• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 21.6. bis 28.6.)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 43,95, gegen $ 44,71 in der Vorwoche. Der Kurs stand in den letzten Wochen unter Druck, was u.a. auf das hohe Devisenangebot der Getreideexporteure zurückzuführen ist, wobei auch davon ausgegangen wird, dass die Regierung zumindest bis zu den Wahlen einen Kurssprung vermeiden wird, und auch über die Mittel für diesen Zweck verfügt. Abgesehen davon zwingt die Geldknappheit in vielen Fällen, Dollar zu verkaufen, um sich die notwendige Liquidität zu verschaffen. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 64,30, gegen u$s 63,98 Mrd. eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 29. 5.20 bei $ 63, was einen Zinssatz von 52,15% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch ein Zunahme von 0,14%, und liegt somit um 31,77% über Ende Dezember 2018.

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Die Staatstitel standen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen einer betonten Baisse, nachdem in den zwei vorangehenden Wochen eine notorische Hausse eingesetzt hatte. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2022: -2,29%; Argentina 2021: -2,19%; Argentina 2026; -3,06%; Argentina 2046: -3,06%; Bonar 2024: -2,83%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 1,800,06 gehandelt, gegen $ 1.788,47 in der Vorwoche. Gold von 18 Karat wurde zum ersten Mal seit Wochen wieder gehandelt, zu $ 1.195.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 24.6.19 um 17,35%, bei einer Abnahme von 4,22% im Laufe deses Jahres. In der Vorwoche hatte die jährliche Zunahmerate noch 27,16% betragen. Der Notenumlauf stieg dabei in 12 Monaten um 14,57%. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in der gleichen Periode um 7,58%.

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Die gesamten Bankdepositen stiegen in 12 Monaten zum 24.6.19 um 30,50% auf $ 3,16 Bio., und die gesamten Bankredite in Pesos nahmen um 0,54% auf $ 1,60 Bio. ab. Die Dollardepositen stiegen in dieser Periode um 10,23% auf u$s 34,42 Mrd., und die Dollarkredite nahmen um 3,35% auf u$s 15,88 Md. ab.

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Der EMAE-Index des INDEC (Estimador mensual de la actividad económica), der eine grobe Schätzung des BIP ist, verzeichnet im April eine Abnahme von 1,3% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat, liegt aber um 0,8% über März 2019. Die ersten 4 Monate lagen um 4,6% unter dem Vorjahr. Im April war die Entwicklung bei den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich: Landwirtschaft verzeichnet eine interanuelle Zunahme von 40,2%, während auf der andern Seite die Industrie einen Rückgang von 8,5%, der Handel einen von 11,5%, die Finanzen einen von 13%, Strom, Gas und Wasser einen von 6,1%, und die Bauwirtschaft einen von 4,5% ausweisen.

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Die Consulting-Firma Orlando Ferreres & Partner hat ermittelt, dass im Mai 2019 die wirtschaftliche Tätigkeit (die dem BIP entspricht) um 0,3% über dem gleichen Vorjahresmonat lag. Die leichte Zunahme hängt damit zusammen, dass im Mai 2018 die wirtschaftliche Tätigkeit schon eingebrochen war.

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Die Handelsbilanz wies im Mai einen Überschuss von u$s 1,37 Mrd. aus. Es ist der neunte Monat in Folge mit Überschuss, und auch der höchste Überschuss in 5 Jahren. In 4 Monaten 2019 betrug der Überschuss u$s 4,53 Mrd. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 16,5% auf u$s 6,02 Mrd. bei einer Mengenzunahme von 34,9% und einer Preisabnahme von 13,6%. Die Importe nahmen um 28% auf u$s 4,64 Mrd. ab, wobei besonders die von KFZ abnahmen (-58,6%), aber auch die von Brenn-und Schmierstoffen (-41,5%), und die von Kapitalgütern (-37,4%).

