• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 30.8. bis 6.9.)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 58,06, gegen $ 60,17 eine Woche zuvor. Die ZB hat weiter Dollar verkauft, um den Kurs zu drücken, aber immer weniger. Am Mittwoch waren es ca. u$s 50 Mio. Ebenfalls wurden die Referenzzinsen auf Pesoanlagen auf 86% erhöht. Letzte Woche gab es auch ein hohes Devisenangebot von Getreide- und Sojaexporteuren. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 51,74 Mrd., gegen u$s 56,95 Mrd. in der Vorwoche. EinTeil der Abnahme wurde durch die Abebung von Dollardepositen bei Banken verursacht, die zum Teil bei der ZB deponirt werden und auch als Reserven gebucht werden. Die Reserven sind seit den PASO-Wahlen um u$s 14,56 Mrd. gefallen. Der Rofex-Terminkurs lag zum 31.7.20 bei $ 91,90, was einen Zinssatz von 72,9% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires schloss am Mittwoch um 3,12% unter der Vorwoche, nach einer Zunahme von 6,87% am Mittwoch. Gegenüber Ende 2018 ging der Index um 18,58% zurück.

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Die argentinischen Staatstitel wiesen letzte Woche hohe Verluste auf, die nur zum Teil duch die betonte Hausse vom Mittwoch aufgeholt wurden. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2022: -11,33%, Argentina 2021: -16,33%; Argentina 2016: -8,01%; Argentina 2046: -3,88%; Bonar 2024: +0,29%. Gegenüber Ende 2018 erlitten diese Titel einen Kursverlust von über 50%.

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Gold wurde in Argentinien am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 2.626,11 pro Gramm gehandelt, gegen $ 2.744,11 in der Vorwoche. Gold zu 18 Karat wurde wieder nicht gehandelt.

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Die Geldmenge, definiert als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 2.9.19 um 30,59%, wobei in einer Woche eine Zunahme von 21,74% stattfand. Der Notenumlauf stieg in einem Jahr um 19,53%, aber die Depositen bei der ZB nahmen um 49,39% zu. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro-und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteen Sinn bezieht, nahm in der gleichen Periode um 19,22% zu.

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Die gesamten Pesodepositen der Banken stiegen in 12 Monaten zum 2.9.19 um 25,87% auf $ 3,33 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 0,50% auf $ 1,68 Bio. zu. Die Dollardepositen nahmen um 11,90% auf $ 28,48 Mrd. ab, und die Dollarkredite fielen um 6,31% auf u$s 15,68 Mrd. Diese Woche setzten sich die Abhebungen von Depositen auf Peso- und Dollarkonten fort, weil eine Einfrierung der Konten (wie die vom Januar 2002) befürchtet wurde. Die Abhebungen wurden jedoch problemlos ausgezahlt.

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Im August wurden in Argentinien 30.815 Automobile, Pick ups und Lastwagen erzeugt, 37,5% unter dem gleichen Vorjahresmonat, aber 42,4% über Juli 2010, gab der Fabrikantenverband Adefa bekannt. Die Lieferungen an die Agenturen betrugen 38.021 Einheiten, 27,2% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 3,1% unter Juli 2019. Die Exporte betrugen 18.856 Einheiten, 32,8% unter dem Vorjahr und 5,3% unter Juli 2019. In 8 Monaten 2019 wurden 333.815 Einheiten erzeugt (-35,9% gegeüber dem Vorjahr), 264.343 Einheiten an die Agenturen geliefert (-49,2%) und 146.455 Einheiten exportiert (-16,3%).

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Die Zahl der im Pensionierungsystem eingetragenen Bechäftigten lag im Juni mit 12,11 Mio. um 1,4% unter dem Vorjahr, was 172.169 weniger ausmacht, teilt des Produktions- und Arbeitsministerium mit. 8,56 Mio. Beschäftigte entfallen auf den privaten Bereich, 1,7% oder 148.500 weniger als im Vorjahr. Von diesen entfallen 6,07 Mio. auf Arbeitnehmer im Abhängigkeitsverhältnis, 1,59 Mio (-0,9%) auf Einheitssteuerzahler, 500.900 auf Haushaltsangestellte (+3,8% gleich 18.300), und 387.900 auf selbstständig Tätige (-0,9%), gleich 3.800 gegenüber dem Vorjahr. Im öffentlichen Bereich waren 3,19 Mio. Menschen beschäftigt (+0,9%, gleich 24.600)). Hinzu kommen schliesslich 356.600 soziale Einheitssteuerzahler (-46.300). Innerhalb des privaten Bereiches weist nur die Landwirtschaft eine Zunahme auf (+2,3%). Es fällt auf, dass im staatlichen Bereich (Nationalstaat, Provinzen und Gemeinden) eine Zunahme stattgefunden hat, obwohl die Zahl der Angestellten schon im Vorjahr weit überhöht war. Diese Statistik umfasst nicht den ganzen staatlichen Bereich. Streitkräfte, Sicherheitskräfte und Justizbeamte, und andere Bereiche, die eigene Pensionierungsysteme haben, sind nicht inbegriffen. Zu den gesamten Beschäftigten kommen dann noch über 4 Mio. Schwarzarbeiter hinzu.

