• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

Vom 21.2 bis 28.2.

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 64,09, gegen $ 63,82 in der Vorwoche. Der Kurs bei Grossistengeschäften lag bei $ 62,09, gegen $ 61,23 in der Vorwoche. Der Schwarzkurs (benannt “blue”) lag bei $ 78,70, gegen $ 78,25 in der Vorwoche. Dieser Kurs liegt unter dem von $ 83,32, der sich beim offiziellen Kurs plus Steuer von 30% ergibt, Der Kurs, der sich bei Überweisungen über Staatspapiere in Dollar ergibt (“contado con liqui”) lag bei $ 80,25, gegen $ 83,47 eine Woche zuvor. Die ZB konnte am Mittwoch Leliq-Schatzscheine auf 28 Tage in Höhe von $ 210 Mrd. zu 40% unterbringen, was eine weitere Zinssenkung darstellt. Die ZB-Reserven lagen bei u$s 44,71 Mrd, gegen u$s 44,70 Mrd. in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.11.20 bei $ 82,85, was einen Zinssatz von 46,3% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires ging in einer Woche zum Mittwoch um 5,13% zurück und lag um 12,80% unter Ende 2019. Dies war eine direkte Folge der Coronavirus-Pandemie, die eine anormal hohe Wirkung auf die Weltwirtschaft hatte.

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Die argentinischen Staatstitel wiesen in einer Woche zum Mittwoch eine Baisse auf. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2021: -0,30%; Argentina 2022: -1,40%; Argentina 2026: -0,53%; Bonar 2024: -3,69%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 3.287,41 pro Gramm gehandelt (Vorwoche: $ 3.112,50), und bei 18 Karat zu $ 2.301,18 ($ 2.178,75).

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Die Geldmenge, definiert als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 20.2.20 um 45,13%, bei einer Zunahme von 16,02% im letzten Monat. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro. und Spardepositen), das Zahlungsmittel im weiteren Sinn umfasst, stieg in 12 Monaten um 52,96%. Die Geldpolitik verbleibt expansiv.

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Die gesamten Pesodepositen der Banken stiegen in 12 Monaten zum 20.2.20 um 38,04% auf $ 4,08 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 22,59% auf $ 1,98 Bio. zu. Die Kreditexpansion blieb weit hinter der Inflation zurück, so dass real eine starke Abnahme stattfand. Die Dollardepositen nahmen in der gleichen Periode um 35,78% auf u$s 21,32 Mrd. ab, und die Dollarkredite sanken um 38,25% auf u$s 9,95 Mrd.

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Die Regierung hat ab gestern die Eintragung von Exportgeschäften in das offizielle Register aufgehoben, was bedeutet, dass die betroffenen Exporte nicht zum gegenwärtigen Exportzoll vollzogen werden können. Das wird als Zeichen der Erhöhung der Exportzölle interpretiert, an erster Stelle bei Sojabohne, von 30% auf 33%. Bei Weizen, Mais und Sonnenblume liegen die Exportzölle bei 12%.

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Die Finanzen des Bundesstaates weisen im Januar ein primäres Defizit von $ 3,37 Mrd. aus, das sich mit einem Überschuss von $ 16.65 Mrd. im gleichen Vorjahresmonat vergleicht. Die Verschlechterung betrug somit $ 20,42 Mrd. Die Zinszahlungen erreichten im Januar $ 87,05 Mrd., 13,5% über dem Vorjahr. Somit erreichte das Gesamtdefizit (benannt “finanzielles Defizit”) $ 90,82 Mrd., 51,3% über Januar 2019. Die gesamten Einnahmen lagen im Januar 2020 bei $ 395,22 Mrd., 40,3% über dem Vorjahr, wobei die Steuereinnahmen um 39,2% und die Sozialabgaben um 37,6% stiegen. Die primären Ausgaben lagen mit $ 398,99 Mrd. um 50,6% über dem Vorjahr. Dabei stiegen die Sozialausgaben (die 80% der Gesamtausgaben ausmachen) interannuell um 88,7%. Das ist auf Erhöhung der Pensionen und Kindergelder zurückzuführen, und auch auf das Programm AlimentAr, das in einer Schenkung von Lebensmitteln besteht. Ebenfalls stiegen die Subventionen für öffentliche Dienste interannuell um 76,4%, was eine direkte Folge der Einfrierung der Tarife ist. Bei den Kapitalausgaben (Staatsinvestitionen) fand ein akuter Rückgang statt: es waren $ 11,48 Mrd.,35,2% unter dem Vorjahr.