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Gemäss Zahlen der ANSeS gab es im April 12,11 Mio. eingetragene Beschäftigte, 203.000 weniger als ein Jahr zuvor. Doch saisonberichtigt sind es 3.300 mehr als im Dezember 2018. Von den Beschäftigten entfallen 8,59 Mio. auf den privaten Berich und 3,16 Mio auf den öffentlichen. Im privaten Berich fand in 12 Monaten eine Abnahme von 1,9% statt, während im offentlichen eine Zunahme von 0,6% ensetzte. Die 18.800 zusätzlichen Staatsangestellten entfallen voll auf Provinzen und Gemeinden. Von den privat Beschäftigten entfallen 6,14 Mio. (-2.2%) auf Arbeitnehmer im Abhängigkeitverhältnis, 1,56 Mio (-2,2%) auf Einheitssteuerzahler, 500.000 auf Haushaltsangestellte (+3,5%) und 395.300 auf selbstständig Tätige (-1,2%). Hinzu kommen noch 358.000 soziale Einheitssteuerzahler (-14,1%).

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Der SIPA-Index des Arbeitsministeriums ergibt eine durchschnttliche Lohnerhöhung in 12 Monaten zum April von 40,4%, was bei einer Inflation von 55,8% einen Reallohnverlust von 9,9% bedeutet. Der Durchschnittslohn betrug $ 40.911. Doch wenn man die Extreme ausschließt, gelangt man auf $ 31.719.

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Der Index der Industrieproduktion des Wirtschaftsforschungsinstitutes FIEL weist im Mai 2019 einen interannuellen Rückgang von 6,1% aus, lag jedoch saisonbereinigt um 1,7% über April 2019. Die ersten 5 Monate 2019 lagen um 8,9% unter dem Vorjahr.

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Die auswärtige Schuld (öffentlich und privat) lag Ende des 1. Quartals 2019 laut Angaben der ZB bei u$s 275,83 Mrd., 9,1% über einem Jahr zuvor, aber 0,8% unter Ende 2018. 62% der Schuld entfällt auf den Staat, 26% auf nicht finanzielle Unternehmen und physische Personen, 9% auf die ZB, 2% auf Banken und 25 auf andere Finanzanstalten. Von den Auslandschulden entfällt 92% auf ausländische Währungen, wobei 62% davon in Dollar besteht.

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Die AFIP hat ein Frist für Unternehmen, die nicht klein sind (Pymes), um ihre Steuerschulden in bis zu 60 monatlichen Raten zu einem Zinssatz von 2,5% monatlich zu zahlen, bei einer Barzahlungvon 20%, bis zum 31. Juli verlängert. Wenn die Anzahlung nur 5% beträgt, sind es 36 Monatsraten, und bei 10% sind es 48 Raten, wobei die Zinsen auf 3,69%, bzw. 3,23% steigen.

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Im Mai wurden in der Bundeshauptstadt 3.298 Immobilien notariell übertragen, 46,2% unter dem gleichen Vorjahresmonat. In Werten waren es $ 27,96 Mrd., 15,8% unter dem Vorjahr. Gegenüber April waren es jedoch in der Zahl der Immobilien 15,3% und in Werten 23,6% mehr.

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Das Landwirtschaftssekretariat teilt mit, dass die Hilton-Quote für Rindfleisch, die die Europäische Union jährlich festsetzt, bei der Importzoll 20% beträgt, in den 12 Monaten zum 30. Juni 2019 zum ersten Mal in 10 Jahren wieder erfüllt wird. Es sind 29.500 Tonnen, bei denen der Preis u$s 10.939 beträgt, weit über dem, der allgemein bei Rindfleischexporten gilt. Allerdings handelt es sich hier um Qualitätsschnitte, wie Lende (“lomo”). Von der Quote entfallen 60% auf Deutschland, 20% auf die Niederlande, 12% auf Italien und die verbleibenden 8% auf andere EU-Staaten. Im Vorjahr war die Hilton-Quote zu 95% erfüllt worden, aber 2010/11 nur zu 63%, was auf reine Schlamperei zurückzuführen ist.