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Der Lohnindex des INDEC nahm im Laufe des 1. Halbjahres 2019 um 17,9% zu, während der Index der Konsumentenpreise eine Zunahme von 22,4% verzeichnet. Im privaten Bereich stiegen die Löhne durchschnittlich um 21,2%, im öffentlichen hingegen nur 18,3%. Doch bei den Schwarzarbeitern betrug die Zunahme nur 9,4%. In 12 Monaten zum Juni 2019 nahmen die Löhne durchschnittlich um 41,5% zu, bei einer Preissteigerung von 55,8%.

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Der Mindestlohn wurde von der Regierung letzten Freitag um 25% auf $ 16.875 angehoben. Die Zulage erfolgt in drei Etappen: 13% ab 1. August, 12% ab 1. September und 10% ab 1. Oktober. Die Regierung hat die Entscheidung getroffen, ohne den Lohnrat einzuberufen. Die Gewerkschaftszentrale CGT hatte $ 31,148 gefordert, was die Zahl darstellt, die das INDEC als Betrtag ermittelt hat, den eine Familie für Deckung des Mindestbedarfs benötigt. Das wäre eine Erhöhung von 148% gewesen. Der Mindestlohn gilt in der Praxis in wenigen Fällen, vornehmlich in ländlichen Gebieten, wobei oft noch freie Wohnung und ein Teil der Ernährung hinzukommt.

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Die ZB hat von den Banken gefordert, dass sie eine Genehmigung der ZB erhlten müssen, bevor sie ihre Gewinne und Dividenden ins Ausland überweisen. Die ZB wird somit den Zeipunkt der Überweisung bestimmen, was zur Verwaltung des Wechselkurses beiträgt.

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Im August wurden 44.006 Kraftfahrzeuge in das offizielle Register eingetragen, 32,8% unter dem gleichen Vorjahresmoant und 41,8% unter Juli 2019, gab der Agenturenverband Acara bekannt. Diese Eintragungen entsprechen dem Verkauf der Agenturen an ihre Kunden. In 8 Monaten 2019 waren es 343.463 Einheiten, 45,8% unter dem Vorjahr.

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Die Hinausschiebung der Zahungstermine fur die Ammortisation der Schatzscheine Lecap und Letes hatbei zehn Provinzen ein Problem geschaffen, nachdem sie einen Teil ihrer flüssigen Mittel in diesen Papieren anelegt hatten. Am schlimmsten ist der Fall bei der Provinz Buenos Aires, die jetzt u$s 500 Mio.nicht verfügen kann. Viele Provinzen hatten ihr Finanzprogramm so aufgestellt, dass die Amortisation der Schatzscheine mit Zahlungen von Auslandsschulden u.a. finanziellen Verpflichtungen zusammentraf.

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Im Juli gab es ca. 1,5 Mio. einzelne Dollarkäufe. Dabei haben nur 26.000 Käufer mehr als u$s 10.000 im Monat erworben oder überwiesen. Doch vom Gesamtbetrag der Dollarkäufe entfallen nur 69% auf Käufe unter u$s 10.000.

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Die MwSt. auf Waren, die in der Liste der Regierung aufgeführt wurden, wird abgeschafft, wenn der Käufer Einheitssteuerzahler oder kleiner Einzelhändler ist. Auf diese Weise wird diese Gruppe den Supermärkten gleichgestellt.

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Argentinien erreichte im bilateralen Handel mit Brasilien im August 2019 einen Handelsbilanzüberschuss von u$s 31,76 Mrd., der sich mit einem Defizit von u$s 150 Mio. im August 2018 vergleicht. Die Exporte lagen mit u$s 825 Mio., 30% unter dem Vorjahr, und die Importe mit u$s 793 Mio. um 48,7% unter dem gleichen Vorjahresmonat. In 8 Monaten 2019 betrug der Überschuss. u$s 293 Mio., gegen ein Defizit von u$s 4.258 Mio. in der gleichen Vorjahresperiode.

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Die kleinern Fabrikanten von Bioethanl und Biodieselöl haben ihre Betrieb stillgelegt, weil sie als Folge der Einfrierug des Brennstoffpreises einen Verlust erwirtschaften. Es handelt sich um 54 Betriebe, von denen 19 Bioethanol und 39 Biodieselöl erzeugen. Die Unternehmer weisen darauf hin, dass im September der obligatotische Anteil von Biokraftstoffen im Benzin und Dieselöl (12%, bzw. 10%) nicht erfüllt werden könne.

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Die Regierung hat eine Erhöhung des Preises für Dieselöl beim Grossistenverkauf genehmigt, aber den Preis bei den Tankstellen unverändert beibehalten. Das bedeutet, dass die Industrie, der Lastwagentransport und die Landwirtschaft jetzt einen Preis von etwa $ 41,70 pro Liter bezahlen müssen.

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Die Regierungen von Argentinien und Paraguay haben eine Brücke über den Paraná-Fluss bei Yacyretá in Betrieb genommen, die den Weg von einem Land zum anderen um 50 Km. verkürzt. Die Brücke gehört zum Staudamm Yacyretá, und dabei fehlte noch die Fertigstellung des Zugangs zur Brücke auf beiden Seiten, was jetzt vollendet wurde.

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Im August wurden 161,578 gebrauchte Kfz. verkauft, 0,1% unter dem gleichen Vorjahresmonat, und 2,9% unter Juli 2019, berichtet die Kammer des Fahrzeughandels CCA. In 8 Monaten 2019 waren es 1,14 Mio. Kfz, 3,9% unter dem Vorjahr. Der Rückgang bei gebrauchten Automobilen, Pick-ups und Lastwagen war viel geringer als bei neuen.

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