• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 25.10. bis 1.11.)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 63,42, gegen $ 62,37 eine Woche zuvor. Die ZB hat Dollar auf dem Terminmarkt verkauft, um eine weitere Kurszunahme zu vermeiden. Beim Grossistenhandel wurde der Dollar zu $ 59,72 gehandelt, auf dem lokalen Schwarzmarkt zu $ 67, und bei “call money” (Kurzfristige Kredite unter Banken) bei 59%. Der Kurs für Überweisungen, der sich aus dem Kauf Staatspapieren auf dem lokalen Markt und gleichzeitigem Verkauf in New York ergibt (“contado con liqui”) erreichte $ 77,37. Diese Zinsvielfalt zeugt von einer großen Unordnung auf dem Devisenmarkt. Die ZB hat den Zinssatz für Leliq von 68% und 63% gesenkt (was immer noch absurd hoch ist) und dabei $ 142,99 Mrd. untergebracht. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 43,27 Mrd., gegen u$s 46,14 Mrd. in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31.8.20 bei $ 88,50, was einen Zinssatz von 60,31% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch eine Zunahme von 3,40%, und lag somit um 11,87% über Ende 2018.

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Die argentinischen Staatstitel (in Dollar) standen in einer Woche zum Mittwoch unter starkem Baissedruck. Im Einzelnen war die Entwicklung wie folgt: Argentina 2022: -3,04%; Argentina 2021: -2,34%; Argentina 2026: -3,38%; Argentina 2048: --3,76%; Bonar 2024: -2,94%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 2.997,63 pro Gramm gehandelt, gegen $ 2.896,89 in der Vorwoche.

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Die Geldmenge, definiert als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 28.10.19 um 11,68%, bei einer Zunahme von 11,01% in den letzten 30 Tagen. Die Geldpolitik wurden angesichts der Wahlen spürbar gelockert. In 12 Monaten nahm das Bargeld in Händen des Publikums um 24,35% zu, während die Depositen bei der ZB um 5,87% abnahmen. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in einem Jahr um 33,01%.

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Die gesamten Pesodepositen der Banken stiegen in 12 Monaten zum 28.10.19 um 17,78% auf $ 3,3 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 13,70% auf $ 1,87 Bio. zu. In konstanter Währung fand somit bei den Krediten eine Abnahme von über 30% statt. Die gesamten Dollardepositen nahmen in 12 Monaten um 28,36% auf u$s 22,30 Mrd. ab, und die Dollarkredite fielen um 23,13% auf u$s 12,30 Mrd.

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Die Regierung der Provinz Buenos Aires hat eine Tariferhöhung von 25% für die Stromverteilungsunternehmen der Provinz (Edelap, EDEA, EDEN, EDES und 200 Genossenschaften) verfügt. Die Vororte der Bundeshauptstadt, die von Edesur und Edenor versorgt werden, wurden nicht eingeschlossen, weil diese Unternehmen von einem Amt abhängen, das von der Provinz und der Bundeshauptstadt gemeinsam verwaltet wird.

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Der Preis pro kg-Lebendgewicht von Rindern sprang auf dem Markt von Liniers um 18% in die Höhe, was als Richtlinie für den Preis gilt, der auf regionalen Märkten und bei direkten Käufen der Schlachthäuser gezahlt wird. Infolgedessen ging auch der Preis bei den Metzgereien in die Höhe, so dass die Konsumenten allgemein weniger kauften. Der Rindfleischexport hat stark zugenommen, und erreichte in 9 Monaten 2019 572.115 Tonnen, fast 50% mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. In Werten waren es u$s 2,02 Mrd. 45,5% über dem Vorjahr. China ist der grösste Käufer, mit einem Mengenanteil von 73,4% und einem Wertanteil von 62,9%. An zweiter Stelle lag Chile mit 22.704 Tonnen und an dritter Israel mit 20.159 Tonnen.

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Die Regierung hat der privaten Gesundheitsanstalten (genannt “prepagas”) eine Zunahme der Tairfe von 12% ab 1. Dezember 2019 erlaubt, womit die Erhöhung in diesem Jahr insgesamt 61,3% beträgt. Etwa 15% der Betroffenen sind auf billigere Pläne übergegangen, oder sie sind aus dem privaten System ausgetreten und werden somit entweder von den gewerkschaftlichen Sozialweren oder von den öffentlichen Hospitälern betreut, die in der Bundeshauptstadt unter den Regierungen von Macri und Rodriguez Larreta den Dienst verbessert haben. In der Provinz Buenos Aires u.a. Provinzen ist die Qualität des Dienstes bei den öffentlichen Hospitalen hingegen mangelhaft, grundsätzlich wegen Unordnung und Mangel an ausgebildeten Krankenschwestern.