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Der Gasimport wird laut Expertenschätzungen dieses Jahr mit u$s 320 Mio. um 70% unter 2018 und 87% unter 2015 liegen. Das ist auf die stark erhöhte lokale Gasförderung und auf niedrigere Preise beim importierten Gas zurückzuführen. Auch hier besteht der Verdacht, dass es 2015 Überpreise gab.

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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im 1. Quartal 2019 um 5,8% unter dem gleichen Vorjahresquartal, und um 2% unter dem 4. Quartal 2018, wobei dieser Rückgang jedoch bei Berücksichtigung saisonaler Umstände auf nur 0,2% sinkt. Im interannuellen Vergleich nahmen die Investitionen um 24,6% ab, der private Konsum um 10,5%, und der öffentliche Konsum um 0,2%. Die Importe nahmen um 24,6% ab, die Exporte von Sachgütern und Dienstleistungen stiegen um 1,7%. Bezogen auf das BIP lag der private Konsum bei 75,1% (Vorjahr: 79,1%), die Investition bei 16,9% (21,2%), der Import bei 25,3% (31,6%) und der Export bei 21,7% (20,1%).

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Die Regierung hat durch Dekret 423/19 (Amtsblatt vom 19.6.19) die Ausschreibung für die Konzessionen der Vororteisenbahnen Belgrano Norte und Urquiza eingeleitet, nachdem die bestehenden abgelaufen sind. Die Konzessionen laufen auf 15 Jahre und beziehen sich auf die Betreibung der Züge, die Verwaltung der Belegschaft und die Instandhaltung, schließen aber auch einen Investitionsplan ein. Die Linie Belgrano Norte wird gegenwärtig von Emepa (von Gabriel Romero) betrieben, der auch Eisenbahnwerkstätten hat. Die Linie Urquiza wird vom Roggio-Konzern betrieben, der auch das U-Bahn-Netz über Metrovías betreibt, und sich in diesem Fall bei der Ausschreibung über die Erneuerung mit der Deutschen Bahn als Partner gemeldet hat. Die Vororteisenbahnen unterstehen der Bundesregierung, die U-Bahn hingegen der Stadtregierung der Bundeshauptstadt. Die Bahn Belgrano-Norte befördert täglich ca. 95.000 Passagiere, und die Bahn Urquiza ca. 75.000. Während unter den Kirchners Eisenbahnkonzessionen vorzeitig beendet und an den Staat übertragen wurden, schreitet die Macri-Regierung mit privater Betreibung voran, die viel effizienter ist und schließlich auch dem Schatzamt weniger kostet.

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Die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) hat einen Kredit von u$s 600 Mio. an Argentinien genehmigt, der für die Finanzierung der sozialer Programme “Hacemos Futuro” und “Progresar”, sowie für die Finanzierung des sozialen Stromtarifs bestimmt ist. Ebenfalls hat die Weltbank einen Kredit von $ 100 Mio. erteilt, der für die Einführung öffentlicher Dienste in Elendsvierteln bestimmt ist.

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Die Aufsichtsbehörde der Versicherungsanstalten (Superintendencia de Seguros de la Nación) hat durch Beschluss 553/19 verfügt, dass die lokalen Versicherungsgesellschaften ihre Reserven nur in Argentinien anlegen dürfen. Dies wurde schon 2014 verfügt, so dass es jetzt nur darum ging, Schlupflöcher zu stopfen. Rückversicherungsgesellschaften und deren lokale Filialen dürfen bis zu 50% des versicherten Kapitals im Ausland anlegen.

