• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 26.7. bis 2.8.)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 45,03, gegen $ 44,04 eine Woche zuvor. Im Monat Juli erreichte die Kurszunahme 3,3 Prozentpunkte. Die ZB vekaufte weiter Dollar auf Termin, um den Kurs zu halten. Außerdem wurde zu diesem Zweck auch ein höherer Zinssatz für Leliq-Schatzscheine zugelassen, der jetzt bei 60,396% liegt. Schließlich wurden täglich u$s 60 Mio. versteigert, wie es mit dem IWF vereinbart worden war. Die Kurspflege war sehr intensiv, wobei jetzt die Senkung des Zinssatzes der Federal Reserve der USA um 0,25 Prozentpunkte indirekt auch gegen die Pesoabwertung wirkt. Die ZB-Reseven lagen am Mittwoch bei u$s 67,89 Mrd., gegen u$s 68,31 Mrd. in der Vorwoche. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.6.20 bei $ 65,50, was einen Zinssatz von 54,76% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch einen Sprung von 5,71%, und liegt somit um 38,84% über Ende Dezember 2018. Im Monat Juli stieg der Merval-Index um 0,5%, aber mit großen Unterschieden bei den einzelnen Papieren. Auf der einen stiegen die Gastransportunternehmen TGN und TGS um 11,7% und 11,1%, und auf der anderen Seite verloren YPF und CVH 6,2% und 7,5%.

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Die argentinischen Staatstitel standen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen der Hausse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2022: +2,06%; Argentina 2021: +1,98%; Argentina 2026: +1%; Argentina 2046: +1,83%; Bonar 2,24: +1,78%. Auch das hängt mit der Senkung des Referenzzinsatzes der FED zusammen.

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Gold wurde am Mittwoch in Buenos Aires (Banco Ciudad) bei 24 Karat zu $ 1.892,71 pro Gramm gehandelt (Vorwoche: $ 1.847,70). Gold zu 18 Karat wurde weiter nicht gehandelt.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 29.7.19 um 25,19%, wobei der Bargeldumlauf um 17,07% zunahm, und die Depositen der Banken bei der ZB um 43,42% stiegen. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Kontokorrent-und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in dieser Periode um 22,30%

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Die gesamten Pesodepositen der Banken stiegen in 12 Monaten zum 29.7.19 um 31,84% auf $ 2,30 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen in der gleichen Periode um 1,84% auf $ 1,61 Bio. ab, was eine reale Abnahme von über einem Drittel darstellt. Die Dollardepositen nahmen in einem Jahr um 12,1% auf u$s 3,30 Mrd. zu, und die Dollarkredite stiegen um 0,32% auf u$s 16,53 Mrd.

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Im Juli wurden 49.477 Automobile, Lastwagen und “Pick ups” in das offizielle Register eingetragen, 26,4% unter dem gleichen Vorjahresmonat, aber 36,8% über Juni 2019, berichtet der Agenturenverband Acara. Diese Eintragungen entsprechen dem Verkauf der Agenturen an ihre Kunden. In 7 Monaten 2019 wurden 299.071 Kfz eingetragen, 47,4% unter dem Vorjahr. Im Juli lag Toyota mit 7.762 Kf an erster Stelle, was besonders auf die Pick-up Hylux zurückzuführen ist. Die gute Lage der Landwirtschaft hat zu einer hohen Nachfrage dieser Kfz geführt. In 7 Monaten 2019 steht VW mit 44.075 Kfz an erster Stelle

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Im Mai stellte das Arbeitsministerium auf Grund der Beiträge zum Pensionierungssystem fest, dass es 12,08 Mio. eingetragene Arbeiter des öffentlich und privaten Bereiches, plus Einheitssteuerzahler, selbstständig Tätige und Haushaltspersonal gab. Es waren 217.000 weniger als im Mai 2018, und 19.600 weniger als im April 2019. Dabei nahm die Beschäftigung im öffentlichen Bereich, vor allem in den Gemeinden, gegenüber April 2019 um 16.500 Personen zu, während es bei privaten Unternehmen 36.000 Arbeitnehmer weniger waren. Im Vergleich zu Mai des Vorjahres nahm die Zahl der privaten Arbeitnehmer um 168.300 ab, die Zahl der Einheitssteuerzahler um 29.000 ab, und die der selbstständig Tätigen um 2.500 ab. Beim Haushaltspersonal waren es 16.100 mehr, was auf eine zunehmende Legalisierung zurückgeführt wird. Zunahmen bei den Beschäftigten gab es im interannuellen Vergleich bei der Landwirtschaft (+8.900), den Privatschulen (+3.800) und dem Bergbau (+3.800). Diese Statistik des Arbeitsministeriums schließt die Schwarzarbeiter nicht ein, die das INDEC bei Haushaltsumfragen zum Teil erfasst (und dann auf die Gesamtbevölkerung hochrechnet), bei denen in diesem Jahr eine Zunahme festgestellt wurde, die eventuell sogar den Verlust im formellen Bereich übertrifft.

