• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 18.4.19 bis 26.4.19)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 44,92, gegen $ 44,22 eine Woche zuvor. Der Umsatz war letzte Woche höher als bisher, wobei auch ein höheres Angebot von Seiten der Exporteure von Getreide und Ölsaat auftrat. Der lokale Devisenmarkt spiegelt auch die Zunahme der Landesrisikorate auf 963 Prozentpunkte. Das war eine Folge des Kursrückganges um 4% bis 5% der in New York gehandelten argentinischen Staatstitel. Das hat jedoch faktisch eine geringe Bedeutung, da es ohnehin keine privaten Kredite für Argentinien gibt. Die ZB-Reserven lagen bei u$s 72,33 Mrd., gegen u$s 77,33 Mrd. in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31.3.20 bei $ 67,22, was einen Jahreszinssatz von 59,20% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires fiel in einer Woche zum Mittwoch um 7,15% und liegt jetzt um 1,80% unter Ende 2018.

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Die Staatstitel verzeichnen in einer Woche zum Mittwoch eine starke Baisse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2019: -0,05%; Argentina 2021: -8,62%; Argentina 2026: -7,93%; Argentina 2046; -5,50%; Bonar 2024: -8,83%.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Depositen der Banken bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 22.4.19 um 24,41%, wobei in diesem Jahr ein Rückgang von 9,98% einsetzte. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, verzeichnet in der gleichen Periode eine Zunahme von 18%.

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Die gesamten Bankdepositen in Pesos stiegen in 12 Monaten zum 22.4.19 um 32,91% auf $ 2,96 Bio., und die gesamten Bankkredite in Pesos nahmen um 3,35% auf $ 1,58% zu. Bei Berücksichtigung der Inflation sind die Kredite “real” um über ein Drittel zurückgegangen, was mit zur akuten Rezession beigetragen hat. Die Dollardepositen stiegen in der gleichen Periode um 13,52% auf u$s 35,20 Mrd., und die Dollarkredite um 1,42% auf u$s 16,19 Mrd. Bei Dollardepositen betragen die Pflichtreserven nur 20%, so dass die Banken u$s 28,16 Mrd. ausleihen könnten. Da sie jedoch nur Außenhandelsgeschäfte finanzieren können, verbleibt ein Betrag von u$s 12 Mrd., für den die Banken Kunden suchen.

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Der Index der Industrieproduktion des Wirtschaftsinstitutes FIEL verzeichnet im März 2019 einen Rückgang gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat von 11,6%. Das erste Quartal lag um 9,7% unter dem Vorjahr. Der Index der Consulting-Firma Orlando Ferreres & Partner ergibt im März einen interannuellen Rückgang von 10,4%.

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Das Ministerium für Produktion und Arbeit und die AFIP haben ein neues System für den Diskont von elektronischen Rechnungen eingeführt, bei dem der Zinssatz bei 30% liegt. Das System ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (Pymes) gedacht. Es gilt zunächst nur für Lieferanten der Kfz-Idustrie, und wird dann monatlich auf andere Bereiche ausgeweitet, bis es im Oktober allgemein gilt.

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Die niederländische Bank für Entwicklung Netherlands Development Finance Company hat der staatlichen argentinischen BICE (Banco de Inversión y Comercio Exterior) einen Kredit von u$s 30 Mio. zur Verfügung gestellt, der für Finanzierung von Lieferungen von niederländischen Kapitalgütern eingesetzt werden kann.

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Der Verband der Supermärkte hat Stellung gegen das Gesetzesprojekt über den Einsatz der Regale (“góndolas”) für bestimmte Produkte genommen, das im Kongress behandelt wird. Es handle sich um einen demagogischen Unfug und eine Verantwortungslosigkeit, sagte der Direktor des Verbandes ASU (Asociación de Supermercados Unidos), Juan Carlos Vasco Martinez. Erstens sei das Projekt verfassungswidrig, und ausserdem diskriminiere es die Supermärkte, da es nur für diese gilt, die jedoch nur ein Drittel des Marktes ausmachen.