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Bundesrichter Claudio Bonadío hat die Beschlagnahme von 19 Immobilien verfügt, die direkt oder indirekt mit dem verstorbenen Privatsekretär von Néstor Kirchner, Daniel Muñoz, verbunden sind, und in Wirklichkeit dem ehemaligen Präsidenten (und jetzt Cristina) gehören dürften, der sie mit Mitteln gekauft hat, die er dem Staat gestohlen hat. Die Witwe von Muñoz, Carolina Pochetti, und auch Sergio Todesco, Elisabeth Ortiz Municoy und der ehemalige Kirchner-Buchhhalter Victor Manzanares, die hier als Strohmänner auftraten, haben im Gerichtsverfahren erklärt, dass sie nicht Besitzer dieser Güter sind. Somit kann der Besitz ohne legale Hindernisse auf den Staat übertragen werden. Die Immobilien befinden sich in der Stadt Buenos Aires und den Provinzen Buenos Aires, Santa Cruz, Neuquén und Feuerland. Der Gesamtwert der Immobilien dürfte über u$s 50 Mio. liegen. Bisher waren nur zwei Beschlagnahmen von Korruptionsvermögen verfügt worden: einmal die u$s 790.550, die der Venezolaner Guido Antonini Wilson schmuggeln wollte, aber dabei vom Zollamt entdeckt wurde, und vor kurzem die u$s 9 Mio., die der ehemalige Bautensekretär José López in einem Kloster verstecken wollte, wobei auch seine Liegenschaft in Dique Luján (Provinz Buenos Aires, bei Maschwitz) auf den Staat übertragen wird, weil er den Besitz nicht nachweisen konnte. Mit dem Geld von Antonini Wilson wurde schon eine Schule in Entre Ríos voll erneuert.

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Im Mai lag der primäre Überschuss der Finanzen des Bundesstaates bei $ 25,97 Mrd., der sich mit einem Defizit von $ 7,82 Mrd. im gleichen Vorjahresmonat vergleicht. Doch das finanzielle Ergebnis, das Zinsen einschließt, ergibt im Mai 2019 ein echtes Defizit von 38,63 Mrd., 41% über dem Vorjahr, war aber wertberichtigt um 10,2% geringer als im Mai 2018. In 5 Monaten zum Mai 2019 betrug das primäre Defizit $ 36,82 Mrd. und das finanzielle $ 219,49 Mrd., was etwa 1% des BIP darstellt. Im Mai lagen die Einnahmen des Bundesstaates bei $ 296,96 Mrd., 55,2% über dem gleichen Vorjahresmonat. Die Zunahme ist an erster Stelle auf eine Erhöhung des Erlöses der Exportzölle um 351,4% zurückzuführen. Die primären Ausgaben (ohne Zinsen) lagen mit $ 294,37 Mrd. um 35,5% über dem Vorjahr, was eine reale Abnahme von 13,8% darstellt. Dabei nahmen die sozialen Ausgaben um 38,4% zu, aber die Subventionen für öffentliche Dienste und Staatsbetriebe nur um 10%. Die Zinszahlungen stiegen im Mai im interannuellen Vergleich um 231%, als Folge der Abwertung und der Zunahme der Staatsschuld.

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Der Prozess, den der Geierfonds Burford Capital gegen den argentinischen Staat angestrengt hat, wegen des Aktienpaketes der Firma Petersen (die von der Familie Eskenazi kontrolliert war), das bei der Mehrheitsübernhame durch den Staat kein Kaufangebot (“tender offer”) erhielt, wird in den Vereinigten Staaten fortgesetzt und nicht nach Argentinien übertragen. Das hat der Oberste Gerichtshof der USA bestimmt. Zunächst ist die Richterin Loretta Preska für den Fall verantwortlich, die das Gericht von Thomas Griesa nach dessen Tod übernommen hat. Der Burford-Fonds hatte die Firma Petersen gekauft, die in Spanien eingetragen war, und somit auch die YPF-Aktien, die die Firma mit einem Kredit von YPF gekauft hatte, der mit Bardividenden gezahlt werden sollte, übernommen. Dieses Geschenk hatte keinen vernünftigen Sinn, aber die Regierung von Cristina Kirchner hat es versäumt, dieses krumme Geschäft bei der Übernahme des Mehrheitspaketes durch den Staat abzuschaffen, was sehr einfach gewesen wäre. Denn Sebastian Eskenazi war ein Strohmann der Kirchners, und tat was diese befahlen. Rein formellrechtlich hat der Burford-Fonds ein gutes Argument für die Klage, die sich auf ca. U$s 3 Mrd. beläuft. Aber im Wesen handelt es sich um ein schmutziges Manöver, das in das Kapitel der Kirchner-Korruption gehört. Die US-Justiz ist nicht so streng formell wie die argentinische, und kann diesen Fall somit auch als Korruption einstufen, womit die Burford-Klage abgelehnt würde. Die Anwälte, die Argentinien verteidigen, müssen es verstehen, den Fall eingehend zu erklären und die Richterin zu überzeugen. Es wäre wichtig, wenn der Fall der Öffentlichkeit der Vereinigten Staaten über bezahlte Anzeigen in den großen Zeitungen erklärt würde.

