonat und 12,8% über März 2019.

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Das Haushaltsbüro des Kongresses, das sich mit den Staatsfinanzen befasst, hat ermittelt, dass im April ein primärer Überschuss von $ 36,83 Mrd. erreicht wurde, der sich mit einem Defizit von $ 11,94 Mrd. im gleichen Vorjahresmonat vergleicht. Das Ergebnis wurde erreicht, obwohl die laufenden Einnahmen real nur um 2,7% über dem Vorjahr lagen. Aber die sozialen Ausgaben waren real 20,3% niedriger, die Subventionen für öffentliche Dienste und Staatsunternehmen um 23,9%, die Verwaltungsausgaben um 20,7%, die Überweisungen an Prozenten um 29,6% und die Kapitalausgaben um 40%. Doch auf der anderen Seite sind die Zinsausgaben real um 33,4% gestiegen, so dass das Gesamtdefizit (benannt “finanziell”) mit $ 76,36 Mrd. um 15% über dem Vorjahr lag.

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