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Beim Prozess, den der Geierfonds Burford Capital in New York wegen der Übernahme des Mehrheitspaketes von YPF durch den Staat angestrengt hat, hatte die argentinische Regierung zunächst gefordert, dass der Konflikt von der argentinischen Justiz behandelt werde. Das wurde jetzt von der Berufungskammer von NY abgelehnt. Es verbleibt noch die Möglichkeit einer Berufung beim Obersten Gerichtshof. Es handelt sich darum, dass der Burford-Fonds den Konkurs der Firma Peteresen (von der Familie Eskenazi), der in Spanien gemeldet wurde, gekauft hatte, die ein Aktienpaket von 25% von YPF erhalten hatte, das mit den Bardividenden von YPF auf diese Aktien bezahlt werden sollte. Es war ein Geschenk, ohne jeglichen Grund, also ein klares Betrugsmanöver, wobei Eskenazi hier Strohmann der Kirchners war. Bei der Übernahme einer Kapitalmehrheit von 51% musste die Regierung laut YPF-Statuten allen Aktionären die gleichen Bedingungen bieten (was als “tender offer” bezeichnet wird), was jedoch nicht der Fall war. Die Regierung von Cristina Kirchner hat es versäumt, bei der Übernahme der Kapitalmehrheit von YFF den Fall mit dem absurden Aktienkauf der Ezkenazis zu regeln, was gewiss einfach gewesen wäre. Rein formell hat der Burford-Fonds recht; aber wenn man davon ausgeht, dass es sich um ein klares und gigantisches Betrugsmanöver handelt, sollte der argentinische Staat den Prozess gewinnen, Burford fordert einen Schadenersatz von ca. u$s 3 Mrd.

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Die Firma YPF Luz, Tochtergesellschaft des staatlich kontrollierten Erdölunternehmens YPF, hat ein Abkommen mit der Regierung über die Fertigstellung einer Hochspannungsleitung von 132 KV zwischen Pico Truncado und Caleta Olivia, Provinz Santa Cruz, abgeschlossen. Diese Fernstromleitung erlaubt einmal eine höhere Stromversorgung des Nordens der Provinz, und dann auch eine Verbindung des Windparks Cañadón Leon mit dem Verbundnetz. In 15 Monaten sollen die Arbeiten vollendet sein.

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Die AFIP hat einen Zahlungsplan von Steuerschulden und auch Schulden bei sozialen Beiträgen bekanntgegeben. Kleinunternehmen und Einheitssteuerzahler können sich dem Programm mit einer Anzahlung von 1% des geschuldeten Betrages anschließen, und dann in 60 Monatsraten mit einer Verzinsung von 2,5% monatlich zahlen. Größere Unternehmen müssen eine Anzahlung von 20% leisten. Die AFIP rechnet mit 700.000 säumigen Steuerpflichtigen und einer Gesamtschuld von $ 1124 Mrd.

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Von den gesamten Bankkrediten, die mit einer Hypothek auf eine Wohnung gesichert werden, die bis zum Januar 2019 erteilt wurden, entfallen 54% auf die Banco Nación. Bei den mit dem UVA-Index wertberichtigten Krediten hat die Banco Nación einen Anteil von 80%. Insgesamt hat diese Bank bisher 53.849 Wohnungskredite erteilt. Die Säumigkeit liegt mit 0,35% sehr niedrig, und wenn man nur Zahlungsverzögerungen von über 60 Tagen nimmt, sind es nur 0,02%. Wie weit die Zahlungsbedingungen nach dem Abwertungssprung von 2018 und dem danach folgenden Inflationssprung (der sich direkt auf den UVA-Index übertrug) geändert wurden, wurde nicht bekanntgegeben.

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Die Rohstahlproduktion lag im März 2019 mit 328.200 Tonnen um 30,7% unter dem gleichen Vorjahresmonat, teilt die Kammer der Stahlwirtschaft mit. Die Produktion von warmgewalzten Stahlprodukten (Rundeisen, Blechen und Stahlbändern) lag mit 425.900 Tonnen um 7,2% unter dem Vorjahr. Die Produktion von kaltgewalzten Blechen lag mit 96.800 Tonnen um 8,3% unter dem Vorjahr.

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Das staatliche Bergbauunternehmen in Rio Turbio, Provinz Santa Cruz hat nach einem langen Stillstand die Produktion wieder aufgenommen, mit ca. 30.000 Tonnen monatlich. 2020 sollen 500.000 Tonnen erreicht werden und 2025 soll es eine Million sein. Die Kohle wird hauptsächlich nach Brasilien geliefert, und dieses Jahr wird ein Exporterlös von u$s 12 Mio. erwartet. Der Verkaufspreis der Kohle deckt nicht einmal die Hälfte der Produktionskosten. Das Haushaltsgesetz für 2019 sieht dieses Jahr Zuwendungen von $ 870 Mio. vor, während es in den Jahren der Kirchner-Regierungen bis zu $ 3,5 Mrd. jährlich waren. Dieses Kohlenbergwerk hat überhaupt keinen vernünftigen Sinn, da es einen hohen Verlust abwirft und außerdem hohe Investitionen erfordert. In Argentinien besteht keine Nachfrage nach dieser minderwertigen Kohle, die nicht für Hochöfen geeignet ist. Die Macri-Regierung wagt es jedoch nicht, das Bergwerk zu schließen, sodass diese unnötigen Staatsausgaben weiter bestehen. Wenn die Produktion zunimmt, dann steigt das Defizit noch mehr, da der Erlös aus dem Verkauf der Kohle nicht einmal die direkten Kosten deckt.