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Der EMAE-Index des INDEC (Estimador mensual de la actividad económica), der eine grobe BIP-Schätzung darstellt, lag im Mai um 2,6% über dem gleichen Vorjahresmonat und saisonbereinigt 0,2% über April 2019. Es ist die erste interannuelle Zunahme nach 12 Monaten mit Rückgängen. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr ist auf einen Sprung von 49,5% bei der Landwirtschaft zurückzuführen. Weitere Zunahmen gab es beim Bergbau (+1,3%), Transport und Fernverbindungen (+1,8%), Staatsverwaltung (+0,2%) und Erziehung (+0,8%). Bei 9 der 16 Bereiche, die im EMAE eingeschlossen sind, fanden interannuelle Abnahmen statt: Finanzen (-16%), Handel (-11,6%), Industrie (-6,5%), Bauwirtschaft (-3,1%), soziale und persönliche Dienstleistungen (-2,7%), Immobilienmakler (-2%), Strom, Gas und Wasser (-1,8%), Hotels und Restaurants (-0,4%), Gesundheitsbetreuung (-0,1%).

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Das Schatzministerium hat am Freitag der Vorwoche Lecap-Schatzscheine in Pesos für $ 54,29 Mrd. auf 107 und 303 Tage zu 3,75% und 4,25% monatlich untergebracht. Der Jahreszinssatz erreichte somit beim kurzfristigeren Titel 64.81%, der sich mit dem von 61,1% vergleicht, der vor 15 Tagen gezahlt wurde. Auf ein Jahr hochgerechnet, mit Zinsen auf die Zinsen, ergibt sich ein Satz von 67,95%.

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Diese Woche hat die ZB begonnen, die Geldscheine von $ 5 aus dem Verkehr zurückzuziehen und sie durch eine gleichwertige Münze zu ersetzen.

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Im Juni lag die landesweite Gasförderung mit 140 Mio. Cbm. pro Tag um 5,8% über dem gleichen Vorjahresmonat. Es war die höchste Gasproduktion in 11 Jahren. Dabei nahm die Förderung bei den konventionellen Lagern um 7% ab, während die von Vaca Muerta um 28% zunahm. Im Juni wurden auch 4,33 Mio. Cbm. Gas täglich nach Chile exportiert. Die Außenhandelsbilanz der Energie (Gas, Erdöl, Erdölprodukte und Strom) war im 1. Halbjahr 2019 mit $ 126 Mio. positiv, während sie im Vorjahr noch um u$s 1 Mrd. negativ war.

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Im ersten Halbjahr 2019 lag die landesweite Erdölförderung mit 497.000 Barrel pro Tag um 2,5% über dem Vorjahr. Es sind jetzt 16 Monate mit ununterbrochener Zunahme. Das nicht konventionelle Erdöl (“tight & shale oil”) verzeichnet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 47% und stellt schon 18% der gesamten Erdölproduktion dar.

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Das System der Subventionen für den Kauf von Automobilen, das im Juli ablief, wurde für den Monat August erneuert. Es ist vorgesehen, eine weitere Milliarde Pesos dafür einzusetzen. Da dabei mehr Kfz verkauft werden, erhält das Schatzamt den Subventionsbetrag schließlich in Form von Steuern zurück. Seit das System eingeführt wurde, Mitte Juni 2019, ist der tägliche Automobilverkauf laut Angaben des Verbandes Adefa in den Monaten Juni und Juli im Vergleich zu Mai 2019 um 77% gestiegen.

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Die AFIP hat die Frist, um sich der Zahlung von geschuldeten Steuern in Raten anzuschließen, auf Schulden ausgedehnt, die bis zum 30. April 2019 bestanden. Bisher konnten nur Schulden bis zum 31. Januar geregelt werden. Die säumigen Steuerzahler könnten sich bis Ende August dem System anschließen.

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Am Mittwoch wurde die Ausschreibung für den Bau der Gasleitung von Vaca Muerta bis Salliqueló, Provinz Buenos Aires, eingeleitet. Es handelt sich um eine Investition von geschätzten u$s 2 Mrd., wobei die erste Etappe, die jetzt ausgeschrieben wurde, u$s 800 Mio. erfordert. In der zweiten Etappe führt die Leitung bis San Nicolás. Die erste Etappe soll im Mai 2021 fertig sein.

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Die ZB brachte am Dienstag Leliq-Schatzscheine für 270,18 Mrd. untergebracht, $ 48,2 Mrd. mehr als die Leliq, die diese Woche verfielen. Der Zinssatz lag bei 60,27%, 27 Basispunkte (gleich 0,27%) über der Vorwoche. Vor einigen Wochen lag der Zinssatz um die 58%.

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Die Stiftung “Observatorio Pymes” hat ermittelt, dass die Tätigkeit der industriellen mittleren und kleinen Unternehmen im Juli 2019 um 19,8% über dem gleichen Vorjahresmonat lag. Doch die Beschäftigung hat nicht zugenommen. Die Unternehmen haben im 2. Quartal 2019 viel mehr Aufträge erhalten. Die Statistik der Stiftung bezieht sich auf tausend Industrieunternehmen.

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