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Die ZB hat den Kauf von Dollarscheinen und Überweisungen, die sich nicht auf Zahlung von Verpflichtungen beziehen, von u$s 10.00 auf u$s 200 monatlich beschränkt, wobei es beim Kauf von Dollarscheinen nur u$s 100 sein dürfen. Faktisch wurde somit das bis Dezember 2015 geltende Verbot dieser Käufe (benannt “cepo”) wieder eingeführt. Alberto Fernández muss jetzt entscheiden, wie dies ab 10. Dezember weitergeht. Er hat mehrere Möglichkeiten. Er kann das faktische Verbot zunächst beibehalten, kann bestimmen, dass Dollarkäufe zunächst für eine gewisse Periode auf ein Dollarkonto bei einer lokalen Bank deponiert werden (womit sich die Käufe nicht auf die ZB-Reserven auswirken) oder kann einen doppelten Wechselkurs einführen, einer für Importe, Exporte und andere laufende Zahlungen, und einen anderen für Kapitaltransaktionen, also Dollarkäufe und Überweisungen ins Ausland auf der einen Seite, und Kapitalüberweisungen nach Argentinien auf der anderen.

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Die wirtschaftliche Tätigkeit lag im August um 3,8% unter dem gleichen Vorjahresmonat, und (saisonbereinigt) um 3,9% unter Juli 2019, hat das INDEC ermittelt. Dies ergibt der EMAE-Index, der eine grobe Berechnung des BIP auf Grund kurzfristig verfügbarer Daten darstellt. Die Landwirtschaft lag um 6,8% über dem Vorjahr, der Bergbau um 3,8%. Auf der anderen Seite lag der Finanzbereich um 16,4% unter dem Vorjahr, der Handel um 8,8%, die Industrie um 6,6% und die Bauwirtschaft um 4,6% niedriger. Die ersten 8 Monate 2019 liegen um 2,3% unter dem Vorjahr.

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In der Provinz Buenos Aires wurden im September 7.218 Immobilien notariell übertragen, 12,3% unter dem Vorjahr und 2,6% über August 2019, berichtet das Kollegium der Notare. In Werten waren es $ 18,50 Mrd., 9,98% über dem Vorjahr und 4,25% über August 2019.

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In der Bundeshauptstadt wurden im September 2871 Immobilien notariell übertragen, 19% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 2,7% unter August 2019, berichtet der Verband der Notare. In Werten waren es $ 19,46 Mrd., 8,5% über dem Vorjahr und 14,3% unter August 2019.

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Im September 2019 wurden in Argentinien 406.100 Tonnen Rohstahl erzeugt, 6,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet die Kammer der Stahlindustrie. Die Eisenproduktion lag mit 288.400 Tonnen 11% unter dem Vorjahr, die von warmgewalzten Produkten (Rundeisen, Stahlbänder und Bleche) lag mit 356.300 Tonnen um 11,1% und die von kaltgewalzten Blechen mit 95.100 Tonnen um 12% unter dem Vorjahr.

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Die Investitionen der argentinischen Stahlindustrie werden von Fachleuten für ganz 2019 auf u$s 190 Mio. geschätzt. In einem Jahrzehnt erreichten die Investitionen in dieser Branche u$s 3,2 Mrd. 2019 wird mit Exporten von Stahlprodukten von 960.000 Tonnen gerechnet, ca. 20% der gesamten Produktion. Die Stahlindustrie beklagt sich über Dumpingimporte von Stahlprodukten aus China, nachdem dort staatliche Subventionen in das System eingebaut sind. Weltweit werden gegenwärtig 183 Fälle von Dumping bei chinesischen Lieferungen von Stahlprodukten untersucht, von denen 12 auf Lateinamerika entfallen.

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Diese Woche ist der Polarkreuzer RCG Resolute New in Buenos Aires eingetroffen, womit die neue Saison der Tourismuskreuzer eingesetzt hat. Für dieses Jahr werden 390.000 Touristen erwartet, die mit Kreuzern die Stadt Buenos Aires aufsuchen und dann weiterfahren, 29% mehr als im Vorjahr. Die Zunahme ist u.a eine Folge der Senkung der Kosten für die Kreuzer und der Verbesserung der Hafenanlagen. Ebenfalls wirkt sich die Abwertung aus, die den Besuch in der Stadt und auch Warenkäufe für Dollarinhaber verbilligt hat.

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