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Die Ernte von Mais wurde schon zu 5% beendet, und die von Sojabohne zu 40%, teilt die Getreidebörse von Rosario mit. Beim Mais wurde ein durchschnittlicher Ertrag von 10.900 kg pro ha erzielt, bei Sojabohne einer von 4.300 kg.

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Landwirtschaftssekretär Luis Etchevehere leitete eine Mission, die sich nach China begab, um die Probleme die lösen, die sich bei Export von Sojamehl und Schweinefleisch ergeben. China litt unlängst bei der Schweinezucht unter dem sogenannten “afrikanischen Fieber”, das den Schweinebestand stark verringerte, sodass jetzt ein ungedeckter Bedarf an Schweinefleisch besteht. Argentinien erzeugt Schweinefleisch in zunehmenden Mengen, und ist auch in der Lage, zu exportieren ohne den Binnenmarkt zu vernachlässigen.

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Die Gouverneurin der Provinz Buenos Aires, María Eugenia Vidal, hat am Mittwoch folgende Massnahmen bekanntgegeben: 1. Die Bank der Provinz Buenos Aires (BAPRO) wird ab kommendem Mittwoch den Rabatt von 50% wieder einführen, für diejenigen, die in Supermärkten u.a. Einzelhandelsgeschäften kaufen, die sich dem Programm anschliessen. Für die Rückvergüntung gilt ein Höchstbetrag von $ 2.000. Dieser Rabatt gilt am dritten und vierten Mittwoch des Monats bis November; 2. Bei den Hypotheken mit Wertberichtigung gemäss dem UVA-Index, die die BAPRO gewährt hat, werden die monatlichen Quoten auf 30% des Familienabkommens beschänkt, und auch werden die gerichtlichen Verfahren wegen Säumigkeit eingestellt; 3. Die BAPRO wird Kleinunternehmen der Textilindustrie und der Schuhfabrikation Kredite zu 29% auf 12 Monate erteilen, und vordatierte Schecks auf 120 Tage zu 25% diskontieren; 4. Schulden wegen Löhnen, bei denen kein Prozess eingeleitet wurde können in 6 bis 60 Monatsraten gezahlt werden, bei Erlass der Zinsen. 5. Die provinziellen Stromverteilungsunternehmen werden in diesem Jahr keine weiteren Tariferhöhungen durchführen.

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Der Index der Grossistenpreise des INDEC weist im März eine Zunahme von 4,1% auf, womit es im ersten Quartal 8,2% und in 12 Monaten zum März 68% sind. Im März nahmen lokale Produkte um 4,1% und importierte um 4,4% zu.

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Der Index der Baukosten des INDEC verzeichnet im März in Gross Buenos Aires eine Zunahme von 2,6%. Baumaterialien nahmen um 2,3% zu, Arbeitskosten um 2,1% und Gemeinkosten um 6,4%.

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Das Schatzministerium hat Schatzscheine (Letes) in Dollar für u$s 750 Mio., mit Verfall am 29. November, zu 5,47% untergebracht. Bei den vorangehenden Schtzscheinen lag der Zinssatz bei 4,5%. Es gab Offerten für u$s 1,02 Mrd. Gleichzeitig verfielen Schatzcheine in Dollar für u$s 1,25 Mio., die somit faktisch zu 62% erneuert wurden.

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Die Kapitalflucht lag laut ZB-Angaben im März bei u$s 1,77 Mrd., 28,1% weniger als im Vorjahr. Dies schliesst Überweisungen und Käufe von Dollarnoten in Argentinien ein, die u$s 805 Mio. ausmachten, also 45,5% des Gesamtbetrages. Hier handelt es sich im Wesen nicht um Kapitalflucht, sondern um einen Übergang von Peso auf den Dollar bei der Haltungs von Liquiditätsreserven der Bevölkerung. Deshalb gibt es auch hohe Verkäufe von Dollarnoten, da diese Dollarreserven auch für Zahlungen in Pesos eingesetzt werden. Doch der Saldo bei Käufen und Verkäufen war negativ, was u.a. auf die hohe Inflation zurückzuführen ist, die die Haltung der Barreserven in Dollar fördert.

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Der landesweite Stromkonsum lag im März 2019 um 9,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 5,4% unter Februar 2019, berichtet die Stiftung Fundelec. Der Rückgang war noch betonter in Gross Buenos Aires, mit -105% bei Edesur und -10,6% bei Edenor. Im Landesinneren war der Rückgang bei den einzelnen Provinzen sehr unterschiedlich, von -38% in Catamarca und -15% in Santiago del Estero bis zu einem unverändeten Konsum in Chubut und Rio Negro. Im ersten Quartal 2019 lag der Stromverbrauch um 6,7% unter der gleichen Vorjahresperiode.

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