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Ab 1. Juli 2019 steigt der Zinssatz, den die AFIP bei Steuerschulden berechnet, auf 4,73%, und der Strafzins ab 30.9.19 auf 5,76%. Bis zum 28,2.19 lagen diese Zinsen, während 8 Jahren, bei 3%, bzw. 4%. Ab 1.4.19 wird der Zinssatz alle drei Monate festgesetzt. Vom 1.5.19 bis zu 30.6.19 waren es 3,76%, bzw. 4,61%. Beim Moratorium, das bis zum 31.5.19 galt, betrugen die Zinsen zunächst 2,5%, und ab 1.6.19 3,76%. Die Schulden der Steuerzahler gegenüber der AFIP betragen $ 389 Mrd., was mehr ist, als der gesamte Kredit der Banco Nación.

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Letzte Woche wurde die erste Ladung von Premium-Rindfleisch nach China verschifft. Es handelt sich um Lende (“ojo de bife”), in gekühltem Zustand und mit Vakuumpackung. Dieser Export der Firma Swift (die der brasilianischen Minerva Foods gehört) war dank dem jüngsten Protokoll möglich, das China für argentinisches Rindfleisch eingeführt hat, das im Mai unterzeichnet wurde, und ab Juni 2019 gilt. China hatte bisher nur Rindfleisch von geringerer Qualität und niedrigem Preis aus Argentinien importiert.

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Das Studienzentrum für die soziale Problematik der katholischen Universität von Buenos Aires hat ermittelt, dass 49,3% der beschäftigten Bevölkerung im Jahr 2018 schwarz arbeitete. Davon zahlten 75,9% überhaupt keine sozialen Beiträge. Die durchschnittliche Entlöhnung beträgt $ 10.283 pro Monat.

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Die Lastwagengewerkschaft, geleitet von Hugo Moyano und seinem Sohn Pablo, hat sich zunächst mit einer Lohnerhöhung von 23% für sechs Monate zufrieden erklärt, also genau die Hälfte der 46%, die sie ursprünglich für ein Jahr gefordert hatte. Moyano verzichtet jedoch nicht auf seine zusätzliche Sonderforderung einer Zahlung von $ 20.000 zum Jahresende. Das soll noch diskutiert werden. Die Unternehmervertretung fordert, dass in der zweiten Etappe 11 Punkte des Arbeitsabkommens diskutiert werden, die sich auf zusätzliche Zahlungen, flexiblere Arbeitszeiten u.a. Dinge beziehen.

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Der Index der Industrieproduktion, den die Consulting-Firma Orlando Ferreres & Partner ausarbeitet, weist im Mai einen interannuellen Rückgang von 3,8% aus, liegt aber (saisonbereinigt) um 2% über April 2019. Die ersten 5 Monate 2019 liegen um 8,1% unter dem Vorjahr, als der Höhepunkt der aufstrebenden Konjunkturwelle erreicht wurde, die im Mai 2018 abrupt abgebrochen wurde.

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Der Umsatz der Supermärkte erreichte im April 2019 $ 49,67 Mrd., 45,6% über dem gleichen Vorjahresmonat. Bei Berücksichtigung der Inflation ergibt sich dabei ein Rückgang von 12,6%, in dem zum Teil ein Mengenrückgang und zum Teil auch ein Übergang auf billigere Produkte und Marken zum Ausdruck kommt. Der Konsumexperte Guillermo Olivetto weist darauf hin, dass die Konsumenten rationeller handeln und in diesem Sinn auch billiger kaufen, ohne dabei auf die Deckung ihres Bedarfs zu verzichten. Bei den Grossistensupermärkten lag der reale interannuellle Rückgang bei 12,9% und bei den Shopping-Centers bei 22,9%.

