• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 13.9. bis 20.9.)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 59,15, gegen $ 58,24 eine Woche zuvor. Die Banco Nación musste die letzten Tage Dollar verkaufen, um einen weiteren Kursssprung zu verhindern. Ebenfalls wurde der Referenzzinssatz für Leliq-Schatzscheine bei 83,21% festgesetzt, wobei $ 196,23 Mrd. untergebracht wurden. Der Kurs für Dollarkäufe über gleichzeitigen Kauf (hier) und Verkauf (in NY) von Staatstiteln (“benannt “contado con liqui”) lag bei $ 70,16. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 48,81 Mrd., gegen u$s 50,23 Mrd. eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31.8.20 bei $ 100,60, was einen Zinssatz von 83,13% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires stieg in einer Woche zum Mittwoch um 5,08%, liegt jedoch immer noch um 0,73% unter Ende 2018.

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Die argentinischen Staatspapiere lagen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen der Baisse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2022: -3,62%, Argentina 2021: -1,83%; Argentina 2026: -1,31%; Argentina 2046: --0,56%; Bonar 2024: -13,81%.

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Gold wurde am Mittwoch in Buenos Aires (Banco Ciudad) bei 24 Karat zu $ 2.652,09 pro Gramm gehandelt (Vorwoche: $ 2.563,22). Gold zu 18 Karat wurde weiter nicht gehandelt.

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Die Zinsen lagen beim Diskont von vordatierten Schecks an der Börse von Buenos Aires zwischen 45,43% (30 Tage) und 46,87% (180 Tage), hinzu kommen noch die Börsen- und Maklergebühren. Dennoch liegen diese Zinsen für Unternehmen weit unter denjenigen der Banken und noch viel mehr unter denjenigen, die im Wucherbereich üblich sind.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) nahm in 12 Monaten zum 16.9.19 um 0,37% ab. Dabei stieg der Notenumlauf um 21,63%, während die Bankdepositen bei der ZB um 31,89% abnahmen. Die ZB teilte mit, dass sie das monetäre Ziel, nämlich die Zunahme der monetären Basis flexibler gestaltet habe, nachdem die Inflationskontrolle jetzt über den Wechselkurs erfolge. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen) das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in 12 Monaten zum 16.9.19 um 16,86%.

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Die gesamten Pesodepositen der Banken stiegen in 12 Monaten zum 16.9.19 um 28,48% auf $ 3,27 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 1,49% auf $ 1,68 Bio. zu. Die Dollardepositen fielen in dieser Periode um 18,09% auf u$s 25,18 Mrd., und die Dollarkredite nahmen um 11,86% auf u$s 14,48 Mrd. ab.

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Die Regierung hat ab Donnerstag eine Erhöhung des Preises von Benzin und Dieselöl von 4% zugelassen, nachdem vorher verfügt worden war, dass diese Preise bis zum 12. November eingefroren blieben.

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Der Präsidentschaftskandidat Alberto Fernández betrachtet die intensive Ausbeutung des Schiefergas und -erdöllagers Vaca Muerta, in Neuquén, als besonders wichtig, und arbeitet schon in diesem Sinn mit seinen Mitarbeitern an einem Gesetzesprojekt, das er als eines der ersten im Kongress einbringen will, berichtet die Zeitung “Clarín” (15.9.19). Dies haben sowohl Fernández wie seine Ökonomen Guillermo Nielsen und Emmanuel Alvarez Agis öffentlich bekanntgegeben. Das Gesetz soll juristische Sicherheit für Investoren schaffen. Ausgangspunkt ist das Dekret 929/13 von Cristina Kirchner, das der Großinvestition von Chevron zu Grunde lag. Das wurde dann unter der Macri-Regierung mit weiteren Dekreten und Beschlüssen verbessert, wobei auch die Arbeitsnormen geändert wurden. All das soll jetzt in einem Gesetz zusammengefasst und erweitert werden. Dabei wird auch an Steuervergünstigungen gedacht. Vaca Muerta umfasst fast 25.000 qkm, von denen ein Drittel auf YPF-Konzessionen entfällt. Bis 2017 hat nur YPF Bohrungen vollzogen, zum Teil in Verbindung mit Chevron. Jetzt sind es um die 200 Bohrungen jährlich, von denen nur 80 auf YPF entfallen.