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Der Umsatz der Supermärkte, die das INDEC erfasst, erreichte im Dezember 2019 $ 83,59 Mrd, 46,1% über dem Vorjahr. In konstanten Werten ergibt sich dabei ein Rückgang von 6,3%, der auf geringeren verkauften Mengen und Übergang auf billigere Produkte und Marken zurückzuführen ist. Hingegen wiesen die Grossistensupermärkte einen Umsatz von $ 14,17 Mrd. aus, 66,5% über dem Vorjahr, was eine reale Zunahme von 7,4% ergibt. Das zeigt einmal, dass viele Käufer vom Supermarkt auf den Grossistenmarkt übergegangen sind, und auch, dass die zahlreichen Selbstbedienungsläden (chinesische u.a.), die bei den Grossistenmärkten einkaufen, eine Umsatzzunahme hatten.

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Neue Medikamente durch Big Data

Personalisierte Medizin auf dem Vormarsch

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Der neu ernannte Interventor des Kohlenbergwerkes von Rio Turbio (formell benannnt “Yacimientos Carboníferos Rio Turbio”), Aníbal Fernández, hat als erstes 417 Angestellte entlassen, die in den letzten Tagen der Macri-Regierung in die normale Belegschaft aufgenommen worden waren, nachdem sie vorher nur vertraglich für eine bestimmte Zeit verpflichtet waren. Der vorangehende Leiter des Unternehmens, Omar Zeidan, hatte dies mit der Tatsache begründet, dass diese Arbeitnehmer für die Tätigkeit des Unternehmens notwendig seien. Doch Fernández wies darauf hin, dass das Bergwerk stillsteht, einmal wegen des schlechten Zustandes desselben und dann auch, weil das Personal deshalb nicht in der Mine arbeiten will. Aníbal Fernández hat jetzt einen geringen Handlungsspielraum, nachdem das Unternehmen einen hohen Beitrag der Staatskasse benötigt, um wieder normal tätig zu sein und das Kraftwerk zu beenden. Doch das Schatzamt verfügt nicht über diese Mittel.

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Die Zeitung “Clarín” berichtet am 22.2.20 in einem Artikel von Jorge Castro (der über China sehr gut informiert ist), dass der chinesische Verband für die industrielle Entwicklung (CAPID) mit dem argentinischen Verband der Schweineproduzenten (AAPP) vereinbart hat, ein Investitionsprogramm von u$s 27 Mrd. in Gang zu setzen, um zwischen 2024 und 2028 Exporte von Schweinefleisch in Höhe von u$s 20 Mrd. pro Jahr zu erreichen. Der Bestand von weiblichen Schweinen soll dabei von gegenwärtig 6 Mio. in 5 bis 8 Jahren auf etwa 100 Mio. steigen. Dies soll auf zahlreiche Betriebe aufgeteilt werden, von denen jeder eine Investition von u$s 100 bis u$s 150 Mio. erfordert. Die Finanzierung soll von China beigesteuert werden. Das Programm erscheint übertrieben; doch auch wenn nur ein Viertel davon verwirklicht wird, handelt es sich um einen enormen Sprung bei der argentinischen Schweinewirtschaft.

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Der EMAE-Index des INDEC (der eine grobe Schätzung des BIP auf Grund kurzfristig verfügbarer Daten ist) weist für Dezember 2019 einen interannuellen Rückgang von 2,1% aus, lag jedoch um 0,2% über November 2019. In den vier Jahren der Macri-Regierung betrug der Rückgang 3,5%.

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Die Handelsbilanz weist im Januar 2020 einen Überschuss von u$s 1.015 Mio. aus, womit dieser in 12 Monaten zum Januar u$s 16,63 Mrd. betrug. Im Januar gingen die Exporte um 0,8% auf u$s 4,55 Mrd. zurück, bei einer durchschnittlich Preisabnahme von 2,2% und einer Mengenzunahme von 1,5%. Die Importe lagen mit u$s 3.54 Mio. um 16,1% unter dem Vormonat, bei einem Preisrückgang von 7,1% und einem Mengenrückgang von 9,7%.

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Die ZB hat durch Mitteilung “A”6910 verfügt, dass die Banken, die den Betrag erhöhen, den sie für Konsumkredite im Rahmen des Programms “Ahora 12” bestimmen, eine Verringerung der Zwangsreserven erhalten.

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Die Subventionen für elektrischen Strom, Gas, Benzin und Dieselöl stiegen gemäß Angaben des Energiesekretariates von 0,4% des Brutinlandsproduktes im Jahr 2006 kontinuierlich bis zu 3,5% des BiP 2014. Von da an nahmen sie ab, und 2019 lagen sie bei 1,4% des BIP: 2020 düfte es über 2% des BIP sein, auch wenn die Tarife ab Juni erhöht werden.