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Das Programm “Ahora 12”, das sich auf den Verkauf von dauerhaften Konsumgütern in 12, bzw. 18 monatlichen Raten bezieht, bei subventionierten Zinsen, die oft von den Lieferanten getragen werden, wurde auf alle Wochentage ausgedehnt. Bisher galt es nur am Wochenende.

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Die hohen Zinsen haben sich auch auf die Rinderwirtschaft ausgewirkt. Sieben Verbände, die die einzelenen Rassen vertreten, haben darauf hingewiesen, dass der Rinderbestand mit 53,9 Mio. Tieren zum März 2019 gegenüber dem Vorjahr nur um 0,03% zugenommen habe, und jetzt Gefahr laufe, abzunehmen, weil zu viele Kühe verkauft werden, was auch Druck auf die Preise ausübt. Im April habe der Anteil an Kühen bei den Schlachtungen 52,4% betragen, was zu einer Verringerung des Kuhbestandes und infolgedessen der Kälbergeburten führt. Der Gleichgewichtskoeffizient, bei dem der Rinderbestand nicht beeinträchtigt wird, liegt bei 45%.

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Das Schatzministerium hat am Dienstag Schatzscheine (Letes) in Dollar für u$s 1,36 Mrd., untergebracht, zu 4,25% bei Verfall im Januar 2020, und zu 7,5% bei denen auf 273 Tage. Ein grosser Teil dieser letzten Titel wurde vom ANSeS-Fonds gezeichnet. Gleichzeitig wurden Schatzscheine (Letes und Lecap) in Pesos für $ 83,58 Mrd. zu 58,56% (was eine Rendite von 73,77% darstellt) untergebracht

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Am Dienstag wurden Leliq-Schatzscheine zu 63,02% untergebracht, der niedrigste Satz seit dem 12. März 2019.

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Im Mai 2019 kauften 1,07 Mio. Personen in Argentinen Dollarnoten für einen Nettobetrag (bei dem die Dollarverkäufe abgezogen werden) von u$s 1,42 Mrd., 58% unter dem gleichen Vorjahresmonat. Die gesamte Nettokapitalflucht, einschließlich Überweisungen, lag im Mai bei u$s 2,50 Mrd., 45,9% unter Mai 2018. In 5 Monaten 2019 waren es u$s 9,54 Mrd. gegen u$s 13,60 Mrd. in der gleichen Vorjahresperiode, berichtet die ZB.

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Die Regierung der Bundeshauptstadt hat zwei Unternehmen die Konzession für den Omnibusdienst für Touristen erteilt: Rotamund und die Transportunternehmen General Urquiza und Sierras de Córdoba. Rotamund betreibt schon seit 10 Jahren den städischen Tourismusbus zusammen mit Flecha Bus. Die neuen Konzessionäre müssen über je 20 Omnibusse verfügen, die modern ausgestattet sein müssen Die Gebühr beträgt 17% der Bruttoeinnahmen, mit mindestens $ 20,4 Mio. (wertberichtigt) für jedes Unternehmen.

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Der Kredit für die Unternehmen, die die Strassen im Rahmen des PPP-Programmes der öffentlich-privaten Zusamenarbeit erhielten, steht kurz vor Abschluss. Die Interamerikanische Entwicklungsbank wird u$s 900 Mio. bereitstellen, davon u$s 200 Mio. direkt und u$s 700 Mio. von Privatbanken, die eine Garantie der BID-Invest erhalten, über einen Treuhandfonds, den die staatliche lokale Bank BICE verwaltet. Das Neue ist jetzt, dass der Zinssatz 10,5% beträgt, was zwar immer noch viel ist, aber angeblich verkraftet werden kann. Bisher war von Zinsen bis zu 15% die Rede, bei denen die Rechnung nicht aufging.

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