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Private Wirtschafter rechnen für September mit einer Inflation, gemessen am Index der Konsumentenpreise, von 5% bis 6,5%. Javier Alvaredo, der Firma ACM, rechnet mit 6,5%, während Orlando Ferreres & Partner, und auch Ramiro Castiñeira, von 5% ausgehen.

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Die Exportschlachthäuser rechnen für dieses Jahr mit einem Rindfleischexport von u$s 4 Mrd., gegen u$s 2,19 Mrd. 2018, u$s 1,4 Mrd. 1917 und u$s 987.000 2015. Das soll dank höherer Rinderschlachtungen, als Folge eines in den letzten drei Jahren erhöhten Bestands, und der hohen Nachfrage von China möglich sein. China würde dieses Jahr über zwei Drittel der Exporte kaufen, und jetzt eventuell auch Qualitätsschnitte beziehen.

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Der Gouverneur von Mendoza, Alfredo Cornejo, hat die Ausschreibung für den Bau des Wasserkraftwerkes “Portezuelo del viento” am Colorado-Fuss eingeleitet. Es handelt sich um Objekt, das auf u$s 1,02 Mrd. veranschlagt wurde. Der Gouverneur der Provinz La Pampa widersetzt sich der Initiative, weil dieses Projekt angeblich weniger Wasser beim Colorado-Fluss bedeutet, den die Provinz auch für Bewässerung einsetzt. Doch Cornejo besteht auf seiner Entscheidung, und erkärt, dass die Umweltstudien erledigt seien, und der Oberste Gerichtshof in diesem Streit schon für seine Provinz entschieden habe.

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Das Projekt über das Haushaltsgesetz für 2020 geht für dieses Jahr von einem BIP-Rückgang von 2,6% und einer Inflation von 52,8% (Dezember 2018 bis Dezember 2019) aus.

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Am Montag verfällt eine Zinszahlung von $ 25 Mrd., umgerechnet etwa u$s 440 Mio., oder u$s 351 Mio., wenn der Betrag über Kauf und Verkauf von Wertpapieren (“contado con liqui”) überwiesen wird, der auf einen Staatsbonds in Pesos entfällt, der mit dem Zinssatz der Leliq verzinst wird, genannt BoPoMo2020. Von diesem Titel hält der Investmentfonds PIMCO die Hälfte, und die andere Hälfte ist unter ausländischen Investoren verstreut. Bei diesem Bond wurden die Zahlungen nicht gestreckt.

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Der Index der Industrieproduktion, den die Studienabteilung des Spitzenverbandes “Unión Industrial Argentina” ermittelt, lag im Juli 2019 um 5,3% unter dem Vorjahr, doch 0,3% (saisonberichtigt) über Juni 2019. 60% der Branchen wiesen interannuelle Rückgänge auf, mit der Kfz-Industrie an der Spitze (-47,8%). Zunahmen wiesen Erdölraffinerien (+6,7%), Nahrungsmittel und Getränke (+6,1%), Tabakprodukte (+2,9%) und die Textilindustrie (+1,7%) auf.

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Die ZB hat bestimmt, dass Dollarbeträge, die aus Zinsen oder Amortisation von Staatspapieren in Dollar stammen, von den Banken ohne Genehmigung der ZB auf Konten im Ausland überwiesen werden dürfen.

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Die spanische Orazul International España Holdings, die in Argentinien das Wasserkraftwerk Planicie Banderita und das Wärmekraftwerk Alto Valle, beide in Neuquén, betreibt, hat Klage gegen den argentinischen Staat vor dem Weltbankschiedsgericht ICSID eingereicht, wegen der Änderung der Spielregeln, die die Macri-Regierung eingeführt hat.

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