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Cristina Kirchner hat in Santa Cruz den Ort besucht, wo die Wasserkraftwerke Condor Cliff und Barrancosa gebaut werden. Sie wurde vom K-Unternehmer Gerardo Ferreyra begleitet, von Electroingeniería, die am Projekt beteiligt ist. Das ursprüngliche Projekt, das bei den Kraftwerken eine Gesamtleistung von 1.74 MW vorsah, wurde unter Macri revidiert und auf 1.290 MW verkleinert, aus Gründen des Umweltschutzes. Jetzt soll eine weitere geringe Änderung des Projektes aus diesem Grund stattfinden. Das Objekt wurde seinerzeit an die chinesische Gezhouba zugeteilt, mit den lokalen Electroingeniería und Hidrocuyo als Minderheitspartner. Als Ferreyra wegen Zahlung von Schmiergeldern in legale Schwierigkeiten geriet, erhöhte Gezhouba ihren Anteil auf 70%. China finanziert 85% des Projektes, das auf u$s 4,7 Mrd. veranshlagt wurde, von denen schon u$s 1,1 Mrd. effektiv eingesetzt wurden. Jetzt ist ein zusätzliches Problem aufgetaucht: die Zentrale von Gezhouba befinden sich in der chinesischen Provinz Wuhan, wo die Epidemie des Coronavirus ausgebrochen ist, so dass das Personal der Firma derzeit nicht nach Argentinien kommen kann.

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Roboter-Busse am Rhein

In Monheim beginnt die Mobilitätswende

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Bei der Ausschreibung von drei Kaplan-Turbinen für das Wasserkraftwerk Yacyretá, mit insgesamt 276 MW (9% zusätzlich beim bestehenden Kraftwerk) erhielt die deutsch-brasilianische Voith Hydro Brasil den Zuschlag, bei einer Offerte von u$s 99,7 Mio. gegen u$s 116 Mio, vom Konzern Araverá (gebildet aus der lokalen IMPSA, einem paraguayischem und einem chinesischen Unternehmen). IMPSA hat Berufung vor Gericht gegen die Entscheidung eingebracht, mit dem Argument, dass ihr Angebot eine sehr hohen Anteil an lokaler Produktion habe, während es sich bei Voith um importierte Turbinen handle. Außerdem sei ihre Turbine qualitativ besser als die von Voith. Die Leitung von EBY, das Yacyretá verwaltet, besteht jedoch auf der ursprünglichen Entscheidung. In der Tat war der hohe lokale Anteil in den Lastenheften der Ausschreibung nicht gefordert worden.

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Die Regierung hat einen ersten Schritt bei der “Pesifizierung” der Stromtarife vollzogen. Das Ministerium für produktive Entwicklung, dem das Energiesekretariat untersteht, hat verfügt, dass der Strom aus Anlagen der Kraftwerke, die nur bei hoher Nachfrage oder Ausfall anderer Turbinen eingesetzt werden, in Pesos gezahlt wird.Statt bisher u$s 69 je MWSt., sind es jetzt Pesos, die u$s 60 bis $ 62 entsprechen, aber bei Abwertungen unverändert bleiben. Der feste Betrag, den die Kraftwerke erhalten, um eine bestimmte Kapazität bereitzuhalten (auch wenn der Strom nicht erzeugt wird) wird verringert. Angeblich soll durch diese Maßnahmen der Betrag der Subventionen um u$s 318 Mio. im Jahr sinken. Die Erklärung, die die Regierung über dies gegeben hat, ist konfus, wobei davon ausgegangen wird, dass der Leser weiß, wie das System der Vergütung bei den Kraftwerken funktioniert, was aber nicht der Fall ist.

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2,25 Mio. Menschen reisten während des langen Wochenendes der Karnevalswoche in die Tourismusorte des Landes. Es waren ca. 10% mehr als im Vorjahr und ein historischer Rekord, teilt das Ministerium für Tourismus und Sport mit. Die Hotels waren zu 90% bis 95% besetzt. Die Rezession ist hier gewiss nicht zum Ausdruck gekommen.

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Wirtschaftsminister Martín Guzmán hat gegenüber dem IWF versichert, dass die Regierung die Exportförderung zum Ziel habe, und in diesem Sinn vermeiden werde, dass der Wechselkurs hinter der internen Inflation zurückbleibt. Dass der Kurs in den letzten Wochen zurückgeblieben sei, erklärt Guzmán mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, den inflationären Schwung (“inercia inflacionaria”) zu bremsen. Guzmán hat somit eine Abwertung in Aussicht gestellt, was jedoch auch mit der angeblich beabsichtigen Erhöhung der Exportzölle auf landwirtschaftliche Produkte zusammenhängt, gegen die die Landwirte vorsichtshalber schon heftig protestiert haben. Es geht dabei nicht nur um Staatseinnahmen, die bitter notwendig sind, um eine weitere Zunahme des Defizits zu vermeiden, sondern darum, dass die Exportzölle die internen Preise von den internationalen abkoppeln, was sich auf den Preis von Brot, Teigwaren, Reis, Speiseöl, Rindfleisch u.a Produkte auswirkt, die eine hohe Wägung beim täglichen Konsum haben.

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Wieder Gnabry-Show in London

3:0 gegen Chelsea

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